Autor Thema: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung  (Gelesen 19422 mal)

Rocknina

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #45 am: 06. Dezember 2010, 21:18:04 »
So, ich möchte auch mal wieder meine Erfahrungen zu diesem leidigen Thema beisteuern  ;D ist glaube ich der einzige Thread Lamo-Pille, zu dem ich noch nicht meinen Senf abgegeben habe...

Ich habe auf Anraten der Spezialisten in Erlangen die Pille Valette damals abgesetzt, als ich Lamo bekommen habe. Mein Spiegel war immer viel zu niedrig (1,2). Damals hab ich aber auch nur 100mg genommen. Nunja, der Spiegel vom Lamo ist dann auch stark gestiegen und war irgendwann bei 300mg/Tag bei 6,4 oder so. Laut dem Labor liegt der therapeutische Bereich bei 3-14. Ich habe mich monatelang mit sämtlichen Ärzten gestritten, weil ich die Pille eigentlich wieder nehmen wollte. Ich habe ohne Pille eine katastrophale Haut, mit der Valette ist das viel besser. Außerdem Menstruationsschmerzen usw., weswegen ich schon immer den Langzeitzyklus gemacht habe. Mein Frauenarzt ist bis heute der festen Überzeugung, dass sich Lamotrigin und Pille vertragen. Er meint sogar, wenn ich sie im Langzeitzyklus nehme, verhütet sie sicher. Was mich sehr verwirrt hat, bei einem Termin in Erlangen im Juli dieses Jahres meinte die Ärztin dort plötzlich, ich könnte ohne Probleme wieder die Pille nehmen, das mit dem Spiegel wäre nicht so tragisch. Aber sie sagte auch, dass die Pille dann nicht mehr wirkt.
Also nehme ich sie seitdem wieder. Mein Lamospiegel liegt wieder nur bei 1,7, was meinem Hausarzt Sorgen bereitet. Anfälle hatte ich seitdem keine, das ist schonmal gut :)

Mein Problem ist momentan, dass die Pille scheinbar doch nicht so richtig zu wirken scheint, bzw. einfach der Hormonspiegel sehr niedrig ist. Sobald ich mich sportlich stärker betätige als nur spazieren zu gehen, kriege ich Zwischenblutungen. Und auch nach dem Sex. Ich vermute, das liegt an den Gebärmutterkontraktionen oder so... am Anfang dachte ich noch, das geht vorbei, aber nach über 4 Monaten sollte das doch eigentlich mal aufhören. Leider hat das dazu geführt, dass ich jetzt sehr zurückhaltend bin und mich nicht mehr traue, einem Mann körperlich näher zu kommen (habe keinen festen Freund), dabei bin ich doch jung und wollte mich eigentlich austoben. Aber es ist halt eine peinliche Angelegenheit, jedes Mal nach dem Sex zu bluten  :-[
Habe überlegt, die Pille wieder abzusetzen, verhütungstechnisch brauche ich sie ja eh nicht. Aber dann wäre meine Haut wieder so schlimm. Und ich müsste wieder mit NFP anfangen, um meinen Zyklus im Überblick zu haben.

Ich glaube zwar nicht, dass das der Fall ist, aber hat jemand hier ähnliche Erfahrungen?
Generalisierte tonisch-klonische Anfälle (Juvenile myoklonische Epilepsie)
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Redhead

