Autor Thema: Was man nicht kennt, gibt es nicht!  (Gelesen 1192 mal)

Fee34

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Was man nicht kennt, gibt es nicht!
« am: 20. Juli 2018, 10:05:50 »
Hallo liebes Forum!

Kennt ihr das auch?
Es gibt Leute, die der festen Überzeugung sind, dass es Dinge/Krankheiten und deren Formen, die besagte Leute nicht kennen, einfach nicht gibt?

Gut vor 30 Jahren oder so war vielleicht alles noch anders, die Medizin war noch auf nem anderen Stand und vieles war unbekannt. Aber ständig alles besser wissen, als man selbst (als Betroffene/r) oder als so mancher Arzt - das nervt einfach nur.
Man kann sich den Mund fusselig erklären, hunderte Male sagen, der Schnee ist weiss und nicht schwarz (Redewendung).....es bringt alles nix!

Ganz nach dem Motto: "So kenne ich das nicht, also gibt es das nicht! Aus, Schluss, Basta!!!!"
Grade dass einem nicht unterstellt wird, man bildet sich das ein.

Kennt ihr das auch? Wie geht ihr mit sowas um?

GLG Fee
Alle Wege fangen mit dem ersten Schritt an!
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Lora

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Re: Was man nicht kennt, gibt es nicht!
« Antwort #1 am: 20. Juli 2018, 12:11:43 »
Ja, ich hatte mal im Epi-KH dem Facharzt erzählt, dass ich eine Woche brauche, um mich von meinen Anfällen zu erholen.

"Das kann nicht sein!"

Ich guckte wahrscheinlich nur dumm, das so abzutun. Und habe nichts weiter gesagt. Aber ich glaube auch nicht, dass es was gebracht hätte, er war davon so überzeugt und immerhin der Facharzt...

LG, Lora

Joy

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Re: Was man nicht kennt, gibt es nicht!
« Antwort #2 am: 20. Juli 2018, 17:25:17 »
Damuss ich glatt an den Film "Horton hört  ein Hu" denken. Was man nicht sehen, hören oder anfassen kann gibt's nicht! Oder doch?

Versuchen zu erklären, etwas bestimmtes vielleicht mit Fachartikeln unterlegen oder so. Wenn alles nichts fruchtet, Leute dumm sterben lassen, hilft ja alles nichts!

D.e.n.d.r.i.t

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Re: Was man nicht kennt, gibt es nicht!
« Antwort #3 am: 21. Juli 2018, 14:38:36 »
Zitat
Ganz nach dem Motto: "So kenne ich das nicht, also gibt es das nicht! Aus, Schluss, Basta!!!!"


Oh ja!


Deshalb bin ich dabei, ein Forum zu machen, wo jeder seine Anfälle beschreiben kann, die nicht so ablaufen, wie es im Lehrbuch steht. Also kein rivalisierendes Forum zu epilepsie-netz. Wo dann auch Ärzte nachlesen können, welche "seltsamen" Ausmaße und Empfindungen eine Anfallsform noch haben kann.


Zitat
Versuchen zu erklären, etwas bestimmtes vielleicht mit Fachartikeln unterlegen oder so.


Als Patient muss man schlauer als ein Arzt sein, traurig.  >:-(


Zitat
Wenn alles nichts fruchtet, Leute dumm sterben lassen, hilft ja alles nichts!


Guter Vorschlag, Joy. Ich geh da innerlich zu schnell auf die Palme. Irgendwie steht man ja wie ein "Depp" da.


LG, Dendrit
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Levetiracetam UCB / Keppra 4x 1.000 mg
Lamictal (Lamotrigin) 200-100-200 mg
Frisium (Clobazam) 0-0-0-5 mg

Citalopram 20-10-0 mg
Valdoxan 0-0-0-12,5 mg

Bisherige: AZA, BBX, CBZ, ETH, LCM, LZP, MSM, PB, PHT, PRM, TPM, VPA

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Fee34

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Re: Was man nicht kennt, gibt es nicht!
« Antwort #4 am: 21. Juli 2018, 15:08:00 »
Nun ja,  ich könnte bei sowas auch fast explodieren. Ich mag es einfach gar nicht,  wenn andere Leute meinen,  sie wüssten besser, wie es mir geht, als ich selbst. Nur ich weiß, wie es mir geht!  :P

Als Patient schlauer sein,  als ein Arzt? Nein! Keine gute Idee!

