Autor Thema: tägliche "Entzugsanfälle"? / Wirkung von Benzos bei Dissoziationen  (Gelesen 896 mal)

Elka

  • ... gehört hier zum lebenden Inventar.
  • ****
  • Beiträge: 755
Hallo,

entschuldigung an Alle, dass ich wieder ein neues Thema eröffne. Denn eigentlich habe ich Folgendes irgendwo schon angefragt, aber derzeit beschäftigt mich die Epi und vieles drum rum doch wieder sehr und es besteht viel Grübelei/Angst vor anstehenden Untersuchungen.

Aber zu dem Betreff:

Ich weiß, dass Clobazam dazu neigt, seine Wirkung nach einiger Zeit zu verlieren, so dass erhöht werden muss.
Ich weiß nicht, ob anderthalb Jahre häufige (ca. 3-5 Mal wöchentlich) und seit einem halben Jahr tägliche Einnahme viel sind
(10mg frühs und fast täglich 5-15 mg nachmittags/abends als Bedarf (bei Körpergewicht unter 50kg)),
aber auffällig ist, dass es anfangs gut wirkte und ich nachmittags keine Bedarfsdosis brauchte, inzwischen aber fast regelmäßig ab einer gewissen Zeit "Probleme" bekomme.

Wichtig ist zu wissen, dass ich eine therapieschwierige Epi habe mit Verdacht auf häufigen Auren-Status,
aber auch dissoziative Anfälle/Zustände und beides nicht immer gut zu trennen ist.

Die "Probleme" scheint man mir eher anzusehen, als dass ich sie selber merke, ich selbst verspüre nur eine stärker werdende Abgeschlagenheit/Müdigkeit, komisch-typische Bauchkopfübelkeiten/Andersartigkeiten, wenn es stärker wird Verlangsamungen, Störungen in Sprache/kognitive Fähigkeit bzw. irgendwie Schwierigkeiten in "Planung-Handlung", d.h. motorische Verlangsamung (d.h. eher rückwirkend wird mir das mit den Verlangsamungen/Problemen alles bewusst, weniger wenn ich "drin hänge") und komischerweise nach rechtzeitiger Benzogabe nach gewisser Zeit einen "freien" Kopf und wiederkehrende Wachheit.

Die "Probleme" treten nun fast jeden Nachmittag auf, bin ich allein,
verkrieche ich mich dann ins Bett ohne mehr richtig wach zu werden.


Frage:
Kann es sein, dass sich der Körper einfach an das Clobazam gewöhnt hat und nachmittags auf "Entzug" ist, so dass er mehr möchte?
Können das "Entzugsanfälle" sein und weder Auren noch psycho?
Oder doch eher psycho?


Und: Würden das auch gesunde Menschen bekommen, die gar keine Epi haben, es heißt ja, dass bei Benzoentzug Menschen Epianfälle bekommen können.
Kann es also sein, dass ich einfach keine Auren habe, sondern dies nur ein normaler Abbauprozess ist, der einfach müde macht und durch den man "durch muss", ohne wieder Benzos einzunehmen (denn diese bekomme ich dann leider wieder)?


Dass bei dissoziativen Anfällen Benzos auch wirken, weiß man, sie sind ja beruhigend bzw. evtl. zum Teil auch als Placebo wirkend (und sie sind natürlich ein no go bei dissoziativen Anfällen), ich frage mich immer, ob dies dann solch eine Placebowirkung bei mir ist oder ob es doch Auren sind.

Mmmmh, in einem anderen Thread hatte ich dies schon diskutiert, und Rückmeldung bekommen,
dass bei Auren Benzos mitunter wach machen und nicht müde (so auch meine Erfahrung).
Würden sie dieses auch bei dissoziativen Phänomenen bewirken oder dann eher müde machen?


Entschuldigung, jetzt habe ich doch wieder zwei statt einer Frage gestellt:
- täglicher "Entzugsanfall"?
- wie wirken Benzos bei dissoziativen Anfällen - wirken sie in ihrem Nebenwirkungsspektrum anders als bei Auren (ich werde davon eher "klar", wieder wach, fitter, es sei denn, ich weigere mich gegen die Benzoeinnahme und die "Auren" dauern sehr lange an bzw. kommen über Stunden immer wieder).

Entschuldigung für die vielen neuen Threads, bitte auch gerne verschieben oder löschen, wenn es zu viel ist.

