Autor Thema: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?  (Gelesen 1536 mal)

Adis Mutsch

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Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« am: 10. August 2018, 15:13:11 »
In den Medis meines Sohnes Lamotrigin und Vimpat von UCB sind als Trägerstoffe/Farbüberzug Aluminiumverbindungen. Nun ist aber bekannt, dass Aluminium u.a. auch Alzheimer auslöst. Wenn mein jetzt 16 jähriger das also einnimmt...vll. sein Leben lang, so ist doch vorprogrammiert, dass er da Alzheimer bekommen kann.
Wieso ist das überhaupt möglich - und das auch noch bei Hirnmedikamenten?  ::) Hinsichtlich der Bioverfügbarkeit kann ich auch sagen, er brauch mehr als sein Kumpel.
Beide nehmen Lamo, aber meiner brauch sehr viel höhere Dosis und ist nicht anfallsfrei. Der Kumpel sehr viel weniger und ist nahezu anfallsfrei. Beide bekommen Generika verschiedener Firmen. Das dazu....UCB ist ein Indischer Hersteller. Der Kumpel bekommt was aus Deutschland.

Wenn jucken die erhöhten  Leberwerte unseres Sohnes? Unsere Ärztin nicht! Die macht nicht mal Tests...da muss ich drauf dringen! >:-(

ladybird

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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #1 am: 10. August 2018, 15:56:13 »
Hallo,
meiner Meinung nach machst du dir ein bißchen zu viel Sorgen. Die Farb-, Träger- und Hilfsstoffe welche in Medikamenten enthalten sind (nicht nur bei Antikonvulsiva) werden in Beipackzetteln nahezu ausschließlich als "Spuren" angegeben. Der Gehalt ist somit so gering, dass er noch nicht mal in Milligramm pro Tablette beziffert werden kann. Im Vergleich dazu machen viele Zutatenlisten von verarbeiteten Lebensmitteln einen lebensgefährlichen Eindruck.
Ich nehme ebenfalls Lamotrigin, 900 mg pro Tag. Der Theorie nach könnte ich schon Alzheimer haben.
Auch der Vergleich mit anderen Personen hinkt ein wenig. Ich kenne Personen meines Alters, die mit weniger als der Hälfte meiner Dosis bereits mit dem Spiegel im toxischen Bereich liegen. Meiner liegt gerade mal im Mittelfeld. Manche sind mit 250 mg anfallsfrei, ich mit meiner Dosis nicht. Es gibt viele Faktoren die eine Rolle spielen.
Mit erhöhten Leberwerten ist das ähnlich. Bei manchen steigen sie schon bei einem kurzfristigen Konsum von etwas mehr Alkohol, andere haben trotz jahrelanger Einnahme von verschiedenen Medikamenten Werte im Referenzbereich. Es kommt auch darauf an welche Leberwerte erhöht sind, und in welchem Ausmaß. Viele Medis führen z.B. zu einer Erhöhung der GGT. Weniger weil die Leber einen direkten Schaden hat, sondern weil diese Stoffe eine vermehrte Bildung dieses Enzyme bedingen.
 Wenn das Aluminium in den Tabletten so ein Problem ist, dann bitte doch um einen Wechsel des Präparates. Sowas könnte aber auch zu einer Zunahme der Anfälle führen, oder Nebenwirkungen. Es könnte sich aber auch verbessern.

LG

Amazönchen

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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #2 am: 10. August 2018, 18:34:28 »
Ähm, UCB ist ein indischer Hersteller   :weirdo:

Die Firma gibt's sicher auch in Indien   :jojo:
 
UCB ist ein belgisches Pharma- und Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von Arzneimitteln gegen Erkrankungen des Zentralnervensystems, der Atemwege, der inneren Medizin sowie Krankheiten des Immunsystems konzentriert.

Aluminium nimmt jeder Mensch täglich über die Nahrung auf. Und zwar ohne, dass das Essen irgendwie durch Umweltverschmutzung oder so kontaminiert wäre. Das Zeug hat einfach Alu drin... So wie Zink, Eisen, Selen, Kalzium, etc.

Was die Menge einer Substanz betrifft, da schliesse ich mich ladybird an.
Ich kenne Leute, die mit 100 mg Lamotrigin anfallsfrei sind. Ich bin's mit 600 mg und 2 zusätzlichen Medis nicht.

Betr. den Leberwerten, das gehört m.E. in die Hände eines Arztes. Es muss überwacht werden. Aber so was kann der Arzt entscheiden, nicht aber der Laie. Wenn Du mit dem Arzt nicht zufrieden bist, dann wechsele ihn.
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TablettenJunky :)

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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #3 am: 10. August 2018, 21:55:17 »
Das dazu....UCB ist ein Indischer Hersteller. Der Kumpel bekommt was aus Deutschland.

