Autor Thema: Epilepsie und div. and. Erkrankungen  (Gelesen 4799 mal)

monkey66

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Epilepsie und div. and. Erkrankungen
« am: 19. September 2006, 16:46:47 »
Hallo,

ich bin neu hier und im Moment eigentlich ein bißchen hilflos. Meine Mutter (63J) hat seit ca. 5 J. Epilespie. Diese Erkrankung ist zeitgleich mit Brustkrebs aufgetreten. Zuerst bekam sie Carbamazepin, aber anfallsfrei wurde sie dadurch nicht. Sie bekam dann noch diverse andere Medikamente dazu. Die Folge war, dass sie regelrecht verwirrt war. Sie hat Fusseln vom Fußboden aufgehoben, die nicht da waren, sich mit Taschentüchern zugedeckt, weil Ihr kalt war, die Waschmaschine ohne Waschpulver und Wäsche angemacht, etc. Nach langem hin und her kam sie ins Krankenhaus und wurde dort auf Lamitcal eingestellt. Gott sei Dank. Wir wurden jedoch vorgewarnt, dass die Wirkung irgendwann nachlassen könnte. Genau diese Situation ist jetzt eingetreten. Vor 3 Wochen hatte sie am Tage einen Anfall. Als ich von der Arbeit kam fand ich sie blutüberströmt, aber bei Bewußtsein. Die Feuerwehr brachte sie ins Krankenhaus und sie musste genäht werden. Die Narbe ist inzwischen gut verheilt, aber die Verwirrung ist zusehends schlimmer geworden.  Auf unser drängen hin fuhr sie dann endlich zur Neurologin und nun spielen wir wieder Versuchskanninchen. Letzte Woche bekam sie Topamax, das konnten wir gleich wieder absetzen. Seit dem Wochenende bekommt sie Keppra. Ich habe das Gefühl auch das ist nicht viel anders in der Wirkung. Es ist mittlerweile so schlimm, dass ich Angst habe meine Mutter alleine zu lassen. Ich bin jedoch auf meine Arbeit angewiesen. Das das Gedächtnis unter dieser Krankheit leidet hab ich ja nun schon mit bekommen, aber solche Verwirrtheit?? Sie kriegt nichts mehr wirklich mit. Zieht sich am Tage den Schlafanzug an, findet unseren Hauseingang nicht mehr, probbt die Waschmaschine bis obenhin voll, bunt, weiß, alles querbeet, verliert ihr Geld, etc., etc., etc. Wie soll ich reagieren? Was soll ich machen? Hilfe!!! Wir leiden unter dieser Situation

Ingrid

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Re:Epilepsie und div. and. Erkrankungen
« Antwort #1 am: 20. September 2006, 16:22:28 »
Hallo Monkey,

das ist eine wirklich schlimme Situation! Ich würde eine Epilepsieklinik empfehlen, die eine Medikamenteneinstellung vornimmt und mögliche andere Erkrankungen ausschließt.

So wie Eure Lebensumstände derzeit sind kann es nicht weitergehen. Sehr seltsam, dass noch kein Arzt einen derartigen Vorschlag gemacht hat.   :-\

Alles Gute!

Gruß

Ingrid

monkey66

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Re:Epilepsie und div. and. Erkrankungen
« Antwort #2 am: 20. September 2006, 18:26:58 »
Ja, daran habe ich auch schon gedacht. Aber leider spielt die Neurologin mit uns nur Versuchskaninchen. Ins Epilepsie-Zentrum schickt sie anscheinend ungern. Heute hatten wir einen super Tag. Meine Mutter ist halb angezogen raus aus der Wohnung und wollte zum Arzt, der heute sowieso nicht auf hatte. Sie hatte weder Geld, noch Schlüssel mit. Auf halbem Wege ist sie umgekehrt und mit dem Taxi nach Hause gefahren. Gott sei Dank waren Nachbarn da, die ihr das Taxi bezahlt haben und gewartet haben bis unsere Nachbarin nach Hause kommt, um den Reserveschlüssel raus zu geben. Man hat keine ruhige Minute. Das Kappra wirkt also auch nicht wie es soll.

Horst

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Re:Epilepsie und div. and. Erkrankungen
« Antwort #3 am: 20. September 2006, 21:11:04 »
Hallo Monkey,
in deiner Schilderung fiel mir besonders auf der zeitliche Zusammenhang von Epi und Krebs.
Bekannt ist, dass durch Krebs der Magnesium-Verbrauch im Körper stark ansteigt und weiter, dass Magnesium-Mangel Epilepsie-Anfälle auslösen kann.
Lass doch vom Arzt den Magnesium-Gehalt im Blutserum untersuchen und gegebenfalls durch Medikamente ausgleichen.
Die Desorientierung deiner Mutter könnten Nebenwirkungen der Antiepileptika-Medikamente sein.
Beste Grüße
Horst

Gast

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Re:Epilepsie und div. and. Erkrankungen
« Antwort #4 am: 20. September 2006, 23:06:11 »
Sag mal Horst,

so ganz im Vertrauen....
Du schreibst in jedem Deiner Postings, egal zu welchem Thema, von Magnesium. Ist Magnesium etwa DAS Allheilmittel gegen alle Erkrankungen???
Das kann ich kaum glauben.

