Autor Thema: Aggressiv und depressiv  (Gelesen 12684 mal)

lingua

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #15 am: 17. Dezember 2008, 15:18:41 »
Hallo Kamasutra!
Ich hoffe, ich habe deinen Namen richtig geschrieben? Du hattest wohl gestern
einen schönen Beitrag geschrieben, was die Frage der Psyche oder die Behandlung
der Epilepsie oder wo man keine eindeutige Diagnose erstellen kann, man sie
schnell zum "Psychologen" schickt. Ich hatte gestern mit der Beantwortung angefangen,
musste aber dann schnell zu meinen Arzt-Termin.
Aber dies ist ein ganz wichtiges Thema, was man nicht nur mit einem Satz beantworten
kann. Wie du wohl schon angedeutet hast, ist dies keine richtige Lösung und bin auch
der Meinung, dass ich bei der Beantwortung der Frage es nicht ganz richtig beantwortet
habe. Ich habe dieses "Spielchen mit dem Psychologen" auch schon durchmachen müssen.
Man hat ja selbst nach mehr als 15 Jahen noch keine beweiskräftige Symdromdiagnose
stellen können und leider hat man dies dann teilweise auch als "Psychogene Anfälle" teilweise
dargestellt und musste zum Psychologen. Nach ein paar Gesprächen bin ich natürlich
"ausgerissen", weil es keine AW auf meine Fragen waren.
Man kam immer wieder mit der "Psyche". Aber was ist "Psyche"-Man kann dies im
med. Wörterbuch nachlesen: es sind "zusammenfassende Beziehungen für die
"nichtkörperlichen Beziehungen" oder andere Bezeichnung für "Seele".
Danach hatte ich ihn gefragt und konnte mir darauf keine AW geben.
Das ist meiner Ansicht nach ein wichtiges Thema über das man noch sprechen sollte,
das dieses Wort sehr schnell angewendet wird, wenn die Ärzte nicht weiter kommen.
Dazu hätte ich gern deine Meinung gewusst!
Deinen heutigen kurzen Beitrag, was die Verantwortung jedes Einzelnen entspicht, ob
mit Epi. oder Ohne muss ich mir auch nochmals genauer durchdenken, damit ich nicht
selbst in eigene Wiedersprüche verfalle!

Kamasutra

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #16 am: 18. Dezember 2008, 08:34:53 »
Hallo lingua,

wenn dein Arzt dir keine nähere Definition seiner eigenen Diagnose geben kann/konnte, dann taugt er natürlich nicht. Das hätte er dann aber genausowenig, wenn er irgendetwas anderes diagnostiziert hätte: es wäre immer fraglich gewesen.

Was deine Frage zum Thema "Psyche" anbelangt: Die Psyche gehört zu dir, genauso wie die festen Bestandteile von Haut, Knochen, Venen, Organen uw. Sie wird gebildet aus Erfahrungen, die wie gemacht haben, Dingen, mit denen wir uns auseinandersetzen und sorgt im Resultat unter Anderem wie wir uns fühlen und vor allem auch für unsere Handlungen. Ob wir beispielsweise bei jeder Kleinigkeit aggressiv reagieren oder nach Ausflüchten suchen oder vielleicht super gelassen an jede Situation herangehen können, türmt sie sich auch noch so ausweglos vor uns auf.

Was ich hier beobachte, nicht nur bei dir, ist, dass man sich der Diagnose "psychogen" sofort verwehrt und sagt, dass einen die Ärzte nur abschieben wollen. Ja, vielleicht ist das tatsächlich so. Aber was, wenn doch nicht? Geht es einem denn nicht darum, die Anfälle los zu werden? Ist das denn nicht das eigentliche Ziel? Wenn die Anfälle nun tatsächlich psychisch verursacht werden, ich mich aber konsequent weigere, mich auf einen Psychotherapeuten einzulassen, wie soll ich das dann jemals schaffen? Wäre es denn nicht auch sinnvoller, zu beweisen, dass es nicht psychisch ist, indem ich das "Spielchen" mitmache und einmal mit Hilfe des Arztes ernsthaft in mich hineinhorche? Und dabei nicht gleich nach drei Sitzungen wie abhaue, nur weil meine Anfälle noch nicht weg sind? (Den Tabetten gebe ich schließich auch mehr/längere Chancen, oder?)