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UCB hat eine sehr große Niederlassung in Langenfeld bei Düsseldorf.Somit kommen auch Medikamente con UCB/Belgien mit Aufschrift aus Deutschland.
In Langenfeld/Düsseldorf gibt es allerdings nur Forschung soweit ich weiss.

Muschelschubser

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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #4 am: 10. August 2018, 21:58:03 »
Hallo an alle Tabletteneinnehmer, die allermeisten Medikamente, die in deutschen Apotheken verkauft werden, werden effektiv in Indien oder China hergestellt - weil billiger. Ist leider so. Daher auch die Lieferengpässe oder Verunreinigungen etc.

Macht Euch keine Illusionen.

Grüße von der Muschelschubserin
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!

D.e.n.d.r.i.t

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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #5 am: 11. August 2018, 00:13:55 »
Ja, Firmensitz ist zwar Belgien. Habe aber auch schon Medikamente als Import bekommen, wo man glauben könnte, dass sie den ganzen Erdball besuchten. Einmal war es 2x beklebt. Auf der ursprünglichen Packung war es in russischer Sprache. Dann in französisch und dt. Irgendwas war auch spanisch.


Mir wurde mal erklärt, dass sie günstigst nach dem Orginalrezept zwar von UCB hergestellt werden, aber die Zutaten von dem Land einkaufen, die es am günstigsten im Angebot haben. Gemischt und zusammengesetzt in dem Land, wo es am günstigsten ist, das kann wieder ganz woanders sein. In Blister "gefüllt" kann wieder woanders sein. In Schachteln wieder woanders und dann werden sie in einzelne Länder verschickt. Meine Medis werden hauptsächlich von der kohlpharma umgepackt: entweder andere Schachtel oder in deutscher Sprache beklebt und ein dt. Beipackzettel reingelegt.


Hört sich nach riesigen Aufwand an und ist unterm Strich offensichtlich günstiger, als wenn es in dem Land produziert wird, in dem es gebraucht wird.




Hallo Adis Mutsch!


Ich kann mich den anderen nur anschließen. Ja, es kann sein, dass nur ein Leberwert (meist GGT) erhöht ist und deswg. die Ärztin - vermutlich aus Kostengründen - auf eine Blutabnahme verzichtet. Aber das wäre für mich ein Grund, den Facharzt zu wechseln.


Bezüglich der Dosierung kann ich auch was berichten. Ich bin mit 500 mg (war auch schon bei 600) Lamictal und 4.000 mg Levetiracetam UCB/Keppra in den Höchstbereichen und eigentlich keine NW. Vor allem beim Lamictal kann ich wg. Müdigkeit u.a. NW nicht höher geben, weil sie mir die Lebensqualität einschränken, aber keine toxischen Reaktionen auslösen.


In meiner SHG war einer, der in der Eindosierung von noch keine oder grad 25 mg einen anaphylaktischen Schock bekam: ihm war noch möglich, ans Telefon zu kriechen, anzurufen, aber um in die Wohnung zu kommen, musste die Tür aufgebrochen werden, denn er hatte mittlerweile das Bewusstsein verloren.


Ich kann sagen: was sind schon 25 mg? Nix. Ihm hätte es beinah das Leben gekostet. Also die Verträglichkeit und Wirkung ist von Mensch zu Mensch verschieden, sogar bei verschiedenen Erkrankungen oder Wirkungsmechanismen. Da ich bei AE viel brauche, dachte ich, ich bräuchte allgemein recht viel. Aber als ich als Notfallmedikament mal Lorazepam bekam stellte sich raus, dass ich bei 0,5 mg genauso reagiere wie andere erst bei 2-3 mg. Ebenso bei anderen Benzo's. Verschiedenes Ansprechen kann auch innerhalb der Familie unterschiedlich sein.


Alles Gute!


Dendrit
Juvenile Myoklonische Epilepsie

Levetiracetam UCB / Keppra 4x 1.000 mg
Lamictal (Lamotrigin) 200-100-200 mg
Frisium (Clobazam) 0-0-0-5 mg

Citalopram 20-10-0 mg
Valdoxan 0-0-0-12,5 mg

Bisherige: AZA, BBX, CBZ, ETH, LCM, LZP, MSM, PB, PHT, PRM, TPM, VPA

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Indigo

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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #6 am: 13. August 2018, 11:35:47 »
Vielleicht machst du dir auch einfach ein bisschen zu viele Sorgen? Für das Umfeld ist eine Diagnose oft schwieriger als für den Epileptiker selbst, gerade als Elternteil. Dieser negative Stress kann auch schnell auf deinen Sohn überspringen.

