Autor Thema: Fahrverbot - Katastrophe  (Gelesen 2483 mal)

Dennis123

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Fahrverbot - Katastrophe
« am: 12. Januar 2019, 11:33:12 »
Hallo
am 18.12.2018 sagte mir der Neurologe ich habe Epilepsie (einfach fokal -motorisch halbseitig Arm und Bein).
Er sagte mir, ich dürfe ein Jahr lang kein Auto fahren. Erst müsste ich ein Jahr keinen Anfall haben. EEG und MRT wurde gemacht und irgendwas mit medial test keine Ahnung.

Im Untersuchungsbericht steht:  "Ich klärte den Patienten über seine vorläufige Kraftfahruntauglichkeit auf."

Im Bericht wurde also keine Zeitangabe gemacht.

Am 14.1.2019 habe ich einen Termin bei einem anderen Neurologen - zwecks Zweiitmeinung. Wenn der zu der Erkenntnis kommt, dass es doch keine Epilepsie ist, darf ich dann wieder autofahren?!?????

Ich wohne auf dem Land in einem sehr kleinen Dorf und brauch mit ÖPNV 2Stunden zur Arbeit. Das ist schwierig  :(
ich kann ja hier nicht mal einkaufen -es gibt keinen Laden und kein Hausarzt  - einfach NICHTS! . Es geht nichts ohne Auto.

Vielen Dank - hoffentlich kann mir jemand weiterhelfen
Dennis



Joy

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #1 am: 12. Januar 2019, 12:59:09 »
Hi Dennis,

dass du dir eine Zweitmeinung holst ist gut. Aber wenn es tatsächlich Epilepsie ist,  ist das mit dem Auto fahren nicht so ohne weoteres möglich. Da musst du tatsächlich ein Jahr anfallsfrei sein, oder bei bestimmten wie nur nachts Anfälle, darf man glaube ich noch fahren. Stell dir mal vor, du kriegst einen Anfall und fährst einen oder mwhrere Menschen kaputt, da wirst du nicht mehr so leicht froh danach und eine Versicherung zahlt da auch nicht.

Vielleicht kann dich jemand fahren (Frau/Freundin, Familie, Nachbarn...) oder habt ihr so einen Fahrdienst im Ort? Sonst ist halt echt *** happens.

lg Joy

Dennis123

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #2 am: 12. Januar 2019, 13:46:45 »
hallo,

wenn die Diagnose stimmt fahre ich kein Auto - wohl oder übel.

nur:  wenn der zweite Arzt eine andere Meinung/Diagnose hat. Kann ich dann die Diagnose Epilepsie vom ersten Arzt ignorieren?

vielleicht sind die Gedanken auch überflüssig und der zweit bestätigt alles... :(
Die Medis vom ersten Arzt hab ich noch nicht genommen

Joy

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #3 am: 12. Januar 2019, 17:29:46 »
Hi Dennis,

das Problem ist, wenn der zweite nun falsch liegt... Aber in der Regel haben die schon eine Ahnung. Epilepsie wird nur recht häufig mit Synkope und Panikattacken verwechselt.

Du könntest doch mit den Medis anfangen. Wenn deine Zustände, Anfälle, was auch immer aufhören, hast du auch deine Gewissheit. Und wenn nicht, gibt es immer noch den Arzt. Aber eine Krankheit hinzunehmen ist schon hart, da sträubt man sich schnell, Akzeptanz kann lange dauern.

lg Joy

Dennis123

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #4 am: 12. Januar 2019, 18:46:44 »
Danke für die Antwort.
Synkope und Panikattacke kann es -soweit ich das jetzt gegooglet habe - ziemlich klar ausschließen, weil das zumindest auf meinen "Zustand" in jenem Moment nicht zutrifft.

Kann natürlich sein dass man dann nicht weiß wer von beiden recht hat.
Wenn sie beide auf das gleiche Ergebnis kommen siehts eben für mich schlecht aus.

Der Termin ist übermorgen nachmittag. Das bleibt dann erstmal abzuwarten.
Ich habe jedenfalls nochmal alles zusammengeschrieben was vor 2 Jahren schonmal passiert ist und zwischendurch. Ausserdem die letzten 4 Wochen noch etwas ausführlicher. Vielleicht schick ich das dem Arzt per Mail . Sind immerhin 2 Seiten dann geht das nicht von meiner Zeit im Behandlungszimmer ab und er kann in Ruhe drüber nachdenken....

Joy

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #5 am: 12. Januar 2019, 19:57:02 »
Wie laufen denn deine Zustände genau ab?

Wenn der Arzt gut arbeitet, nimmt er sich Zeit für dich und alle deine Fragen. Mein Arzt ist eine Koryphäe auf dem Gebiet, der nimmt schon gar keine Patienten mehr auf, weil er so viele hat. Aber, wenn ich mehrere Anliegen habe, bin ich schon mal 30 Minuten oder länger drin. Ohne, dass er plötzlich auf die Uhr schaut oder ähnliches.


Dennis123

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #6 am: 12. Januar 2019, 20:29:46 »
Wie laufen denn deine Zustände genau ab?