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #46 am: 09. Januar 2011, 00:23:53 »
Hallo ihr alle!
Ich bin ganz neu hier, ich bin auf diesen Thread gestoßen, weil ich das Problem habe wie ihr alle (wobei es vielleicht gar nicht so problematisch ist...). Meine (Vor)Geschichte:
Ich hatte als Kind Absencen, wurde mit Ergenyl dagegen therapiert und habe mit ca. 15 angefangen, die PIlle zu nehmen (Yasmin), mit 17 hab ich das Ergenyl dann absetzen dürfen, weil nie wieder etwas passiert war. (Schwanger wurde ich übrigens nicht in der Zwischenzeit!  ;) ). Dann ging jahrelang alles gut, bis ich 2009 mit 22 Jahren nach Alkohol und wenig Schlaf einen richtigen Krampfanfall hatte. 9 Tage Krankenhaus, durchgecheckt von oben bis unten, nichts gefunden, erstmal auf Lamotrigin eingestellt 50-0-50. Da mir die Ärzte im Krankenhaus sagten, dass sich das mit der PIlle nicht verträgt, hab ich sie abgesetzt und ich muss sagen, ich war totunglücklich damit. Denn ich bekam Akne (das auch noch!!!), Stimmungsschwankungen...usw.. UNd nur mit Kondom war mir irgendwie etwas unheimlich. Also hab ich mir die Packungsbeilagen genommen und gelesen. Ja, Lamo wird dadurch herabgesetzt, das haben wir inzwischen verstanden. Aber wie sehr, kommt dabei auf die Zusammensetzung der Pille an.... Meine Frauenärztin meinte zum Thema Empfängnisverhütung, (hatte ihr die Packungsbeilage mitgebracht), dass bei meiner geringen Dosis keine Sorge bestünde, dass das Lamo die Pille in ihrer Wirkung reduziert, zumindest unmerklich. Und darum fing ich wieder an, die Pille (Yasmin) zu nehmen. Das ging auch prima (und ich muss zugeben, ich habe ein sehr reges Sexualleben), bis ich Neujahr 2011 (ja, also vor kurzem) einen weiteren Anfall hatte - nach Silvester...Alkohol und wenig Schlaf also. Mein Neurologe meinte, wir müssten die Dosis nicht erhöhen, da ja sonst alles gut gegangen ist und es diesmal ja provoziert war. Mein Hausarzt (ein guter Bekannter der Familie) meint allerdings, der Spiegel sei ziemlich niedrig (1,3) und ich sollte doch erhöhen. Und jetzt fang ich an zu grübeln, ob ich nicht vielleicht doch umsteige, weil das ständige Auf und Ab von Pillenpause und so sicher nicht gut ist bei AE, schließlich müssen die langsam hochdosiert oder ausgeführt werden...andererseits: Never change a running system... Ich werde mal abwarten, wie hochmein Hausarzt mich setzen will und was meine Frauenärztin dazu sagt. Und ich glaube, die Idee mit dem Langzeitzyklus ist ganz plausibel...dann schwankt der Spiegel nur alle 3 Monate mal....

Ich denke, prinzipiell wird es "die" Antwort auf die Frage "wie kann ich sicher verhüten und mich vor anfällen schützen"? nicht geben...ein bisschen Risiko ist immer dabei...leider :(

Und noch etwas zum Thema Alkohol: Ich habe zwischen 2009 und 2011 oft Alkohol getrunken, auch oft etwas mehr, damals ist nie etwas passiert (das es nicht gut ist, ist uns allen klar, denke ich....Alkohol ist und bleibt Gift, auch für nicht-Epis!). Nachdem ich aber nun wieder einen ANfall hatte, der (u.a.) durch Alk ausgelöst zu sein scheint, hab ich FÜR MICH entschieden, nur noch "das nötigste" zu trinken. Mal ein Glas Wein zum Fisch oder nen Sekt zum Anstoßen, aber eben nicht mehr dieses vorsätzliche Betrinken. Nicht, dass ich ein Fan vom Saufen wäre, aber es gab schon lustige Abende mit meinen Mädels, wo von vornherein klar war, wie der Abend endet, wenn ihr wisst, was ich meine...Ich versuch es positiv zu sehen: Wer keinen Alkohol trinkt, wird nicht so schnell fett, die Haut altert nicht so schnell, und man hat ein geringeres Demenz-Risiko!  :dance:

Falls sich was bei mir ändert, in welche Richtung auch immer, werd ich es euch wissen lassen. Ansonsten hoffe ich, dass ich vielleicht irgendwem irgendwie weitergeholfen habe (und wenn es nur eine "bei der klappts ja auch"-Beruhigung ist).

Alles Gute und gute Nacht (Schlaf ist ja bekanntlich wichtig! ;) )

BarbaraB

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #47 am: 10. Januar 2011, 12:45:45 »
hey, genau diese Große Frage wirft sich bei mir auch auf. Ich bin noch Anfänger auf dem Bereich der Epilepsie (wurde kürzlich erst festgestellt). Nehme uch erst 25mg.

