Autor Thema: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen  (Gelesen 1278 mal)

Hermann215

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Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« am: 15. August 2018, 15:03:47 »
Sehr geehrtes Forum,
Erstmal ein Hallo und Danke für die Aufnahme!
Ich möchte meine Situation einmal schildern:
Immer wieder in unregelmäßigen Abständen hatte ich die letzten Monate ein ‚Gefühl‘, dass sich hinter mir etwas befindet. Obwohl ich bei klarem Verstand war und somit genau wusste, dass dies gar nicht der Fall ist, konnte ich nichts dagegen tun, dass sich mein Körper in diese Richtung dreht. Manchmal nur ganz kurz, manchmal hab ich allerdings auch mehrere Runden um die eigene Achse gedreht..
Gedacht hab ich mir dabei wenig.. wahrscheinlich lieber ignoriert und die Angst, es könne was ernstes sein, verdrängt.
Letzten Sonntag sollte sich das allerdings ändern. Ich hatte ein Fußballspiel und die Nacht vorher nur wenige Stunden geschlafen. Mein Frühstück bestand aus einem halben Brötchen, einer Tasse Kaffee und mehreren Zigaretten.
Vor dem Spiel war noch alles den Umständen entsprechend normal. Während des Spiels merkte ich jedoch schon eine extreme Ermüdung meines ganzen Körpers. Unmittelbar nach dem Spiel war es dann mal wieder so weit: Ich merkte, dass ich mich gleich wieder um die eigene Achse drehen würde. Doch dieses Mal blieb es nicht dabei. Nach und nach verkrampfte sich mein ganzer Körper und ich wachte erst im Krankenwagen wieder so richtig auf.
Der ‚Drehimpuls‘ wurde von den Ärzten im Krankenhaus als Aura erkannt. Der Anfall selber als ein epileptischer Anfall. Nun wurden eine Menge Tests gemacht, jedoch alles ohne Ergebnis.
Nun wollte ich einmal wissen ob jemand hier Erfahrung hat mit dieser Art von Aura. Ob der richtige Anfall trotz mehrfacher ‚Auraanfälle‘ in den letzten Monaten einmalig gewesen sein könnte.
Vielen Dank im Voraus!

kerzchen

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #1 am: 15. August 2018, 15:13:52 »
Hallo Hermann215 :)

herzlich Willkommen hier im Forum :)
Ich wünsche dir einen guten Austausch hier :)

Zu deinen Anfällen bzw der Schulderung fallen mir sog. Adversivanfälle bzw Rotatorische Anfälle ein, wo man sich "zwanghaft" in eine Richtung dreht. Da du das Gefühl (Aura) schon öfters hast, denke ich das es eher nicht einmalig war... da Auren ja auch schon Anfälle sind.. aber ich warte nun was meine Nachfolger sagen ;)

Viele Grüße kerzchen

Hermann215

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #2 am: 15. August 2018, 15:34:06 »
Hallo Kerzchen,
Danke für die schnelle Rückmeldung :)
Ich hab noch vergessen dazuzuschreiben, dass ich die letzten Monate generell einen sehr unnatürlichen und unregelmäßigen Schlafrythmus hatte..
Daher auch meine Hoffnung, dass die Aura durch meinen stätigen schlafentzug beziehungsweise durch teilweise viel zu viel Schlaf und so weiter kommt und ich das ganze Problem möglicherweise in den Geiff bekomme, wenn ich auch meine Schlafgewohnheiten normalisiere. Hat damit möglicherweise jemand Erfahrungen?

Meditester

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #3 am: 15. August 2018, 19:39:25 »
Herzlich Willkommen Hermann 215!

Es gibt hier Mehrere, die so ein zwanghaftes Verhalten haben.
So habe ich z.B. einen "Rechtsdrall", also es zieht mich stets nach rechts .
Wenn ich dann nach dem Hinknallen wach werde
muss ich erstmal abchecken wo ich gerade liege.

Die körperliche Belastung durch das Fußballspiel und wenig Schlaf begünstigen Anfälle.
Beobachte mal die weitere Zeit etwas intensiver.
Und schreibe dir Seltsamheiten auf.
Gehtst du regelmäßig zum Fußballspielen?
Vielleicht fallen ja den Mitspielern Ungereimtheiten auf.
Oft bekommt man selbst garnicht mit wenn man sich seltsam verhält,
einen kleinen Anfall hat.