Dankeschön,
Elka

 

kerzchen

  • ... findet sich im Forum zurecht wie in der eigenen Westentasche.
  • ***
  • Beiträge: 234
  • Verliere niemals dein Lachen!
Re: tägliche "Entzugsanfälle"? / Wirkung von Benzos bei Dissoziationen
« Antwort #1 am: 01. September 2018, 11:04:59 »
Hallo Elka :)

ich möchte dir versuchen zu Antworten :)

Du hast gesagt das du den Eindruck hast das es nun an Wirkung verliert? Ich Kenne das Medikament zwar an sich nicht, weil ich es nicht einnehme. Und ich weiß auch nicht ob es bei AE an Wirkungsnachlass nach einiger Zeit Studien gibt...
 Grundsätzlich ist das aber denkbar das es auftreten kann. Denn es baut sich ja ein Spiegel im Blut auf. Und es kann evtl schon sein, das sich der Körper daran gewöhnt und "mehr" braucht.
Das ist ja auch bei anderen Medis wie z.B. Schmerztabletten so. Wie gesagt vermute ich dies aber nur. Hast du schonmal mit deinem Neuro darüber gesprochen? Was sagt er dazu?

Was auch sein kann- ich frage dich einfach mal: Gibt es irgendwas was sich in der Zeit bestimmtes VErändert hat bei dir? Lebensführung etc? Es kann nämlich auch daran liegen das irgendwas anders ist und dein Körper deswegen so reagiert? Hast du evtl Stress in letzter Zeit?

Bezüglich der Mediwirkung denke ich das eben jeder Mensch anders reagiert. Der eine wird müde, der andere fit. Da ist denke ich jeder anders. Genau wie mit den NW.

Ich würde da mal genau den Neuro löchern!

Viele grüße kerzchen :)

Elka

  • ... gehört hier zum lebenden Inventar.
  • ****
  • Beiträge: 755
Re: tägliche "Entzugsanfälle"? / Wirkung von Benzos bei Dissoziationen
« Antwort #2 am: 01. September 2018, 15:07:47 »
Hallo Kerzchen,

danke für Deine Antwort.

Zunächst als Info: Clobazam ist ein Benzo, so wie Tavor u.a., als einziges Benzodiazepin jedoch in der Behandlung eher therapieschwieriger Epilepsien als tägliches antiepileptisches Zusatzmedikament (nehme noch ein anderes AE) zugelassen.
Daher auch meine Frage bezüglich der Müdigkeit, denn normalerweise machen Benzos eher müde, nehme ich es als Akutbedarf bei Auren, werde ich aber wach und klar im Kopf.

Dass Problem, dass es mit der Zeit an Wirkung verliert, ist wohl bekannt und tritt häufig auf, so dass erhöht werden muss, dies hat mir auch mein Epileptologe gesagt (bei mir wurde das Medikament innerhalb von anderthalb Jahren bereits auf die 4-fache Dosis erhöht).

Meine Frage ist nur, ob es sein kann, dass inzwischen innerhalb eines Tages bereits ein Wirkungsnachlass bzw. Mediabbau eintreten kann, der dazu führt, dass stets nachmittags wieder Auren auftreten.
Normalerweise reichte die Morgendosis, um anfallsfrei durch den Tag zu kommen, inzwischen aber kommen immer häufiger nachmittags die bekannten Symptome wieder, so dass es eine zweite Dosis braucht.
?


Zitat
Gibt es irgendwas was sich in der Zeit bestimmtes VErändert hat bei dir? Lebensführung etc? Es kann nämlich auch daran liegen das irgendwas anders ist und dein Körper deswegen so reagiert? Hast du evtl Stress in letzter Zeit?

Diese Frage ist immer wichtig, allerdings hat sich nach Außen hin nichts verändert. Fakt aber ist, dass ich auch psychische Erkrankungen habe und meine Annahme ist, dass diese immer in irgendeiner (unbewussten) Weise "Stressoren" sind, die auf Psyche/Körper einwirken, wenn auch nicht offensichtlich und selbst, wenn man von der Erkrankung akut nichts merkt.


Zitat
Ich würde da mal genau den Neuro löchern!

Der nächste Termin beim Epileptologen dauert noch sehr lang und bringt letzlich auch nicht viel ("Sie haben nun einmal ein Konglomerat an verschiedensten Erkankungen ..."), da ich das Benzo ja eigentlich absetzen, dies aber niemand ambulant machen möchte und ich daher ins Krankenhaus muss.

Er meinte nur vor einiger Zeit, der Wirkungsnachlass sei normal und auch, dass die selbst- und fremdbeschriebenen Symptome für ihn eindeutig nach Auren/Anfällen klingen.

Ich bin diesbezüglich einfach unsicher, da es ja keinen eindeutigen Nachweis für die derrzeitigen Symtpoem gibt (nur Verrdacht auf Aurenstatus, daher auch das BEnzo, versus Dissoziation), sondern die "Diagnose" nur auf der Beobachtung spezialisierten Personals und der Schilderung gegenüber erfahrenen Epileptolgogen beruht.

Daher beschäftigt mich die ganze Sache nach Jahren nun doch wieder mehr, auch wegen dem geplanten Monitoring und der unterschiedlichsten Aussagen betreffs dem Nachweis und den EEG-Auffälligkeiten während Auren, die angeblich nicht immer ersichtlich sein müssen.
Also, was passiert, wenn zwar Auren auftreten, im EEG aber nichts zu sehen ist ... ??
 