Ich nehme die Pille seit mehreren Jahren und habe auch keine Probleme. Jetzt hab ich in der Packungsbeilage meiner Pille (belara)gelesen könnte sich nicht mit Epilepsiemedikamenten vertragen. Ich hab gleich meine Frauenärztin gefragt die meinte langfristig könnten wir über ein anderes Verhütungsmittel nachdenken aber ich solle erstmal ganz normal die Pille nehmen.

Ich habe das bei den voraus gegangenen Beiträgen nicht ganz verstanden mit dem "die Pille durchnehmen" in wie fern wirkt sich das auf den Verhütungsschutz aus? Und wie sicher bin ich denn nun mit der Pille geschützt? Ich weiss man kann das nicht verallgemeinern...aber wie ist das bei euch?

Redhead

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #48 am: 10. Januar 2011, 16:15:08 »
Hi,
zu deiner Frage: Also wenn ich das richtig verstanden hab, verträgt sich das Lamo primär mit dem Östrogen in der PIlle nicht, darum kommt es eben darauf an, woraus deine besteht. Meine basiert auf Drospirenon und Esthradiol oder sowas und da meinte meine FA eben, "Nee, da können Sie sicher sein, was die Pille angeht, der Schutz ist gegeben!" Aber wie gesagt: Frag lieber deine FA, bring ihr doch mal die Beipackzettel mit oder frag sie, ob sie sich da mal schlau machen könnte. In der Packungsbeilage deiner Pille müsste auch stehen,d ass sie sich nicht mit AE verträgt und da stehen auch immer Beispiele dabei. Lamotrigin steht da nicht dabei (bei meiner), von daher bin ich auch von der Seite etwas beruhigt.

Zum Langzeitzyklus: Auch das steht in der Packungsbeilage/weiß deine Ärztin. Bei meiner ist es eben so, dass man bis zu 3 Packungen am Stück durchnehmen kann und erst dann ne Abbruchblutung einlegt, der Schutz ist dabei ganz normal gewährleistet. Aber ob das mit jeder Pille geht...keine Ahnung. Lies wie gesagt erstmal nach: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! ;)

Beste Grüße,
Redhead

Fräulein_Meier

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #49 am: 10. Januar 2011, 16:33:57 »
Das Problem ist (wie hier schon oft genug diskutiert) dass die Östrogene in der Pille (Estradiol ist auch ein Östrogen) die Abbaugeschwindigkeit des Lamotrigins verdoppeln. Das heißt: wenn man Östrogene nimmt, muss man doppelt so viel Lamotrigin nehmen, um einen normalen Spiegel zu erreichen. In der pillenfreien Woche (wenn man kein Östrogen nimmt) schnellt dann der Lamotriginspiegel in die Höhe. Das kann (muss aber nicht!) Nebenwirkungen machen.
Wenn ihr damit keine Probleme (also keine Nebenwirkungen) habt: Super! Nichts spricht gegen die Pille.
Die Verhütungssicherheit der Östrogen-haltigen Pillen beeinträchtigt Lamotrigin nicht (oder fast nicht....). Das dürfte kein Problem geben.

Anders sieht es bei der Minipille aus: Die beinhaltet kein Östrogen, sondern nur Gestagene. Deshalb hat sie auch keinen Einfluss auf den Lamotriginspiegel. Anders herum ist aber von bestimmten Gestagenen nachgewiesen, dass deren Wirksamkeit von Lamotrigin herabgesetzt wird. Das ist bei der normalen Pille (die Östrogene und Gestagene enthält) kein Problem, wenn die Pille (wie die Minipille) nur Gestagene enthält natürlich schon.