Auf einen regen Austausch!
Meditester
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Hermann215

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #4 am: 15. August 2018, 20:44:26 »
Hallo Meditester,
Danke auch für deine Resonanz !
Da hätte ich eine Frage an dich: Hast du in den Momenten, in denen du dich drehst auf irgendeine Weise das Gefühl, dass sich hinter dir etwas befindet?
So ist es nämlich bei mir. Erst bekomm ich dieses eklige Gefühl, dass hinter mir sich etwas befindet, da ich aber bei klarem Verstand bin, kann ich mich oft gegen das drehen  wehren mit Augen schließen und tiefen durchatmen.
Ich habe im übrigen die letzten Monate einen leider etwas aus dem Ruder gelaufenen Graskonsum betrieben. Daher vermuten die Ärzte, dass es sich bei den Drehungen um eine Art Paranoia handelt und in keinem direkten Zusammenhang mit dem Anfall steht.
Den Anfall haben sie deswegen auch als einen einmaligen zunächst abgetan.
Ich selber bin mir da aber irgendwie nicht ganz sicher und habe daher seit dem Anfall fast durchgehend das unschöne Gefühl es könne jeden Moment wieder passieren..

Muschelschubser

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #5 am: 15. August 2018, 23:31:44 »
Hallo Hermann, auch von mir herzlich willkommen. Es wurde doch ein EEG bei Dir gemacht, oder? Und ein MRT? Oder steht das alles noch aus? Wie waren die Ergebnisse? Das kapiere ich in Deiner Vorstellung nicht ganz ...

Nimmst Du jetzt Medikamente oder nicht? Wenn das Ganze nur ein Gelegenheitsanfall war und Du Dein Leben (Schlaf, Kiffen) jetzt etwas besser "regelst", dann hättest Du doch Glück gehabt und sieh das mal als Warnschuss an  ;)

Grüße von der Muschelschubserin
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!

Hermann215

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #6 am: 16. August 2018, 09:43:07 »
Hallo Muschelschubserin,
Dankeschön für deine Antwort!
Bei mir wurde ein MRT, EEG und ein SchlafentzugsEEG durchgeführt - alles ohne bedenkliche Befunde.
Zur Sicherheit wurde dann noch eine Lumbalpunktion gemacht, dessen Ergebnisse allerdings erst in gut 2 Wochen eintreffen.
Nein Medikamente nehm ich noch nicht!
Ja vielleicht war es wirklich ein Warnschuss  :)

Meditester

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #7 am: 16. August 2018, 10:52:27 »

Hallo Hermann215!
Bei meinen Anfällen mit Drang zur rechten Seite zu gehen
handelt es sich um große Anfälle.
Erst nach dem Anfall, mit Sturz, merke ich dieses.
Mir wird schwarz vor Augen und ich wache auf,
stelle fest weiter rechts zu liegen als ich vorher gegangen bin.
Diese Sturzanfälle sind ohne jegliche Vorzeichen.

Meditester
                               :axt:
(Nimm die gelbe Ampel wahr ehe sie auf Rot umstellt!
Also stelle dein Leben um, ohne Kiffen und
versorge deinen Körper mit geregelten Schlaf!)
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Hermann215

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #8 am: 16. August 2018, 12:00:13 »
Ok, vielen Dank euch allen schonmal, scheint eine tolle Community zu sein!!
@Meditester das scheint dann ja schonmal etwas anders zu sein als bei mir, da ich immer bei voll klarem Verstand bleibe, wenn diese körperdrehungen losgehen.. - abgesehen natürlich von dem großen Anfall, wobei ich auch bei dem noch die Drehungen, sowie das verkrampfen und zubodengehen voll mitbekommen habe.. erst dann bin ich vor schmerzen weggetreten.
Seit dem Anfall habe ich nun auch einen geregelten schlafrythmus und auch das kiffen gehört der Vergangenheit an - und das werde ich auch so weiterführen!
Seitdem hatte ich im übrigen auch noch keinen Anfall, beziehungsweise keine ‚aura‘, was vor dem großen Anfall schätzungsweise alle 2 Tage der Fall war!