Nun ja, vielleicht hat ja noch jemand Erfahrungen mit dem Wirkungsnachlass bei Clobazam?

Einen schönen Nachmittag an Dich, Kerzchen, und an alle Mitleser.
Elka

(Im Übrigen beginnen gerade besagten "Symptome" und ich weiß, sass ich spätestens in 20 mtinuten im Bett lande, bin ich allein und habe dei Wahl, nehme ich freiwillig nachmittags das Bedarfbenzos nicht ...  Benzos sind blsöd  8))
   

Aoife

  • ... hat sich hier gut eingelebt.
  • **
  • Beiträge: 45
Re: tägliche "Entzugsanfälle"? / Wirkung von Benzos bei Dissoziationen
« Antwort #3 am: 01. September 2018, 23:20:11 »
Hallo Elka,

ich weiß ja um diese blöde Unsicherheit mit den Symptomen und wie man sie nun einzuordnen hat, aber von "außen" würde ich da deinem Neuro Recht geben: Das hört sich schon sehr typisch an und dass du von dem Benzo "klarer" statt müde wirst, wie du in dem anderen Thread schreibst, passt ja auch eher zu Auren? Ich würde davon ausgehen, dass sie bei psychischen Symptomen eher "klassisch" beruhigend wirken.
Und den Wirkungsnachlass innerhalb von 24h kann es geben, deshalb werden die Dosen ja manchmal auch verteilt über den Tag gegeben.
Ach, Elka, das klingt ja alles momentan sehr unschön; ich hoffe dir geht es bald wieder besser!  :tröst:

Aoife

Aoife

  • ... hat sich hier gut eingelebt.
  • **
  • Beiträge: 45
Re: tägliche "Entzugsanfälle"? / Wirkung von Benzos bei Dissoziationen
« Antwort #4 am: 12. Oktober 2018, 15:58:47 »
Noch einmal ein Nachschub aufgrund jüngster Erfahrungen:

Entschuldigung, jetzt habe ich doch wieder zwei statt einer Frage gestellt:
- täglicher "Entzugsanfall"?
- wie wirken Benzos bei dissoziativen Anfällen - wirken sie in ihrem Nebenwirkungsspektrum anders als bei Auren (ich werde davon eher "klar", wieder wach, fitter, es sei denn, ich weigere mich gegen die Benzoeinnahme und die "Auren" dauern sehr lange an bzw. kommen über Stunden immer wieder).
Bei mir kann von Entzugserscheinungen im Sinne einer physischen Abhängigkeit noch keine Rede sein aufgrund der kurzen Anwendungszeit, aber bei mir tauchen die Auren nach ca. 18 Stunden wieder auf und das war bei einem sehr, sehr milden Cluster. Könnte mir also gut vorstellen, dass ein heftigeres Cluster sich noch früher zurückmeldet. Dass es also nach 8 Stunden wieder losgeht, klingt also nicht unwahrscheinlich, je nachdem wie der individuelle Spiegel bei dir ist?
Zu dissoziativen Anfällen kann ich nichts sagen, aber mich hat Frisium nach den Auren auch eher aufgeweckt und klarer gemacht. Von sedierender Wirkung war nichts zu spüren, was mich sehr verwunderte. In der Literatur habe ich dazu nichts gefunden, aber das wäre ja mal eine interessante Untersuchung.

Amazönchen

  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 11.863
    • Total-Normal
Re: tägliche "Entzugsanfälle"? / Wirkung von Benzos bei Dissoziationen
« Antwort #5 am: 12. Oktober 2018, 19:13:18 »
Elka
Ich habe wieder leichte einfach-fokale Anfälle gekriegt, als ich mehr Stress hatte. Und nicht weil ich auf "Benzo-Entzug" war. Ich war auch zusätzlich müder, weil der Arbeitsweg länger war und der Stress kam ja dazu. - Ja, 2 mg Clonazepam mehr wäre absolut genial gewesen. Anfälle weg weggeblasen. Nur war es um 14.00 Uhr bereits ein Kampf gegen den Schlaf. - Ich entschied mich für die Anfälle.....

Irgendwann bin ich halt mit dem Rivotril (Clonazepam) an den Anschlag gekommen, als es von den NW nicht mehr höher ging. Das war bei 10 mg. Und irgendwann war's dann auch - von den NW abgesehen, unwirksam.

Als Placebo hat es bei mir schon lange nicht mehr gewirkt. Leider, es wäre mir egal gewesen.

Aber weisst Du, Colanzepam ist nicht Clobazam. Und ich bin nicht Elka   ;-)
Was Medis und Epi betrifft, bin ich auch störrisch, habe aber zusätzlich keine DA. GsD.
Rechtschreibfehler sind gewollt und dienen lediglich der Belustigung der Foren-Teilnehmer