Autor Thema: Weinen während Anfall/Aurenserie?  (Gelesen 530 mal)

Elka

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Weinen während Anfall/Aurenserie?
« am: 30. September 2018, 22:15:07 »
Hallo an Alle
und entschuldigung, dass ich schon wieder ein neues Thema eröffne.

Nur komme ich mir selber verrückt vor und erhoffe Rückmeldungen, ob vielleicht manch anderer Ähnliches bereits erlebt hat.

Es geht gar nicht so sehr um die Aurenform als um die Auswirkungen bzw. Begleiterscheinungen.

Angeblich habe ich häufige Auren inklusive Verdacht auf Aurenstaten, sicher bin ich mir selbst jedoch nicht, da ich immer in Richtung Psyche tendiere (oder hoffe .. ?) bzw. bleibt ja auch noch der Verdacht neben der Epi auch Dissos zu haben.

Früher hatte ich richtige Auren mit folgenden komplex-fokalen Anfällen, nach Mediumstellung ist es nun eher so, dass sich "etwas" einschleicht bzw. kurz bemerkbar macht.
Es ist aber nicht mehr so stark wie früher, so dass ich es selbst kaum mehr merke bzw. dann einfach im Tagesgeschehen weitermache. Manchmal ist es eine kurze unangenehme schwer zu fassende Übelkeit, die aber nur ganz kurz, eher leicht da ist und wieder verschwindet.
Ich achte nicht darauf. Nur nach einiger Zeit scheine ich schon "drin" zu sein, kann es immer nur im Nachhinein wirklich fassen, da ich - v.a. von Außenstehenden rückgemeldet - verlangsamter bin, sowohl motorisch wie sprachlich und diese Verlangsamung immer weiter zunimmt, ich merke zwar "etwas", aber dieses etwas ist so .... schwer in Worten.
Es macht nur so müde und den Kopf anders, obwohl es im Bauch sitzt. Ist es stärker, steigt das Bauchgefühl in den Kopf, Sprache, richtige Reaktion fällt schwer bzw. ist nicht mehr möglich.

Außenstehende melden zurück, dass schon zu Beginn immer die selbe Augen/Gesichtsseite zu hängen beginnt und dies im Verlauf immer schlimmer wird.
?

Dass ich wirklich etwas hatte, fällt mir selbst erst auf, indem ich eine "Klarheit" merke, die vorher nicht da war und auch Sprache braucht zwar noch etwas, funktioniert aber wieder - rückgemeldet: das Auge ist wieder normal und hängt nicht mehr. Diese Klarheit ist bemerlenswert, da vorher im Kopf etwas anders war und überhaupt "etwas" anders machte, aber es ist schwer zu greifen und meist erfasse ich die vorherige Andersartigkeit wirklich erst, wenn ich "draussen" bin.


Manchmal merke ich doch, wie die Klarheit wieder schwindet und das unangenehme Gefühl aus dem Bauch wieder kommt. Dann wieder klar. Dann wieder Beginn oder stärker werdender Anfall. Dann wieder klar.
Das kann so über längere Zeit/Stunden gehen, bis ich gar nicht mehr "raus" komme.

Jetzt zur Frage: Das Bauchgefühl, was aufsteigt, ist unheimlich unangenehm, dass ich manchmal direkt weinen muss, geht es wieder weg, ist es in Ordnung, doch manchmal sind die Anfälle stärker und ich muss heulen, wohl als Reaktion auf das Erleben. Das Heulen ist zwar nur kurz, aber trotzdem,  mir sehr peinlich, vor Leuten passiert es auch nicht.

Aber ist das nicht eher ein Zeichen für psychogene Anfälle? Ich dachte Weinen im Anfall ist eher ein Indiz dafür, es sei denn, man hat Auren mit psychischen VEränderungen (die ich angeblich auch haben soll, aber das Weinen ist wohl eher eine Reaktion, denn es tritt eher nur auf, wenn sich die Auren über längere Zeit hinziehen bzw. stärker werden).
Außerdem suche ich dann meist, wenn ich im Bett bin, irgendetwas, ein Kissen, zum "Kuscheln", aber das klingt wahrscheinlich wie Kindergarten, etwas gaga... zudem, wenn das Bauchgefühl kommt, setze ich mich meist auf oder lehne an, da Liegen dann unangenehm.

Frappierend finde ich, dass nach Frisiumgabe der Spuk nach ca. halben Stunde zu Ende ist, auch wenn sich vorher Auren/Anfälle über Stunden, den Tag über hinzogen.


Wollte nur wissen, ob manche von Euch auch weinen während eines Anfalls, ich merke, dass es manchmal dann ist, wenn das Bauchgefühl in den Kopf steigt und die "Andersartigkeit" noch stärker wird, ein einzelner Anfall bringt nicht zum Weinen, nur wenn ich Tage mit vielen solcher Erlebnisse hatte bzw. Tage davor voll von diesen waren - irgendwann kann man nicht mehr. Wobei das Weinen auch wieder verschwindet, wenn das Bauchgefühl wieder weg ist...

Aber ist es eher Panik, steigert man sich da in etwas hinein, ist es psychogen, oder ist es wirklich einfach unangenehm, so das Weinen manchmal auch normal ist
?

Mmmh, gaga oder normal, das ist die Frage.