Ich kann mir vorstellen, daß langsam alle wissen, was Du von Magnesium hältst, Du erwähnst es ja auch in jedem Strang diese Forums.

Mit bestem Gruß, Susanne  ???
« Letzte Änderung: 07. März 2009, 23:12:57 von Cornelia-Admin »

Horst

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Re:Epilepsie und div. and. Erkrankungen
« Antwort #5 am: 21. September 2006, 10:33:17 »
Hallo Susanne,
Magnesium ist kein Allheilmittel, aber sein Mangel verursacht viele Leiden, die mit unserem Nervensystem zu tuen haben.

Ich habe meine Postings geschrieben, um konkret zu helfen und besonders auch für neue Mitglieder unseres Forums Alternativen aufzuzeigen, die mir und auch schon manchen in diesem Forum sehr geholfen haben.

Es hilft doch nichts, nur  Standardratschläge zu gegeben, wie:
-ich kann dir nicht helfen, aber halte dich auf jeden Fall an die Anweisungen deines Arztes
- es sind nur Nebenwirkungen, die sich bald auflösen werden
- ich fühle mit dir, es wird schon besser werden, ...

nun im Vertrauen zu dir persönlich: ich will dich nicht zu Mg überreden, denn du hast dich sicher schon ausreichend davon überzeugt, dass Mg weder bei deinen Depressionen , noch bei deiner kryptogenen Epi helfen kann, kennst Dosierungen und alle Präparate, die am Markt sind
- oder sollte es bei dir doch nur einfältiger Glaube sein, dass nicht sein kann, was die Schulmedizin nicht abgesegnet hat?

Nichts für ungut,
beste Grüsse
Horst

Ich habe hier die Anrede geändert. Cornelia
« Letzte Änderung: 07. März 2009, 22:15:18 von Cornelia-Admin »

Helga

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Re:Epilepsie und div. and. Erkrankungen
« Antwort #6 am: 21. September 2006, 12:36:23 »
Hallo Susanne,

seitdem mein Sohn Magnesium nimmt (ca. 3 Monate), hatte er nur noch 3 Anfälle (vorher ím Schnitt alle 14 Tage) und die traten unmittelbar nach Medikamentenreduktion auf. Jetzt reduzieren wir mittels eines Tablettenteilers vorsichtiger. Inzwischen stellt er seine eigenen Rekorde ein, was Anfallsfreiheit betrifft.

Ich bin sehr froh, daß ich mich durch die vielen Angstmacher nicht davon abhalten lassen habe, ihm Magnesium zu geben, was im übrigen auch sein Arzt nicht für schädlich hält. Lieber probiere ich doch ein  nebenwirkungsfreies Mittel aus (Du wirst wissen, daß auch Schwangere Magnesium verordnet bekommen) als das x. AE, das dann beim Ausschleichen wieder Entzugsanfälle hervorruft.

Möglicherweise hilft Magnesium nicht bei jedem, aber die AE helfen ja auch nicht in jedem Falle. Komischerweise schreit da niemand, wenn ein neues ausprobiert wird.

Liebe Grüße

Helga
Bei jeder Epilepsie sollte ein Magnesiummangel ausgeschlossen werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Magnesiumforschung www.magnesium-ges.de empfiehlt, einen Wert von mindestens 0,8 mmol/l anzustreben.

monkey66

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Re:Epilepsie und div. and. Erkrankungen
« Antwort #7 am: 21. September 2006, 17:35:45 »
Hallo Horst,

ich danke für diesen Hinweis und nehmen ihn mit großem Interesse auf. Meine Mutter hatte früher, vor Epi und Krebs diverse Male Calciumkrämpfe die durch einen Mangel hervorgerufen wurden. Seit dem nimmt sie diese Mineralien. Jedes Mal, wenn sie diese absetzen wollte, kamen die Krämpfe wieder. Nun nimmt sie dieses Präparat schon seit Jahren. Seit Epi und Krebs hatte sie zusätzlich auch Kaliummangel. Von Magnesiummangel ist mir nichts bekannt, aber der Hinweis ist gut. Ich selber nehme es häufig bei Wadenkrämpfen und es hilft. Ich bin sowieso eine Freundin der Homöopathie. Inwieweit die hier bei Epi helfen kann??? Hab ich noch nicht wirklich nachgedacht. Jedenfalls ist klar, dass schnell etwas passieren muss. Heute hat sie dann die doppelte Ration ihrer "Mittelchen" genommen, obwohl ich die Tablettenbox heute früh an dem Platz gestellt habe, an den sie kommt, wenn Ration erledigt ist. Als ich heute nach Hause kam von der Arbeit, hatte ich das blanke Chaos. Als I tüpfelchen hab ich dann von der Krankenkasse erfahren, dass die Fahrtkosten mit dem Taxi zur Neurologin nicht von der Krasse übernommen werden, da meine Mutter nur die Pflegestufe I hat und nur das G und nicht aG. Ich war begeistern von diesem Staat und seiner tollen Gesundheitsreform. Kinder darf man hier nicht kriegen und krank werden erst recht nicht. Ich kann ja meine total verwirrte Mutter in die BVG setzen und mit den Öffentlichen fahren lassen. Hurra, vielleicht landet sie in Timbuktu und das Problem ist für die Krankenkasse erledigt.

