Autor Thema: Epilepsie - Levetiracetam - Massage  (Gelesen 783 mal)

Fee34

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Epilepsie - Levetiracetam - Massage
« am: 09. Oktober 2018, 19:43:38 »
Hallo ihr Lieben!

Ich hab mal ne Frage an euch, die vielleicht etwas komisch wirken könnte. Da ich aber noch ziemlicher Neuling auf dem Gebiet bin, hab ich diesbezüglich keine Ahnung.  ???

Es geht um folgendes:
Bei mir ums Eck hat eine chinesische Masseurin ein Studio eröffnet. Laut "Mundpropaganda" macht sie die klassischen Rückenmassagen echt gut, auch mit so Vakuumpumpen und so (ich glaub schröpfen nennt man das?) und erkundigt sich vorab nach Erkrankungen, Medikamente usw. Dürfte wohl auch bei einer Massage nicht so ganz unwichtig sein. Das Problem ist, dass die Dame leider nicht sehr gut Deutsch spricht und es dadurch zu Sprachbarrieren kommt.

Nun meine Frage: Kann eine gute Rückenmassage schlimmstenfalls einen Anfall auslösen?  ???
Ich meine, so ne Massage wirkt ja doch auf den ganzen Körper, die Durchblutung wird gefördert....

Ich könnte allein wegen meiner sitzenden Tätigkeit schon ne Massage brauchen, will aber auf keinen Fall nen Anfall riskieren.

Habt ihr da Erfahrungen im Bezug auf die Verträglichkeit Epilepsie - Medikament  und Massage?

Ich danke euch schon mal für eure Antworten auf eine eigentlich blöde  :weirdo: Frage!  :luftguck:  ;D :laugh:

LG Fee
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Muschelschubser

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Re: Epilepsie - Levetiracetam - Massage
« Antwort #1 am: 09. Oktober 2018, 22:53:30 »
Hallo Fee, es gibt keine blöden Fragen, dafür ist das Forum doch da! Alsooooo, ich habe keine Auswirkungen von Massagen auf meine Epilepsie bemerkt. Außer, dass ich mich angenehm entspanne durch eine gute Massage (sei es beim Physio, sei es beispielsweise im Hamam) und es mir gut geht. Also nichts, was negative Folgen gehabt hätte bislang.

Wenn Du ganz sicher gehen willst, solltest Du einfach bei nächster Gelegenheit (D)einen Arzt fragen  ;)

Aber aus Betroffenensicht würde ich Dir sagen: Probier's aus.

Grüße von der Muschelschubserin
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Elka

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Re: Epilepsie - Levetiracetam - Massage
« Antwort #2 am: 11. Oktober 2018, 21:51:37 »
Hallo Fee,

auch ich würde mich Muschelschubser anschließen: Probiere es unbedingt aus.
Dieses unbedingt klingt vielleicht komisch, aber ich denke, man sollte sich nicht "zu viele Gedanken" (leicht gesagt oft ... ) über etwaige Auslöser machen, die bei manchen wenigen Patienten tatsächlich Auslöser sein können, sondern für sich selbst herausfinden, was geht und was nicht.

Es gibt sogenannte Reflexepilepsien, hier lösen bestimmte Reize Anfälle aus, aber diese sind eher seltener Art und man sollte sich nicht verunsichern lassen von den hunderter Arten unterschiedlicher Epi-Formen und möglichen Auslösern. Diese sind bei jedem anders, was dem einen gut tut, kann bei dem anderen schaden, und wenn Du Dich auf Massage freuen würdest - gönne es Dir.

Ich weiß, dies klingt so leicht dahergesagt, aber ich muss mich an eine gute Therapeutin und Epileptologin im Epi-Zentrum erinnern, die - und ich meine zu recht - meinte, dass gerade durch ein Zuviel an Informationen im Netz über mögliche Auslöser oder auch durch Gespräche zwischen den Patienten manche Patienten dann auf einmal ein Vermeidungsverhalten einnehmen, weil sie aufgrund der vielen Infos Dinge als gefährlich einstufen bzw. sich zu viele Gedanken machen und in Sorgenspiralen geraten.

