Autor Thema: 2018 ist nicht mein Jahr! (Achtung: langer Text!)  (Gelesen 202 mal)

Fee34

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2018 ist nicht mein Jahr! (Achtung: langer Text!)
« am: 17. Juli 2018, 10:27:00 »
Hallo liebes Forum!

Ich hoffe, ich gehe euch nicht auf die Nerven und darf mich mal ausheulen!?!

Das Jahr 2018 hat es für mich in sich. Es kommt so viel zusammen und es wird einfach keine Ruhe.
Eigentlich bin ich so optimistisch, dass ich teilweise schon als naiv betitelt werde. Jetzt hab ich Angst meinen Optimismus langsam aber sicher zu verlieren.

Ich fange mal von vorn an:
Im Jänner ging ich ins Schlaflabor, mit positiver Einstellung. "Wird nix rauskommen, alles Okay" sagte ich mir immer wieder.
Meine Eltern wünschten mir "gute Erholung". Ja, ne ist klar! Schlaflabor ist ja Urlaub. Aber das ist ein anderes Thema, zu dem ich auch noch komme.
Nach zwei Nächten war alles klar: schwergradiges obstruktives Schlafapnoe-Syndrom und Restless Legs Syndrom!
Bamm, mir zog es den Boden unter den Beinen weg. Zwei Wochen später wieder ins Schlaflabor zur Maskenanpassung. Seither sieht das Schlafzimmer aus, wie ne Mini-Intensivstation.
Zur selben Zeit war schon klar, dass ich viele kleine Tumore in den Händen habe. Ein Teil davon sollte im April raus. Seitens Ärzte hieß es, die sind auf jeden Fall ungefährlich. Beruhigend, aber für mich mit meiner Angststörung zu wenig. Also raus damit unter Vollnarkose und untersuchen lassen. Die Gutartigkeit bestätigte sich zum Glück. Veranlagung sei das und wenn ich Pech habe, kommen die wieder. Recht hatte er. Meine Hand ist stellenweise immer noch ohne Gefühl, aber Hauptsache, die blöden Dinger sind wieder da. Super! Sollen sie bleiben, wo der Pfeffer wächst!
Im Juni dann wieder ins Schlaflabor zur Kontrolle. Mittlerweile bin ich es ja gewohnt. Die Werte mit Maske sind okay. Nach einer Nacht wieder heim.
Einen Tag war ich Zuhause. Am Morgen darauf kam der Grand-Mal! Insgeamt die dritte (oder vierte?), aus meiner Sicht unbegründete Bewusstlosigkeit in drei Jahren  zwei davon mit Krampfen. Mit Rettung und Notarzt ins Krankenhaus. Laut meinem Mann hab ich mindestens 10 Minuten gekrampft. Ich hatte einfach nur Angst! Durfte dann meinen Geburtstag im Krankenhaus verbringen. Super!
Familiäre Vorbelastung plus auffälliges EEG! Fahrverbot!!! Regelmäßige Kontrollen, Tabletteneindosierung!!!
Seither ist alles anders. Anfangs die Nebenwirkungen der Tabletten, unregelmäßige kleine Anfälle, achten auf jedes Signal des Körpers.

Für meinen Mann ne extreme Belastung. Teilweise sieht man richtig die Angst in seinen Augen. Aber er ist stark und steht mir mit Rat und Tat zur Seite. Ja, er ist mein persönlicher Schutzengel und mein Ein und Alles! Bin froh dass ich ihn habe.

Meiner Familie hingegen ist das egal! Ich wurde gesundheitlich aufgegeben. Das hörte ich mit jeder Menge Vorwürfe telefonisch im Krankenhaus, nachdem ich wieder halbwegs klar im Kopf war. Nicht mal einen Besuch an meinem Geburtstag war ich wert. Erst am Tag darauf mit Mühe und Not. Ja, so ist das. Die Familie kann man sich nicht aussuchen. Ich ziehe meine Konsequenzen daraus.
Bitte sagt nicht, die machen sich nur Sorgen! Nein, das ist garantiert nicht so. Im Gegenteil! Kaum ist jemand schwach, aus welchem Grund auch immer, wird mit dem Holzhammer draufgehauen. War schon immer so! Leider!

So, das war's erstmal! Danke fürs Lesen!
Danke für dieses tolle Forum! Ihr seid Klasse!

LG Fee
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Meditester

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Re: 2018 ist nicht mein Jahr! (Achtung: langer Text!)
« Antwort #1 am: 17. Juli 2018, 11:32:50 »
Hallo Fee34!

Auch zum Ausheulen ist die Gemeinschaft da.
Das Forum ist echt nicht mit Gold aufzuwiegen.
Wie einsam wären wir wohl ohne unseren Austausch hier?
Und die Hilfe und Erfahrungen (fast) Aller gibt es nicht in Büchern.

Für Angehörige bedeutet es oft eine große Belastung.
Das Abwenden von Familie oder Freunden ist eine gemeine Ohrfeige,
die noch lange Schmerz spüren lässt.

                               :tröst:
Meditester
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Indigo

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Re: 2018 ist nicht mein Jahr! (Achtung: langer Text!)
« Antwort #2 am: 17. Juli 2018, 17:52:29 »
Liebe Fee,
es ist immer besonders gemein, wenn etwas so geballt kommt. Ich würde 2017 als „nicht mein Jahr“ bezeichnen, aber hier bin ich noch, mache aus 2018 gerade das bestmögliche und toitoitoi, bisher sind noch alle Knochen ganz. Oder mit Metall verstärkt.  :dance:

Du hast Recht - die Familie kann man sich nicht aussuchen, darum mag es im ersten Moment erschreckend sein, dass sie dich so im Stich lassen, aber auf lange Sicht nehmen sie dir damit die Entscheidung ab, was für dich und deine Gesundheit wichtig ist.

Du hast deinen Mann, der für dich da ist. Sag ihm das. Zeig ihm das. Nehmt euch Zeit zusammen, auch wenn es nur ein paar ruhige Stunden sind. Das ist für euch beide zum Kraft tanken wichtig.

Fee34

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Re: 2018 ist nicht mein Jahr! (Achtung: langer Text!)
« Antwort #3 am: 17. Juli 2018, 18:12:01 »
Danke für eure aufbauenden Worte!  *freuemich*

Ja, ich sag und zeige es meinem Schatz jeden Tag, was er für mich bedeutet. Da geht nix drüber!
Was meine Family betrifft, so hab ich mich inzwischen damit arrangiert. Ich schau auf mich und meine eigene kleine Familie (Mann, Katze & ich). Ändern kann ich daran ja sowieso nix, auch wenn es mich phasenweise noch traurig macht!

GLG Fee
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