Ich würde an deiner Stelle sowohl mit meinem Gynäkologen und meinem Neurologen sprechen, darauf dingen, dass die beiden sich auch mal drüber unterhalten und idealerweise noch nen Apotheker fragen. Die wissen über Wechselwirkungen zwischen Medikamenten meistens besser Bescheid als Ärzte (ist ja schließlich auch ihr Job).
Alles Liebe

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Rocknina

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #50 am: 11. Januar 2011, 17:38:31 »
Nachdem ich das Theater mit Lamo und Pille nun jahrelang mitgemacht habe:
ich habe die Pille damals absetzen müssen, weil sie laut Epiklinik, Hausarzt und Apotheker nicht mehr sicher wirkt und außerdem den Lamospiegel extrem herabsenkt. Ich hab mich dann einige Zeit mit sämtlichen Ärzten gestritten. Meine normale Neurologin meinte, sie kennt sich nicht aus, der Frauenarzt wollte mir ständig wieder Hormone andrehen, seiner Meinung nach sei das unbedenklich... und diesen Sommer hab ich nochmal in der Epilepsieambulanz die Ärztin gefragt und auf einmal hieß es: "Sie können die Pille nehmen. Der Spiegel wird wieder fallen" (bei mir von 6,4 auf 1,7, das ist schon ein großer Unterschied), "aber wenn keine Anfälle kommen, ist das nicht so schlimm mit dem Spiegel. Sie müssen sich allerdings bewusst sein, dass die Verhütungssicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Wenn Sie sie eh nur wegen Ihrer Akne etc. nehmen, gibt es keine Einwände" blablabla
Tja, das mit dem Spiegel hat sich bewahrheitet. Ich denke auch, dass sie nicht sicher wirkt, das merk ich daran, wie leicht ich Durchbruchblutungen bekomme. Aber allgemein gilt immer, dass der Langzeitzyklus noch sicherer ist. In jeder Pillenpause ist die Gefahr da, dass ein Ei heranreift. Deswegen ist es ja auch so gefährlich, einen Fehler in der ersten Einnahmewoche zu machen. Und mit Langzeitzyklus meine ich wirklich Langzeit, keine Pause, auch nicht alle 3 Packungen, dann gibt es diese Gefahr nicht. Offiziell heißt es, man sollte mind. einmal im Jahr Pause machen, aber das ist medizinisch nicht begründet worden. Die Pharmakonzerne wollen sich nur absichern.

Diesen Kompromiss hab ich für mich geschlossen. Wenn ich keine Akne hätte und all die andern kleinen Vorteile nicht wären, würde ich die Pille nicht nehmen. Denn ich habe keine Sicherheit, dass sie wirklich sicher wirkt. Somit scheidet sie als Verhütungsmittel aus. Also wer sie nur zur Verhütung nimmt, sollte es sich vielleicht nochmal überlegen... kein Arzt kann euch versichern, dass sie wirklich sicher verhütet. Dann lieber gleich über Alternativen nachdenken, als doppelt zu verhüten. Und Nfp macht Spaß  :jojo:
Vielleicht haben andere hier andere Erfahrungen gemacht bezüglich der Sicherheit, und es kommt sicher auch auf das Präparat an, aber ich habs von vielen Seiten immer wieder gesagt bekommen und leider gibt es beim Lamotrigin kein deutliches Ja oder Nein wie bei Keppra oder Carbamazepin. Eine gewisse Unsicherheit bleibt immer :(
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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #51 am: 27. Januar 2011, 15:30:41 »
Hallo an alle,
ich bin neu hier im Forum und habe diesen Thread hier mit Interesse verfolgt.

Kurz zu mir: Ich nehme selbst Lamotrigin und die Pille Yasminelle.
Die Pille (Ethinylestradiol und Drospirenon) nehme ich seit 2007 ohne Nebenwirkungen und ohne Zwischenblutungen. Ein halbes Jahr später wurde bei mir Epilepsie (leichte Myoklonien) diagnostiziert. Habe sofort mit Lamotrigin angefangen, und war nach 3 Monaten mit 150-0-200 eingestellt, habe auch hier keine Nebenwirkungen.