Dies soll hoffentlich nicht zu altklug klingen oder die Sorgen herabstufen, ich weiß, dass ein "sich-Gedanken-machen" mit zur Erkrankung gehört, aber ein Herantasten an Mögliches/Unmögliches ist sicherlich gut, gerade wenn dies Dinge betrifft, die man gerne macht bzw. gerne machen möchte

Ich erinnere mich, dass mein erster Neuro (kein Epileptologe), der die Diagnose stellte, mit einem Verbotskatalog ankam, was ich jetzt alles lieber nicht mehr machen soll (auf Leitern steigen, alleine in den Wald spazieren gehen, schwimmen etc.) - ich griff mir nur an die Stirn, mein Epileptologe indes meinte auf außenstehende fremde Zweifel, ob ich Fahrrad fahren dürfte: Natürlich, die Krankheit ist sowieso schon einschränkend genug, wenn sich die Patienten verantwortungsvoll verhalten (bei Auren sofort absteigen etc.) darf sie (d.h. ich) natürlich fahren ... er meinte, dass diese vielen Verbote und Hinweise auf mögliche Auslöser Angst schüren und den Patienten auch psychisch zermürben können, anstatt herauszufinden, was gut ist, geht und was eher anfallsfördernd ist.

Insofern auch Dir, probiere es aus und genieße hoffentlich Deine Massage ...  ;)

Fee34

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Re: Epilepsie - Levetiracetam - Massage
« Antwort #3 am: 11. Oktober 2018, 22:07:59 »
Hey ihr Zwei!

Erstmal danke für eure Antworten!  *freuemich*
Jaaaa, so ne Massage wäre schon toll und zu viel Angst ist ja auch nicht gut, das stimmt. Angst ist ja nicht unbedingt immer der beste Begleiter. Ich gehe ja auch allein raus und so, vermeide nur wirklich "gefährliche" Unternehmungen wie zb schwimmen oder was auch für gesunde Menschen gefährlich werden könnte. Denn ganz ehrlich gesagt, von der Leiter fallen kann auch ein kerngesunder Mensch.
Und auch gesunde Menschen können Unfälle haben. Demnach gehend dürfte niemand mehr vor die Tür gehen.

Ach wisst ihr was, ich werd's einfach versuchen! Mal sehen wann ich überhaupt nen Termin bekomme - vielleicht ist ja sowieso noch der Termin beim Neuro vorher. Dann kann ich ja fragen. Und wenn die Massage vorher ist, dann werde ich es genießen und an die Epi erst gar nicht denken!

Danke euch!

Glg Fee  :insel:
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simona

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Re: Epilepsie - Levetiracetam - Massage
« Antwort #4 am: 12. Oktober 2018, 14:06:09 »
Hi Fee,

ich liebe es, geschröpft zu werden.  *freuemich* Nach meiner ersten (von drei) Lendenwirbelsäulen OPs bin ich in der Reha zufällig bei einem Physiotherapeuten gelandeten, der diese Methode sehr gut anwenden konnte. Wir hatten kurz vor unserer ersten Begegnung Gruppengymnastik gehabt  und ich war entsetzt, dass ich meinen einen Arm nicht mehr über den Kopf hoch bekam.  :-[ Er meinte nur, kein Problem, das kriege ich hin, nur nicht über die Art und Weise wundern. Nach einer halben Stunde war der Arm wieder voll beweglich. Mit dieser Methode hat er meinem ganz Rücken, Oberschenkel, etc., pp., innerhalb 4 Wochen gelockert. Und das immer wieder drei Jahre hintereinander.  :dance:

Die Ärzte wussten von der Epi, aber (meines Wissens) die Therapeuten nicht. Und das Schröpfen hat nur gut getan. Probieren geht über Studieren.  ;)

LG und schönes Wochenende

simona