Autor Thema: Können solche "Erlebnisse" in der Nacht mit Epilepsie zu tun haben?  (Gelesen 725 mal)

Maramya909

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Liebe Community,

ich habe heute auch mal wieder eine Frage an euch.

Ich habe eine generalisierte Epilepsie mit Absencen und - wahrscheinlich, aber nicht nachgewiesen - Anfälle im Schlaf (das einzige Sympton ist ein Zungen-oder Lippenbiss). Das Langzeit-EEG über 24 Stunden war unauffällig. Das liegt aber jetzt auch schon über ein Jahr zurück.

Vorletzte Nacht hatte ich ein ganz seltsames Erlebnis. Ich war vielleicht so im Halbschlaf und sah plötzlich grelle Kreise. Gleichtzeitig hatte ich das Gefühl, als wenn ein Auge anfing zu zucken. Davon wurde ich wach. Ich wollte panisch auf die Zeitanzeige meines Weckers gucken und bemerkte dabei, dass ich dieses Auge in dem Moment nicht öffnen konnte!

Kann das etwas mit der Epilepsie zu tun haben?

Bei der generalisierten Form ist man ja normalerweise bewusstlos und dürfte das doch dann gar nicht mitbekommen, oder?

Das Komische ist auch, dass ich meine Zungen-und Lippenbisse im Schlaf im Unterbewusstsein spüre. Ich spüre den Schmerz, schlafe aber weiter.
Heute Morgen bin ich mit einer schmerzenden Schramme auf der Zunge und einer tiefen Kerbe in der Lippe aufgewacht. Das Beißen habe ich ganz kurz bemerkt, bin aber davon nicht wach geworden. Ich war auch den ganzen Tag sehr müde und gereizt.

Ich habe Angst, dass das Anfälle im Schlaf sind, obwohl ich Lamotrigin 75-0-75 mg nehme!

Was meint ihr dazu?
Sollte ich versuchen, kurzfristig einen Termin bei meinem Neurologen zu bekommen?

Liebe Grüße,
Maramya

Muschelschubser

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Re: Können solche "Erlebnisse" in der Nacht mit Epilepsie zu tun haben?
« Antwort #1 am: 07. September 2018, 22:32:27 »
Hallo Maramya, ja, das würde ich an Deiner Stelle versuchen. Also Montag. Es ihm genauso erzählen, wie Du hier geschrieben hast. Das ist ja seltsam, dass Du das sozusagen mitbekommst...

Viele Grüße und alles Gute Dir!
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Amazönchen

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Re: Können solche "Erlebnisse" in der Nacht mit Epilepsie zu tun haben?
« Antwort #2 am: 08. September 2018, 17:58:33 »
Hallo

Ich schliesse mich Muschelschubser an.
Ein Monitoring in einem zertifiziertem Epilepsie-Zentrum wäre sicher angebracht. Die gehen mehr als nur 24 Stunden. Ich weiss ja nicht, wo Du warst, aber evtl. waren die nicht so top ausgerüstet?

Schreibe Dir bitte alle Fragen an den Neuro - ist er auf Epi spezialisiert? - auf.
Und schreibe Dir evtl. auch die Antworten auf. Oder frage, ob Du das Handy (Diktierfunktion) laufen lassen darfst.
Rechtschreibfehler sind gewollt und dienen lediglich der Belustigung der Foren-Teilnehmer

Maramya909

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Re: Können solche "Erlebnisse" in der Nacht mit Epilepsie zu tun haben?
« Antwort #3 am: 12. September 2018, 17:18:30 »
@ Muschelschubser

Ich finde es auch seltsam, dass ich solche Vorfälle mitbekomme, da ich ja definitiv keine fokalen Anfälle haben soll!

Leider habe ich erst für Mitte Oktober einen Termin bei meinem Neurologen. Wenn nichts Schwerwiegendes passiert ist, muss man diese Wartezeit wohl meistens in Kauf nehmen.

@ Amazönchen

Ich werde meinen Neurologen beim nächsten Termin mal fragen, ob eine Untersuchung in einem Epilepsie-Zentrum angebracht wäre. Er ist nicht auf Epilepsie spezialisiert, aber nach anfänglichen Zweifeln glaube ich schon, dass er kompetent ist.

Nach dem Ergebnis des Langzeit-EEGs war ich auch skeptisch. Ich bekam in der neurologischen Abteilung eines allgemeinen Krankenhauses so ein mobiles Teil, mit dem ich nach Hause ging. Am nächsten Tag wurden die Elektroden wieder entfernt.
Im Befund stand leider, dass es nicht optimal gelaufen ist. Schon in der Nacht lösten sich die ersten Elektroden und am frühen Morgen brach die komplette Ableitung ab. Also konnte das EEG nicht vollständig ausgewertet werden. Man schloss einfach eine Epilepsie aus.  :-\

Heute hatte ich mit Sicherheit wieder eine Absence.

Ich mache zur Zeit eine Weiterbildung und da liegt mir ein Fach besonders, wo ich mich auch immer ganz gut konzentrieren kann. Doch heute hatte ich, als ich meine Lösungen vorlesen sollte, plötzlich einen Aussetzer. Ich hatte gerade angefangen vorzulesen, als alles vor meinen Augen verschwamm. Ich konnte nichts mehr erkennen und auch kein Wort rausbringen. Die Dozentin fragte, was los sei und ob ich meine eigene Schrift nicht mehr entziffern könne. Ich war kurz noch etwas verwirrt, konnte dann aber weiter vorlesen.