Da kam dann die hässliche Frage auf: wirkt die Pille noch?
Meine Neurologin hatte sich immer mal erkundigt und meinte, dass es auf der Vorlesung hieße, dass es die Wirkung kaum beeinflusst. Meine Frauenärztin hatte gar keine Ahnung, sagt aber eh jedes Mal in ihrem russischen Dialekt "aberr iimmerr miit Kondom, mag Freund noch so nett sein". Jaja, darum geht's aber nicht ^^ Sicherheitshalber verhüte ich aber seit 3,5 Jahren zusätzlich mit Kondom  :weirdo:

Da ja Lamotrigin bekanntermaßen durch die Pille beeinflusst werden kann (Stichwort Konzentration im Blut), hat meine Neurologin Blutproben vor und während der Menstruation angeordnet. Grünes Licht, mein Lamotriginspiegel bleibt den ganzen Monat lang konstant. Schon mal gut.

Aber das "andersrume" interessiert mich eher. Hier - wie das immer so ist :D - hat jeder 20 verschiedene "Experten"-Ratschläge gehört.

Hat hier jemand zufällig die gleiche Medikamenten-Kombi oder Ähnliches? Jemand schrieb hier ja, dass eine gesenkte Wirksamkeit der Pille vielleicht erkennbar ist, wenn man Durchbruchsblutungen hat  ??? Die habe ich nicht..

Finde es sehr lästig, in 4 Jahren Partnerschaft mit Kondom zu verhüten :/

Meine Frauenärztin hatte mir mal die Valette verschrieben, weil die weniger von einem der Hormone weniger hat oO Hat allerdings trotzdem von keiner "Besserung" gesprochen. Fand die Valette nicht so dolle und bin wieder auf die Yasminelle umgestiegen.

Würde mich über Meinungen sehr freuen, da mich diese Sache seit 3,5 Jahren plagt (und ins Geld geht)  ;D

Gruß
Canai

Birdie

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #52 am: 27. Januar 2011, 15:41:34 »
Hallo Canai,

ich nehme auch Lamictal. Meine Gyn hat sich geweigert mir die Pille zu verordnen, weil es zu gefährlich ist.
Sie hat mir eine Hormonspirale verpasst und alles war super.(Außer das Einsetzen. :-\ Das würde ich beim
nächsten Mal nur mit Betäubung machen lassen)

LG
Liebe Grüße
Birdie

hfg

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #53 am: 27. Januar 2011, 15:55:13 »
Und meine hat sich geweigert, überhaupt eine einzusetzen ^^

Habe heute Nacht mal an ratiopharm eine sehr ausführliche Mail geschrieben, vielleicht wissen die ja was..

Vorhin kam schon eine Antwort.
Ich poste einfach mal die Mail:
Zitat
Sehr geehrte Frau X,
 
herzlichen Dank für Ihre freundliche Anfrage, in der Sie nach dem Einfluss von Lamotrigin auf hormonelle Kontrazeptiva (die "Pille") fragten.
Gerne möchte wir Ihre Frage beantworten.
 
Es gibt Daten aus kleineren Studie mit einigen Frauen, die Lamotrigin und eine Pille eingenommen haben. Die Studie ergab, dass die Ausscheidung der einen Komponente der Pille leicht erhöht war, was zur Folge hatte, dass die Menge dieses Hormons im Blut etwas (ca. 10-20%) erniedrigt war. Die Messung der für den Eisprung verantwortlichen Hormone ergab, dass bei einigen Frauen die (gewollte) Unterdrückung dieser Hormone nicht erfolgt war. Dennoch wurde nachgewiesen, dass es bei keiner der Frauen zu einem Eisprung kam.
Dies bedeutet, dass scheinbar zwar die Wirkung der Pille beeinträchtigt (leichter Wirkverlust) wurde, das dies aber keine Konsequenzen auf den Eisprung hatte.
 
Wir möchten hinzufügen, dass bei ihrer Arzneimittel-Kombination ein viel größeres Risiko besteht, dass die Wirkung von Lamotrigin beeinträchtigt wird. Dies hat ihre Neurologin jedoch durch die Blutspiegel-Bestimmungen erfreulicherweise ausschließen können.
 
Nach den uns vorliegenden Informationen ist nicht mit einer ungewollten Schwangerschaft wegen eines durch eine Lamotrigin-Behandlung ausgelösten Wirkverlusts der Pille auszugehen.