Entschuldigung, ich schreibe immer so viel.
Danke, falls dies jemand liest, vielleicht gibt es ja Erfahrungen.

Einen schönen Abend, Elka







spike

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Re: Weinen während Anfall/Aurenserie?
« Antwort #1 am: 02. Oktober 2018, 12:46:51 »
Hallo Elka,

bei meinen Auren fühle ich mich so bescheiden, dass mir mit der Zeit alles Recht ist, sogar ein Anfall, nur damit dieses Gefühl aufhört.
Direkt Weinen musste ich noch nicht, aber mir ist danach zumute. Das kann ich gut verstehen.

Aber warum wundert es dich, dass Frisium zum  Durchbrechen des  Anfalls/ Aura führt und damit der Spuk vorbei ist?

Ich denke, dass Anfälle dem armen Hirn "viel in die Suppe spucken" und dadurch eben auch psychische Symptome auftreten können.
Nach manchen Anfällen bin ich super mißtrauisch, gelegentlich bis zur Grenze der Psychose, bei anderen ist nichts. Ich weiß das mittlerweile und lass mir alles was so um mich herum passiert von meinem Mann bestätigen - dem Einzigen, dem ich dann vertraue. Nach ein paar Tagen ist alles wieder normal.
Durch mein gestörtes Gedächtniss nach dem Anfall beschimpfe ich ihn leider trotzdem, weil alles was länger als 5 min her ist, habe ich wieder vergessen. Fazit: ich glaube, er kommt mich nie besuchen, auch wenn er eben vor 15 min gegangen ist... Auch das Normalisiert sich in ein paar Tagen wieder.

Liebe Elka, ich denke, unser Verhalten, Handeln, Denken, Fühlen wird primär vom Gehirn gesteuert. Wenn da etwas durcheinander gerät - ein Epileptischer Kurzschluß - ist es auch nicht verwunderlich, dass all diese zentralen Vorgänge gestört sind.

LG, Spike

Elka

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Re: Weinen während Anfall/Aurenserie?
« Antwort #2 am: 11. Oktober 2018, 21:34:12 »
Hallo spike,

schön von Dir zu lesen und vielen Dank für Deine nette Antwort, das tut immer wieder gut.

Zitat
bei meinen Auren fühle ich mich so bescheiden, dass mir mit der Zeit alles Recht ist, sogar ein Anfall, nur damit dieses Gefühl aufhört.

Oftmals wage ich diesen Gedanken gar nicht auszusprechen, denn für Außenstehende mag es schon seltsam erscheinen, warum man sich einen richtigen Anfall "herbeisehnt", aber genau so ergeht es mir auch, dass viele Auren eher zermürben, schwächen und so ... gaga machen, den ganzen Tag schlafen bzw. bettfertig machen, als ein heftigere, dafür aber kurzer Anfall, der bei mir zum Glück eher nur kurzzeitige Nachwirkungen hat (halbe-3 Stunden) und eben: schnell vorüber geht.

Ja, viele Betroffene berichten ja von psychischen Symptomen danach, ob depressive Episoden (hatte ich früher) für einige Tage, bzw. von Erfahrungen, die völlig anders sind: So wie bei Dir die psychosenahen Zustände. Eigentlich finde ich es auch spannend, davon zu lesen, diese Erfahrungen sind so verschieden bei jedem, ob Aggressivität oder dieses Mißtrauen. Wichtig ist tatächlich, dass man es mit der Zeit für sich selbst einordnen kann und sich nicht zu sehr beunruhigen lässt davon.
Wie gut, dass Dein Mann davon "verschont" bleibt und das Mißtrauen nicht auch ihn betrifft, auch wenn durch den Gedächtnisverlust sich Schwierigkeiten ergebene. Aber scheinbar - durch viele miterlebte Anfälle - kann er dies auch super einordnen und kommt damit gut klar.

Zitat
Aber warum wundert es dich, dass Frisium zum  Durchbrechen des  Anfalls/ Aura führt und damit der Spuk vorbei ist?

Mmh, naja, ich denke immer noch, dass ich vielleicht nur psychogene Anfälle habe (auch wenn ich epi-Anfälle diagnostiziert bekam, aber es besteht eben auch ein Mischmasch) und diesbezüglich das Frisium kann nicht so "aufklarend" wirken kann.
Daher wundere ich mich doch immer wieder aufs Neue und frage mich rückwirkend, ob da vielleicht doch "etwas epileptisches" war.

Daher auch der Zweifel mit dem Weinen, ob das zum Epi-Anfall gehört, ob es ein psychogener Anfall ist bzw. eine Reaktion auf das unangenehm Erlebte während der stärkeren Anfälle bzw. wenn Auren den ganzen Tag immer wieder kommen.
?
Wenn das Weinen kommt, dann nur kurz, wenn das Bauchgefühl arg aufsteigt in den Kopf, vielleicht ist es aber auch nur eine Reaktion, wenn schon die Tage vorher jeden Tag Anfälle da waren im Sinne "nicht schon wieder" oder wenn den ganzen Tag über Auren immer wieder kommen ..

?
Aber Epi-Psyche sind sowieso schwer zu trennen, unabhängig davon, ob da gerade Neuronen schief laufen oder auch als Reaktion auf das Erleben.

Auf jeden Fall vielen Dank für den Beitrag, man fühlt sich dann einfach weniger gaga,
und einen guten schönen Abend.
Elka