Eigentlich kenne ich es so, dass ich bei einer Absence einen totalen Blackout habe. Heute war es aber eher wie ein Dämmerzustand. Ich war nicht ganz weg, konnte aber auch nicht reagieren.  :huh?:

Liebe Grüße,
Maramya

Muschelschubser

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Re: Können solche "Erlebnisse" in der Nacht mit Epilepsie zu tun haben?
« Antwort #4 am: 13. September 2018, 22:40:54 »
Hallo Maramya, Dein Neurologe wird vielleicht nicht begeistert sein, wenn Du in ein Epi-Zentrum willst (z.B. Kehl-Kork, Bielefeld-Bethel, Erlangen, Bonn ...), weil er seine Kompetenz in Frage gestellt sieht. Aber Deine EEG-Ableitung ist ja wirklich besch... verlaufen.

Es ist Dein Recht, mindestens eine Zweitmeinung einzuholen. Epi-Zentren haben eine laaaange Wartezeit. Aber das sollte grundlegend geklärt werden bei Dir.

Viel Glück!
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Meditester

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Re: Können solche "Erlebnisse" in der Nacht mit Epilepsie zu tun haben?
« Antwort #5 am: 16. September 2018, 11:46:36 »

Hallo Maramya!
Kläre es bitte mal mit deinem (Vertrauens-)Arzt ab!
Vielleicht gibt ja ein Monitoring Aufschluss.
So manch Seltsames habe auch ich schon im Schlaf erlebt.

Zur Mittagsruhe hingelegt passierte es mir manchmal als würde ich Karussell fahren.
Es war so ein drehendes, seltsames Gefühl im Kopf.
Verkrampfungen waren nicht. Aber es war auch kein tiefer Schlaf möglich.

Ist denn deine Medi-Dosis in Ordnung?
War da mal eine Kontrolle?
Deine geschilderter Ausfall beim Vorlesen hört sich nach einer Aura an.
Zungenbiss, in abgeschwächter Form, schaffe ich manchmal auch beim Essen,
wenn ich abgelenkt bin.
            >:-(
Meditester
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Maramya909

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Re: Können solche "Erlebnisse" in der Nacht mit Epilepsie zu tun haben?
« Antwort #6 am: 16. September 2018, 14:41:10 »
Danke für eure Antworten.

@ Muschelschubser

Mein Neurologe wird bestimmt seine fachliche Kompetenz in Frage gestellt sehen, das weiß ich. Da er eh kein besonders selbstsicherer Mensch ist, wird er es mir übelnehmen.
Nur muss ich jetzt an mich denken und daher werde ich ihn beim nächsten Termin bitten, mir eine Überweisung zu einem Epilepsie-Zentrum auszustellen.

Bei mir geht es inzwischen so weit, dass ich Zweifel habe, ob die Diagnose überstimmt stimmt.
Doch ich würde mich nie auf die Auswertung des Langzeit-EEG verlassen. Das ist mehr als schlecht gelaufen!

@ Meditester

Weißt du, ob dieses Gefühl während der Mittagsruhe, Karussell zu fahren, mit deiner Epilepsie zu tun hat?
Dieses Gefühl habe ich nämlich auch ab und zu! Es vergeht aber nach kurzer Zeit und dann kann ich einschlafen.

Ich beiße mir während es Essens auch schon mal leicht in die Zunge oder Lippe. Da ich das schon als schmerzhaft wahrnehme, wundere ich mich jedes Mal, wieso ich dann von den Bissverletzungen in der Nacht nicht wach werde. Die sind nämlich teilweise um einiges schlimmer als die leichten beim Essen.

Ich habe schon mal von einer Aura vor epileptischen Anfällen gelesen.
Nur: kann man denn auch eine Aura haben, ohne dass ein Anfall folgt?
Ich kenne das nämlich von meiner Migräne, die ich schon seit Jahren regelmäßig habe. Seit einem Jahr habe ich auch schon mal eine Migräneaura mit Wahrnehmung von bunten gezackten Figuren und Gesichtsfeldausfällen, ohne dass überhaupt Kopfschmerzen folgen.

Laut meinem Neurologen ist die Medikamentendosis optimal. Es wurde im Mai noch kontrolliert.  :\

Liebe Grüße,
Maramya
« Letzte Änderung: 16. September 2018, 14:47:24 von Maramya909 »

Meditester

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Re: Können solche "Erlebnisse" in der Nacht mit Epilepsie zu tun haben?
« Antwort #7 am: 17. September 2018, 11:18:57 »
Hallo Maramya!
Das Gedrehe im Halbschlaf ist echt blöd.
Ich denke das es Anfälle sind.
Es ist ein echt beängstigendes Gefühl,
oft so als würde der Körper in ein Loch fallen.

Schmerzmäßig bin ich wohl schon etwas "abgehärtet."
Durch Keppra, welches nicht gut wirkte,
war ich oft handlungsverzögernd in meinen Reaktionen.
So habe ich manche Kontakte mit Ofen oder auch Straße erlebt.

Eine Aura ist schon eine Anfallsform.
Und es muss danach nicht unbedingt ein größerer Anfall folgen.
Nachts bei GM hatte ich auch den Zungenbiss als die Intensität der Anfälle zunahm.
Da nicht bei "aktiver Anwesenheit" im Falle eines GM bekam ich nie etwas vom direkten Anfall mit.
Erst beim Erwachen morgens spürte ich die Auswirkungen.

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