Wir freuen uns, wenn wir Ihnen mit dieser Auskunft weiterhelfen konnten und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

i.A.
Dr. X. X.
Fachreferent Arzneimittelinformation
[/size]

Hm, das ist im Grunde leider das, was in der Packungsbeilage steht xD In einer älteren Version der Beilage war dort von einer Studie mit 16 Frauen (wow!) die Rede, das wurde jetzt umgeändert in
"Lamotrigin kann die Wirkungsweise hormoneller Verhütungsmittel beeinflussen, die Abnahme ihrer Wirksamkeit ist aber unwahrscheinlich. Falls Sie ein hormonells Empfängnisverhütungsmittel anwenden und irgendwelche Veränderungen ihrer Regelblutung , wie Zwischen- oder Schmierblutungen, bemerken, blabla fragen Sie Ihren Arzt".

Sehr amüsant. Was haltet ihr davon? :(
« Letzte Änderung: 27. Januar 2011, 15:57:03 von Canai »

Birdie

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #54 am: 27. Januar 2011, 16:11:35 »
wieso hat sie sich den geweigert?
eine hormonspirale gibt so wenig hormone ab, noch weniger als bei einer mini-pille.
Ist aber eben genau in dem bereich, wo es wichtig ist, höchst wirksam.

ich würde mal zu einer anderen gyn gehen.

und diese studie ist ja wohl ein witz ::)
nur 10-20% , wenn man das mal hochrechnet, aua, aua

na klar, die wollen sich nicht gerne in die Nesseln setzen, wenn doch mal was passiert.

Die Spirale ist ja auch nur zu 98/99% sicher. Aber da gab es bestimmt mehr Tests.
Ich halte meine Gyn für topfit und sie hat sich sogar mit meinem Neurologen in Verbindung gesetzt, um das abzuklären.
Für sie gab es nur diese Möglichkeit oder aber Gummi ;D

Liebe Grüße
Birdie

hfg

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #55 am: 27. Januar 2011, 16:27:05 »
Naja von wegen junge Frau, noch keine Kinder bla bla, sie ist sowieso etwas konservativ habe ich das Gefühl.
Sie hat zu anfangs auch mit meiner Neurologin telefoniert, da kam aber nichts bei raus  :weirdo:

Vielleicht sollte ich doch mal ne andere Gyn bei mir in der Nähe suchen :/

Bei der Spirale hab ich Angst, dass man so starke Blutungen bekommt  :o Durch die Pille ist meine schwächer und kürzer geworden (vorher anfangs alle 2 Stunden wechseln, 9 Tage lang...) und das will ich auf keinen Fall wieder haben, da ich mich sehr eingeschränkt fühlte.

Was meinst du mit hochrechnen?

Lohnt es sich, inner Apotheke zu fragen, oder leihern die das gleiche runter? ^^

Birdie

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #56 am: 27. Januar 2011, 16:38:03 »
bei einer kupferspirale ist die gefahr einer starken blutung sehr hoch.
Die würde ich auf keinen fall nehmen!

ich hab mir die hormonspirale nur deshalb geben lassen, weil meine blutungen
dermaßen heftig waren. ich musste deshalb schon den arbeitsplatz verlassen.
1 OB plus eine dicke binde innerhalb einer std. durch :o :o :o

und was soll ich sagen: die spirale wird am stärksten blutungstag eingesetzt
und sofort hatte ich keine mehr. das war ein absoluter hammer.
die mensis habe ich nur noch als zarte spur wahrgenommen ;D
Liebe Grüße
Birdie

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #57 am: 27. Januar 2011, 16:48:11 »
sorry, mit hochrechnen meinte, wenn man statt 16 frauen mal 100 nehmen würde, was dann herauskäme.
würde dann doch eine schwanger werden? die apo wird dir auch nix anderes erzählen.

eins ist mir noch eingefallen und da muss ich deiner ärztin mal recht geben. wenn du kein kind hast, dann könnte
es noch mehr aua machen und die risiken der mirena, da musst du selbst mal lesen.
vllt hat es ja damit etwas zu tun, dass sie das nicht will.
ich hab ja mein süßes kind und will mit meinen 48 lenzen keins mehr haben :)
Liebe Grüße
Birdie

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #58 am: 27. Januar 2011, 20:35:48 »
Hallo zusammen!!