Es gibt aber Leute,  die meinen, sie wären klüger als jeder Arzt der Welt. Das nervt dann.... finde ich! Wenn mir dann durch die Blume Einbildung/Hypochonder unterstellt wird.  Boah,  da geh ich dann fast in die Luft! In dem Fall ist mein sonst sehr langer Geduldsfaden sehr kurz und nicht wirklich reißfest.  <-(

Dumm sterben lassen halte ich auch für eine gute Idee, soweit man es auf die Reihe kriegt.  Wenn man sich doch ärgert, ist es vielleicht die falsche Strategie!  ???  :laugh:

(PS: Ich meine natürlich nicht den Erfahrungsaustausch und Ratschläge im Forum.)
« Letzte Änderung: 21. Juli 2018, 15:10:33 von Fee34 »
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shadowline

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Re: Was man nicht kennt, gibt es nicht!
« Antwort #5 am: 21. Juli 2018, 15:41:07 »
mir wurde 1999 cranio cervical (https://www.google.de/search?biw=1920&bih=955&tbm=isch&sa=1&ei=VDJTW-aUCImF6ATgnJ-QDQ&q=cranio+cervical&oq=cranio+cervical&gs_l=img.3...0.0.0.7844.0.0.0.0.0.0.0.0..0.0....0...1c..64.img..0.0.0....0.hrpVvvNBbHw) ein Tumor entfernt - seit dem habe ich die Nebendiagnose Epilepsie- folgende "Geschichte" die zur Entdeckung/Entfernung des Tumors kam.
>Ende der 1980iger Jahre ging ich zu meinem damaligen Hausarzt und klagte über nicht aufhörende ununterbrochene Kopfschmerzen. Antwort "Ist der Stress- nehmen se halt Aspirin"
> aufgrund der sowieso bestehenden Dauerdiagnose "Hemiparese links und Neurofibromatose" bin  ich dauerhaft bei Neurologen bzw Orthopäden in Behandlung. Auch dort äußerte ich meinen chronischen Schmerz- Ohne nähere Untersuchung wurden mit Einlagen verschrieben & empfohlen (mehr) zu schwimmen.
>....ich bekam mehrere  Arztbriefe in die Hand in welchen im Schlusssatz stand "der genannte chronische Schmerz entspricht keinerlei Diagnostik.Von hypochontrischen Aspekten ist auszugehen"
> 1997 zog ich um & ging zu (mal wieder)  einem anderen Arzt. Auch dort bekam ich den Stempel des Hypochonters. Mitte 1999 sagte der Neurologe "er überweise mich jetzt zu einem MRT und ich solle (Zitat) ein für alle mal den Mund halten wenn die Bilder vorliegen würden." Ende Juli 1999 hatte ich besagten Termin ................................und plötzlich ging alles sehr schnell Op innerhalb 2 Wochen .  Alles nur für eine Hypochonterin  :weirdo: :weirdo: 

ich bezweifele sehr das ich heute Epilepsie hätte wenn die besagte Diagnostik früher durchgeführt worden wäre

PS: Keiner der Ärzte die mich bis dahin behandelt hatten hat sich je bei mir entschuldigt
Genieße Dein Leben so wie es ist.

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Re: Was man nicht kennt, gibt es nicht!
« Antwort #6 am: 21. Juli 2018, 16:47:06 »
Oh Mann, das ist hart! Puh!  Mir fehlen ehrlichgesagt die Worte!  :tröst:
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Re: Was man nicht kennt, gibt es nicht!
« Antwort #7 am: 21. Juli 2018, 20:55:46 »
 :'( :tröst:
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Re: Was man nicht kennt, gibt es nicht!
« Antwort #8 am: 22. Juli 2018, 13:36:16 »
Hallo liebes Forum!

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Sowas gibt es erstaunlicherweise immer wieder....und es sind nicht nur die 70+ Jährigen...sondern eigentlich ganz patente Leute.
Am besten in Kombination mit Konfrontationssuche...

Versuch mit Fakten zu informieren...aber oftmals ist da jeder Informationsversuch von vornherein zum scheitern verurteilt :(

Fee34

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Re: Was man nicht kennt, gibt es nicht!
« Antwort #9 am: 22. Juli 2018, 14:02:34 »
Ja,  du sprichst mir aus der Seele.  *lach*
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Meditester

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Re: Was man nicht kennt, gibt es nicht!
« Antwort #10 am: 23. Juli 2018, 11:41:55 »
Hallo!
Die meisten Studierten lassen sich auf Theorie gerne ein.
Wenn dann mal die Praxis was ganz Anderes lehrt
sind sie skeptisch.

Na, und Wer von Nichtbetroffenen beschäftigt sich so richtig mit der Krankheit?
Meist sind es nur Spezialisten (Neurologen, Epi-Doktoren).
Und selbst haben Diese kaum eigene Erfahrungen.

Satirisch gesagt:
Da ist es eines Patienten Glück
wenn gerade in der Praxis beim Arztbesuch mal ein "unnormaler" Anfall kommt.

@ Dendrit
Das wäre garnicht so schlecht,
denn dann könnte man einem "ungläubigen" Arzt
mal darauf hinweisen,
dass es Viele gibt, die untypische Anfälle haben.

Und schneller ist Bestimmtes im Internet zu finden als in dicken Fachbüchern.

Meditester
(Mancher glaubt erst dass Feuer weh tut wenn er sich die Finger verbrannt hat.)
Fantasie ist ein Schatz, den dir Keiner nimmt
Auch an eiskalten Tagen trage Wärme im Herzen