Hermann215

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #9 am: 18. August 2018, 13:55:35 »
Hallo nochmal :)
Ich hatte ja bereits von meinen ‚kleinen‘ Anfällen vor meinem Grand-mal berichtet. Diese waren in sehr unregelmäßigen Abständen und es ging mir sowohl davor als auch danach immer sehr gut und ich fühlte mich normal.
Nun, seit ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, treten diese kleinen Anfälle plötzlich mehrmals täglich auf und ich fühl mich fast ununterbrochen der ‚gefahr‘ ausgesetzt, dass der nächste kleine Anfall kurz bevor steht. Das macht es mir sehr schwer in meinen Alltag hineinzufinden..
Ist es üblich, dass sich die kleinen Anfälle nach einem großen häufen oder spielt mir meine Psyche da nur einen Streich? Weil ich vielleicht im Unterbewusstsein einfach diese Angst habe der nächste könne kurz bevor stehen und damit weitere Anfälle herauskitzel?
Kurios ist zudem, dass ich während meines 4-tägigen stationären Aufenthaltes im KH nicht einen einzigen Anfall hatte und mich schon wieder in meinem Alltag gesehen hab und kaum abwarten konnte mich wieder mit Freunden zu treffen, Fußball zu spielen und so weiter. Außerdem frage ich mich halt auch warum ich mich zwischen den Anfällen so komisch fühle. Sonst kam es immer aus heiterem Himmel und ich hatte keinerlei Bedenken..
Ich hoffe mir kann da jemand weiterhelfen, denn ich möchte mich nicht mit dieser Krankheit zu Hause verstecken

yossarian

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #10 am: 18. August 2018, 22:57:52 »
Hallo Hermann,

Du hast uns sehr genau geschildert, wie dir die augenblickliche Symptomatik zu schaffen macht. Ich als Patient und medizinischer Laie kann aus dem, was Du uns schilderst, nur epileptische Anfälle erkennen in Form von Petit Mal, Absencen, Deja-vus, oder Auren.

Ich weiß von einigen Patienten, dass sie unter sogenannten Dauer-Auren leiden, einige nennen sie auch Auren-Status. Hergeleitet ist diese Bezeichnung vom „Status epilepticus“, das ist eine Aneinanderreihung großer Anfälle,  ohne Pausen dazwischen. Ein Notfall, der ärztliche Hilfe erfordert.

Da dich der derzeitige Zustand beunruhigt und Zukunftsängste aufkommen lässt, ist es aus meiner Sicht erforderlich, die Sache von Fachmedizinern, in diesem Fall von Epileptologen, prüfen zu lassen. Was könntest Du dazu tun? Aus meiner Sicht ist dazu erforderlich, eine Inventur zu machen. Nicht vom Warenlager, sondern von allen Krankheiten, die Du seit der Kindheit, besser noch seit der Geburt, hattest. Die Ärzte nennen das Vorgeschichte. Nimmst Du mittlerweile Medikamente?

Ich bin der Meinung und spreche aus eigener Erfahrung, dass fast alle Epilepsien ihren Ursprung haben. Entweder sind sie genetisch, oder es hat Traumen gegeben, oder die Geburt war schwierig, oder gleich nach der Geburt ist es zu gesundheitlichen Auffälligkeiten gekommen, oder es hat Kopfverletzungen gegeben, oder eine Impfung wurde nicht vertragen, oder bei älteren Patienten hat es einen  Schlaganfall gegeben oder es war exzessives Leben, oder Nikotin-, Drogen- oder Alkoholabusus, etc. Es stellt sich weiterhin die Frage, wie Du arbeitest? Ganz normal am Tage oder in Tag- und Nachtschicht? Ich finde, es ist an der Zeit, zurückzublicken.