Ich habe seit nun gut 22 Jahren Epilepsie und genau so lange nehme ich jetzt auch die Spirale. Als ich mit 17 zum ersten mal zu einer Frauenärztin ging und ihr sagte, daß ich ein  Antiepileptikum nehmen muß hat mich diese gar nicht groß beraten sondern nur ne Schachtel Antibabypille in die Hand gedrückt und gemeint die soll ich nehmen.... Da ich aber schon immer als erstes mir die Beipackzettel durchlese und dort dann stand das ich bei gleichzeitiger Einnahme mehr von meinem Timonil nehmen muß und dann aber trotzdem auch noch schwanger werden kann, bin ich zu meiner Mutter und habe gesagt diese Pille nehme ich nicht. Wir sind dann zu ihrem Frauenarzt gegangen und der meinte sobald ich entjungfert bin soll ich kommen, dann legt er mir die Spirale. Ich habe in der Zwischenzeit 2 gesunde Kinder und mir gleich nach der Geburt wieder eine  Spirale legen lassen. Die TAge sind vielleicht etwas stärker als vorher, Schmerzen habe ich keine und wenn es doch mal gezwickt hat, dann habe ich ein paar Tassen Frauenmanteltee getrunken. Den Tee kann ich jeder Frau die Probleme mit ihren Tagen hat nur empfehlen.

Was ich außerdem festgestellt habe... je weniger man sich Gedanken über die Spirale macht umso weniger merkt man sie.

Viele liebe Grüße
Gisela

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Re: Lamotrigin(Lamictal) und Verhütung
« Antwort #59 am: 31. Januar 2011, 02:11:12 »
sorry, mit hochrechnen meinte, wenn man statt 16 frauen mal 100 nehmen würde, was dann herauskäme.
würde dann doch eine schwanger werden? die apo wird dir auch nix anderes erzählen.

eins ist mir noch eingefallen und da muss ich deiner ärztin mal recht geben. wenn du kein kind hast, dann könnte
es noch mehr aua machen und die risiken der mirena, da musst du selbst mal lesen.
vllt hat es ja damit etwas zu tun, dass sie das nicht will.
ich hab ja mein süßes kind und will mit meinen 48 lenzen keins mehr haben :)
Naja, leider hat ja jeder ganz andere Nebenwirkungen bei allen Verhütungsmitteln. Zysten, Eileiterschwangerschaft und so klingt natürlich grandios, aber jedes Mittel hat wohl seine Nachteile. Und da ich bei meiner Pille keine hab, würde ich auch ungern wechseln. Meine Frauenärztin hat mir die Hormonspirale, ich fand sie sehr klein, aber sie gab dann eben den Punkt, dass es eben noch viel zu "klein" bei mir ist.
Ich hab mal so'ne "Epilepsie-Genetik-Expertin" (war hier irgendwo im Forum verlinkt) angeschrieben, vielleicht hat die ja was in petto :'(
Ansonsten neue Gyn suchen... leider glaube ich nicht, dass andere Ahnung hätten, ist halt nicht "ihr" Gebiet (schon sone Erfahrung gemacht). Man bräuchte eine auf Epilepsie spezialisierte Neurologin und eine Gyn, die beide regelmäßig die neuesten Ärztenews und Erkenntnisse sich eintrichtern würden und mit BEIDEN gleichzeitig eine Gesprächsrunde anfangen :/
Für mich wär ein Kind ein Albtraum :( Aber Gummi ist in 4 Jahren Beziehung halt kein Knüller, kostet auf Dauer viel (jaja ich weiß, noch billiger als ein Kind) und begeistert ist keiner davon.
Da ich ja eben nicht weiß, ob die Pille wirkt, habe ich manchmal selbst beim nackten Kuscheln Angst, dass irgendwelche Lusttropfen auch nur in die Nähe meines Schrittes kommen könnten :o  sehr erdrückend solche Situationen...