Ich habe ja mal so manches, wie gesagt, zusammengefasst. Das letzte Mal lief es so ab:

"Ich sitze (ca eine Stunde )  im Büro und arbeite am PC.
Ich stehe auf um einen Ordner aus dem Regal hinter mir zu holen.

Stehend schlage ich den Ordner auf und bemerke wie sich die linke Körperhälfte vom Kopf bis zum Fuß beginnt pelzig (oberflächlich leicht betäubtes Gefühl) anzufühlen und sich von der linken Schulter ein heftiges Zucken in den gesamten Arm ausbreitet.

Währenddessen wird mein linkes Bein schlaff und ich falle grade noch seitlich in den Bürostuhl (mit Armlehnen).

Das Bein beginnt nun auch zu zucken. Die Dauer des Zuckens lag unter einer halben Minute.
Die Bewegungen von Arm und Bein waren unwillkürlich und ich konnte es nicht kontrollieren.
Das pelzige Gefühl verschwand nach wenigen (ca 5 Minuten ?!?)

Meine Kollegin bemerkte in meinem Gesicht (als ich noch mit dem Ordner stand) unmittelbar bevor ich kippte und zuckte einen sehr ungewöhnlichen Gesichtsausdruck. Sie wirkte erschrocken."


Bin mir auch gar nicht sicher ob das schon Epilepsie ist...??? der Neurologe meinte schon, weil es schon öfter vorkam und ein Herdbefund im EEG - mit diesen und jenen Wellen - das sagt mir aber erstmal nichts.
Bei einem gebrochen Arm hat man wenigstens was konkretes "in der Hand"  ;)

Sollte ich dem Neurologen direkt sagen, dass es um eine Zweitmeinung geht? kann das vielleicht doch sinnvoll sein?

Joy

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #7 am: 12. Januar 2019, 22:13:16 »
Das klingt leider sehr schwer verdächtig nach Epilepsie. Das pelzige Gefühl beschreiben viele, die ihre Diagnose sicher haben. Und auch die Ausbreitung wie die Erschlaffung sind bekannt dafür. Auch im Gesicht kann viel vorfallen. Verzogener Mundwinkel, Blässe oder auch die Mimik.

Erzähl dem Arzt auf jeden Fall, dass es eine Zweitmeinung ist und die erste Diagnose Epilepsie lautet.

Ab dem 2.ten Anfall spricht man von Epilepsie. Also wenn der Arzt schon einen Herd gefunden hat und was im EEG gesehen hat, dann ist das schon sehr handfest schwarz auf weis und ist auch sicher. Man kann ja sogar Epilepsie haben, ohne das man was im EEG sieht. Handfester geht es nur noch mit den Op Fotos mit dem Loch im Kopf. Aber der Armbruch... Epilepsie kannst du nicht greifen.

lg Joy

Dennis123

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #8 am: 13. Januar 2019, 08:00:42 »
hmmmm :-\   .... naja dann weiß ich schonmal was mich morgen erwarten könnte bzw wird...

oh oh   :luftguck:  was will man machen..... er hat zwar geschrieben : ".....aber keine für Epilepsie spezifischen Wellenformen."
Einen Herdbefund beschreibt er allerdings auch.

Auf jedenfall vielen Dank für deine Antworten. Das hat mir schonmal sehr weitergeholfen !  :)

Joy

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #9 am: 13. Januar 2019, 08:13:28 »
Achso, keine epilepsiespezifischen Wellen. Das ist dann in der Tat wieder komisch. Naja, dann viel Glück beim Arzt. Wenn du da auch ein EEG machst, ist vielleicht was deutlicheres drauf zu sehen.

Dennis123

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #10 am: 13. Januar 2019, 08:51:37 »
wortwörtlich hat er das so geschrieben:
"Das EEG zeigte eine dominierende Alphaaktivität mit einem Herdbefund mit Überwiegen von Deltawellen frontal und frontopolar rechts, aber keine für Epilepsie spezifischen Wellenformen."


Joy

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #11 am: 13. Januar 2019, 09:28:34 »
Bei mir sagte der Arzt auch mal, im EEG ist was zu sehen, dass aber nicht sicher der Epilepsie zugeordnet werden kann. Ich hab seit über 20 Jahren Epilepsie...

Dennis123

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #12 am: 13. Januar 2019, 09:54:52 »
und ich dachte es wäre ein Hoffnungsschimmer, da es keine spezifischen Wellen sind.... :escape:

ich versuche mich heute nicht mehr zu verrückt zu machen und warte den Termin morgen mal ab.

Joy

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #13 am: 14. Januar 2019, 21:42:38 »
Hi Dennis,

was hat der Arzt denn zu dir gesagt?

lg Joy

Alex92

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Re: Fahrverbot - Katastrophe
« Antwort #14 am: 14. Januar 2019, 23:35:17 »
Nicht in jedem EEG ist es immer sofort ersichtlich. Meines ist ( mittlerweile) unauffällig, trotz bestehender Epilepsie. Ich finde leider auch das es sich stark nach Epilepsie anhört :(
Lg Alex