Was ich mich jetzt alles gefragt habe, musst du hier nicht beantworten. Aber Du solltest schon alles schön sauber dokumentieren und übersichtlich darstellen. Bist Du schon älter? Ich finde, nur mit vielen Informationen vom Patienten sind Fachärzte in der Lage, weitere Fragen zu stellen, um eine Diagnostik durchzuführen, um zu konstruktiven Ergebnissen zu kommen. Denn erst mit der „richtigen“ Diagnose kann der Mediziner erste Versuche einer Therapie zu beginnen. Diese Informationen möchte ich dir mit auf den Weg geben. Ich  wünsche viel Erfolg und baldige Genesung! Bitte stelle uns weiterhin Fragen zum Krankheitsverlauf und berichte, sofern Du es magst,  über Neuigkeiten.

Liebe Grüße
yossarian


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Hermann215

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #11 am: 19. August 2018, 11:25:22 »
Hallo yossarian!
Vielen Dank für deine Antwort!
Ich habe mir das mit dem Status-epilepticus mal etwas näher angeschaut und bin mir ziemlich sicher, dass du da mit deiner Annahme richtig liegst.
Natürlich wäre es in meinem Fall nicht der lebensbedrohliche SE mit Grand-mal, sondern ‚nur‘ der SE von kleinen Anfällen.
Dennoch eine sehr wichtige neu gewonnene Erkenntnis, da ich in diesem Zusammenhang bisher auf keine Lösung gestoßen bin und schon dachte, mein Verstand spielt mir einen nicht endenden Streich!
Ich werde damit nächste Woche mal ein Klinikum aufsuchen!
Da ich bisher noch keine medis bekomme und bis auf die Tage im KH nach meinem Grand-mal keine weitere Behandlung hatte, habe ich noch keinen festen Arzt.
Habe nun schon versucht bei einigen Neurologen einen Termin zu ergattern, doch das stellte sich als weitaus schwieriger raus als gedacht, hat da vielleicht jemand Tipps, wie ich schneller an einen Termin komme? Denn momentan geht es mir wirklich nicht besonders. Und das von morgens bis abends.
Habe gestern einen kleinen Selbstversuch gestartet und bin mit einem Freund mit Bus und Bahn in die Stadt gefahren. Also umgekippt bin ich zwar nicht, aber ich hatte von Anfang bis Ende ein Gefühl der Abwesenheit und des Unwohlbefindens immer wieder wenige sekundenlange Auren und wollte eigentlich nur noch nach Hause.
Um auf einige deiner Fragen einzugehen:
Nennenswerte Krankheiten hatte ich keine. Klar war hier und da mal eine Erkältung, oder ein zwei Tage Fieber dabei, aber sonst eigentlich nichts.
Genetisch kann ich leider nur mütterlicherseits nachvollziehen, daher nicht auszuschließen!
Der interessanteste Punkt ist wahrscheinlich mein Leben die letzten 2 Jahre:
Mein schlafrythmus war in der Regel von etwa 3 Uhr morgens bis 12 Uhr Mittags.
Da ich mich für kein Studium entscheiden konnte, habe ich leider zwei Jahre nach dem Abi ‚verplempert‘. Klar hab ich gearbeitet, aber immer in Jobs, die mit meinem Rhythmus einhergingen.
Dazu habe ich in der Zeit relativ viel Gras konsumiert und Unmengen an Zigaretten geraucht, was ich jetzt, unabhängig ob es in Zusammenhang steht, bereue.
Kiffem tue ich nun gar nicht mehr, rauchen gewöhne ich mir derzeit nach und nach ab!
Ich bin im übrigen 21 Jahre alt.
Liebe Grüße

yossarian

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #12 am: 20. August 2018, 21:26:37 »
Hallo Hermann,

wenn ich den Inhalt Deiner Beiträge zusammenfasse, komme ich zu folgendem Ergebnis. Die komischen Gefühle begleiten dich bereits seit Anfang des Jahres. Mal mehr und mal weniger, selten mit Bewusstseinsverlust, mehr in der Art von Deja-vus und Auren.

Anfang August diesen Jahres ist es zu dem Zwischenfall auf dem Sportplatz gekommen. Du bist ein paar Tage im Krankenhaus gewesen und dort sind alle Untersuchungen gemacht worden, die zur Diagnose Epilepsie geführt haben.