Und Vergleiche nützen nie und Niemandem was.
Ich selbst habe von einem Medikament z.B. zeitweise genauso viel genommen wie mein Freund, der ca. doppelt so viel wiegt wie ich. Mein Stoffwechsel ist einfach ein anderer. Bei Briviact liege ich ein gutes Stück über der Höchstdosis laut Beipackzettel - und ich bin ein wirklich schmales Hemdchen von unter 50kg. Damit kratze ich theoretisch eher an der Grenze für Kinderdosierung.

Wenn dein Sohn sich bei der Ärztin nicht wohl fühlt - wechseln. Aber bitte frag ihn, denn er steht bei der Krankheit im Vordergrund.

Amazönchen

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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #7 am: 18. August 2018, 17:59:28 »
Ich habe seit 12 Jahren immer die exakt gleich aussehenden Schachteln mit den Blistern erhalten. Nur der Beipackzettel hatte ab zu eine Korrektur beim Datum, aber das hat nichts mit Indien oder so zu tun. Aber ich werde UCB Schweiz mal anschreiben, wo die Pillen hergestellt werden. Steht nämlich nirgends  :jojo:
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Amazönchen

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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #8 am: 22. August 2018, 18:03:20 »
Ich habe ein Mail gemacht:

Wo wird „Keppra“ hergestellt, welches in der Schweiz vertrieben wird?
Bei Lebensmittel muss das angegeben werden.


Und Antwort erhalten   :-)))

Ich bestätige Ihnen dass Keppra in Bulle (Schweiz) hergestellt wird    :dance:
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D.e.n.d.r.i.t

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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #9 am: 22. August 2018, 20:54:06 »
Haben sie auch geschrieben, woher die "Zutaten" kommen?

LG, Dendrit
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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #10 am: 27. August 2018, 18:27:30 »
Nein, das nicht.
Aber wird bei der Herstellung kontaminiert. - Ein Film hat mir da schon zu denken gegeben.
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Meditester

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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #11 am: 03. September 2018, 12:50:49 »

Gestern sah ich im TV die Sendung Quarks & Co.
Dort wurde zum Thema Aluminium berichtet.
Ich erschrak bei dem Bericht, dass sehr viele Nahrungsmittel
Aluminiumspuren beinhalten. Und selbst in Zahnpasta ist es zu finden.
Interessant war auch die Reaktion von Säften in Aluminiumflaschen
(also Trinkflaschen).
Da gibt es auch Spuren, bei unbeschichteter Trinkflasche und selbst bei Beschichtung.
                           ???
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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #12 am: 04. September 2018, 07:20:40 »
Aluminium - an dem Thema streiten sich die Geister ...

Ich persönlich würde das nicht so sehr überbewerten. In der ganzen Nahrung ist Aluminium in der einen oder anderen Form enthalten, wenn man nicht grade Zahnpasta in rauen Mengen schluckt (was keiner tut) oder die Säfte literweise trinkt dann dürfte ein normaler Körper das sicher verkraften.

Früher hat man auch Aluminium in Deos für Brustkrebs (mit) verantwortlich gemacht - das hat sich auch nicht bewahrheitet ...

Sicher: Man braucht nicht unbedingt säurehaltige Säfte in Aluminiumflaschen aufzubewahren - aber wer tut das denn schon?
Anfänger haben die Arche gebaut - Profis die Titanic ;)

Schlaf - ist das nicht dieser halbherzige Coffeinersatz???

Amazönchen

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Re: Aluminium in Epilepsie Medikamenten?
« Antwort #13 am: 04. September 2018, 19:08:30 »
Meditester
Ähnliche Beiträge habe ich auf W wie Wissen oder Planet Wissen oder Puls oder, oder, oder schon gesehen.
Und dann kommen noch die Pestizide, der Feinstaub, die Inhaltstoffe von Farbe, die an die Wänden in den Wohnungen ist. Pilsporen hier und dort. Resistente Keime. Esswaren, die zurückgerufen werden, da etwas drin ist, was nicht sein sollte... (Metallteilchen oder so. - Ich hatte auch schon ein Schreiben im Briefkasten.)
Staub vom Katzenstreu, Dünger vom Rasen, etc.
Stress, der zum Burn-out führt. Nervosität, weil jederzeit erreichbar sein müssen, etc.

Wenn ich mir da gross wegen dem Alu, das in unbedenklich kleinen Mengen drin ist, noch gross den Kopf "zerschlage"...  Irgendwie muss das Verhältnis noch stimmen.

Ich stelle in den Filmen über die Natur fest: Wir zerstören uns sukzessive selbst. Weil wir unseren Lebensgrundlagen einfach zerstören.
Ich kann Dir sagen: Ich bin echt froh, schon über die Hälfte meines Lebens hinter mir zu haben.
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