Cornelia-etc.

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Re:Epilepsie und div. and. Erkrankungen
« Antwort #8 am: 06. Oktober 2006, 00:28:15 »
Hallo Monkey,

ich denke, wenn Deine Mutter auch unter Calziummangel und Kaliummangel litt, ist Horsts Verdacht in diesem speziellen Fall sicher nicht so weit hergeholt. Zumal Kalium und Magnesium auch miteinander korrellieren, wenn ich mich nicht irre (ich habe jetzt aber nicht nochmal nachgesehen).
Homöopathie ist allerdings etwas ganz anderes und hat nun wirklich definitiv nichts mit Epilepsie zu tun, sie kann in keinem Fall helfen, hat allenfalls einen Placebo-Effekt (den aber auch Deine Zuwendung zu Deiner Mutter hat).

Dass sie die doppelte Ration Medikamente nimmt, geht natürlich nicht. Ich fürchte, wenn Du berufstätig bist, wird Dir nichts anderes übrog bleiben, als mlöglichst schnell eine andere Lösung zu finden, denn das Verhalten deiner Mutter erinnert ja stark an Demenz und sie sollte in diesem Zustandnicht unbeaufsichtigt bleiben. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, eine Lösung für das Problem zu finden.

In diesem Zustand wäre in jedem Fall auch eine Überprüfung der Pflegestufe und eine Beantragung des Merkzeichens H im Schwerbehindertenausweis angebracht. Mit jenem Merkzeichen wären auch Taxikosten zur Neurologin finanzierbar (sofern sie medizinisch notwendig sind und ein krankenhausaufenthalt dadurch vermieden wird u.s.w., das kennst Du ja sicherlich).
Die verwirrthgeit muss bei der Pflegebegutachtung berücksichtigt werden zumindest soweit sie die Pflegerelevanten Tätigkeiten beeinträchtigt. Stufe 2 wäre damit denkbar. Wende Dich doch einmal an den Pflegedienst, der die halbjährlichen Pflegeberatungen durchführt. Der sollte Dich dabei unterstützen können, das ist sein Job. Vielleicht könnte ja auch jemand von dort vorbeikommen, wenn Du arbeitest und die Medikamenten verabreichen, so dass Du sie ansonsten wegschließen kannst.

Noch was: Trinkt Deine Mutter genug? Viele ältere Menschen trinken viel zu wenig, weil ihr Durstgefühlnachlässt - und Flüssigkeitsmangel kann ebenfalls Verwirrtheitszustände auslösen.

In jedem fall aber würde ich eine zweite Meinung einholöen und nicht allein auf das Urteil der Neurologin vertrauen. Wie Ingrid schrieb, mögliche andere Erkrankungen als Ursache für die Verwirrtheit sollten sorgfältig ausgeschlossen werden, auch z.B. ein eventueller Alzheimer.

Ich weiß, es ist hart, aber ich fürchte du kommstnicht drum herum, zu kämpfen.

Ich wünsche Dir alles Gute

Cornelia
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Ich bin identisch mit Cornelia-Admin.

monkey66

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Re:Epilepsie und div. and. Erkrankungen
« Antwort #9 am: 06. Oktober 2006, 15:58:18 »
Ich danke Euch allen für Eure Anregungen. Sie haben mir in letzter Zeit doch geholfen. Inzwischen ist meine Mutter endlich in der Epilepsie Klinik, aber es war ein Kampf sie dahin zu bekommen. Ich habe inzwischen diverse Male mit der Ärztin und Sozialarbeiterin gesprochen. Die befürworten eine Unterbringung im Betreuten Wohnen, jedoch meine Mutter nicht. Es ist jetzt der Kampf sie davon zu überzeugen, dass dies wirklich das Beste für sie ist. Zumal ich jetzt erfahren habe, das sie auch noch Osteoporose dazu hat.

Jetzt wird jedenfalls erst mal komplett auf den Kopf gestellt. Die Medikamente die sie bekommen hat wurden wieder umgeworfen. Was sie jetzt bekommt weiß ich nicht, aber sie wieder etwas ansprechbarer als vorher. So ganz auf der Höhe ist aber auch noch nicht. Es sieht nicht so aus als wenn sie das wieder richtig hin bekommen.

Schaun wa mal was dabei raus kommt.

Ich danke Euch