Seitdem Du wieder zu Hause bist, kommt es fast täglich zu Anfällen, denn auch Auren, Deja-vus und Absencen sind als epileptische Anfälle zu werten, so die Neurologen. Das Krankenhaus hat Medikamente nicht verordnet, sondern festgestellt, dass weitere Behandlung bei einem niedergelassenen Neurologen erforderlich ist.

Deine gesundheitliche Lage spitzt sich immer mehr zu, so dass Du kaum noch in der Lage bist, dich selbst zu versorgen, an die Aufnahme einer Arbeit oder an den Beginn des geplanten Studiums ist nicht zu denken.

In dieser Lage würde ich bei einem  Neurologen anrufen und um einen zeitnahen Termin bitten. Ich würde berichten, dass es epileptische Symptome schon seit längerer Zeit gibt und es zu Beginn des Monats zu einem großen Anfall gekommen ist, der die stationäre Notfallaufnahme in einer Klinik erforderlich gemacht hat.

Ich gehe davon aus, dass man mir einen Termin für Mitte bis Ende Oktober d. J. nennen würde. Den würde ich zur Kenntnis nehmen und notieren. Außerdem würde ich darum bitten, mich doch zu informieren, wenn jemand seinen Termin absagt oder sonst terminlich etwas zu machen ist. Ich würde betonen, dass ich dem Besuch beim Neurologen höchste Priorität eingeräumt hätte und jedes andere Vorhaben dafür aufgeben würde.

Genau das Gleiche würde ich bei einem weiteren Neurologen veranstalten. Derjenige, von dem ich zuerst einen Termin erhielte, würde den Zuschlag erhalten. Bei dem anderen würde ich dann in aller Höflichkeit absagen.

Für dich gilt es, sofort alle Untersuchungsergebnisse aus der Klinik zu besorgen. Von der Lumbalpunktion, außerdem eine CD vom MRT Kopf. Alles andere steht in dem ausführlichen Arztbericht der Klinik. Wenn Du einen Hausarzt hast, hat vielleicht auch der alles bekommen, so könntest Du von dort alle Unterlagen in Kopie erhalten. Viel Glück!

Liebe Grüße
yossarian
« Letzte Änderung: 20. August 2018, 21:29:08 von yossarian »

Hermann215

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #13 am: 06. September 2018, 20:05:32 »
Moin nochmal,
Etwas nachträglich wollte ichnoch eine weitere Frage stellen.
Meine ‚Auren‘ drücken sich ja so aus, dass ich das dringende Bedürfnis verspüre mich nach rechts mit meinem Kopf zu drehen. Dazu hab ich das Gefühl, dass da etwas ist und ich mich dahin sehen muss, obwohl ich bei klarem verstand bin und genau weiß, dass da natürlich nichts ist.
Zu dieser Art hab ich irgendwie nichts in meiner Internet-Recherche finden können. Kennt jemand diese Form, oder sind es wohlmöglich gar keine auren, sondern noch etwas anderes?
Zudem hab ich auch außerhalb dieser auren nach wie vor fast durchgängig ein leicht komisches Gefühl. Nicht wirklich schlimm aber als ob ein Schleier über mir läge und ich etwas neben mir stünde.
Kennt sich damit vielleicht jemand aus? In den meisten Fällen, so wie ich gelesen habe, fühlen sich epileptiker ja ganz normal zwischen den Anfällen. Also haben keine Auswirkungen ansonsten. Medikamente nehme ich nach wie vor nicht
Liebe Grüße
« Letzte Änderung: 06. September 2018, 20:08:52 von Hermann215 »

Meditester

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Re: Erläuterung meines Falls und grundsätzliche Fragen
« Antwort #14 am: 07. September 2018, 11:04:34 »

Hallo!
Im KH ist meist nicht soviel Unruhe und Arbeit wie zuhause.
Daher bleiben bei Einigen Anfälle aus.
Bei Mehreren hier ist nach einem Anfall noch ein nachwirkendes
komisches Gefühl.

Warum nimmst du keine Medi?
Sträubst du dich gegen einen Neurologen oder findest du Keinen?
Und wie sich die Epi zeigt ist sehr unterschiedlich,
bei Jedem speziell.
Hat denn Jemand mal denTag über dein Verhalten gesehen?
Selbst kriegt man ja nicht immer Alles mit.

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