Vertehe mich nicht falsch: Würde ich die Diagnose psychogen erhalten, dann würde ich das durchaus auch in Frage stellen und zusehen, dass man auf dem "körperlichen" Weg weiter forscht. Aber ich würde eben auch parallel dazu mit einem Psychotherapeuten auf dem anderen Gebiet forschen, ob es nicht doch vielleicht irgendetwas in mir gibt, das ich bisher übersehen habe. Nicht dieses Entweder-Oder, das ich hier bei vielen sehe, sondern eben beides. Die Psyche ist nichts Schlimmes, vor der brauche ich keine Angst zu haben.

Noch ein Nachtrag: Dir ging es um die Ärzte, die flott bei einer Diagnose sind (bzw. flott bei der Diagnose "psychogen"). Das ist abhängig davon, ob ich meinem Arzt grundlegend vertraue oder nicht. Im letzteren Fall würde ich wechseln, um eine andere Meinung einzuholen, im ersteren würde ich mich auf seine Vorschläge einlassen. Aber ob ich einem Arzt vertraue hängt auch stark davon ab, ob er mir z. B. die Dinge erklärt oder einfach nur anordnet, wie er mit mir die Resultate durchgeht, wie transparent er mir die einzelnen Wege aufschlüsseln kann. Und auch, ob er z. B. Fehler zugeben oder aufzeigen kann, wann er an seine Grenzen stößt. Alles in allem also, ob ich an dem Vorgang beteilligt werde oder ausgeschlossen.
Gruß, Kamasutra

Niemand

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #17 am: 18. Dezember 2008, 11:04:51 »
Hallo @ all

Ich kann nur aus meiner Erfahrung berihten und als ich topamax nahm was für Agressivität ja bekannt ist.Merkte ich aber das Umfeld deutlich.
Als ich dann ZONEGRAN bekamm wurde es noch heftiger  >:( Das tausche ich jetzt aus gegen VIMPAT.

Aber von KEPPRA ??? Hab ich leider noch nicht gehört nehm ich auch noch und die größte Dosis. HM... ob es davon kommen kann hab ich noch nie drüber nachgedacht KEPPRA nehm ich am längsten von allen.


Kamasutra

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #18 am: 18. Dezember 2008, 11:35:53 »
Es könnte natürlich sein, dass das Keppra bei dir eine grundlegende Aggressivität verursacht und die anderen Medikamente es lediglich gesteigert oder deutlicher hervorgebracht haben.

Pauschal über ein Medikament zu sagen "das ja für seine Aggressivität bekannt ist", damit wäre ich übrigens vorsichtig, denn es mag ja bei vielen so wirken, bei vielen anderen aber ach wieder nicht oder vielleicht sogar genau im Gegentei. Genauso wie manche bei einem Medikament zunehmen, andere dagegen abnehmen und bei wieder anderen passiert gar nichts.
Gruß, Kamasutra

lingua

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #19 am: 22. Dezember 2008, 15:23:57 »
Hallo Kamasutra!
Habe ja in der Zwischenzeit deine anderen Beiträge oder AW gesehen, aber sehe jetzt nochmals
diesen Beitrag von dir. Natürlich hat man auch eine "Eigenverantwortung" zu sich selbst, aber die
Frage ist sicher, in wie weit man sich dieser Verantwortung bewußt wird, um sich auch selbst
steuern zu können-oder? Oft muss ein Anderer darauf aufmerksam machen, dass man sich falsch
verhält. Wenn man sich der Sache nicht bewußt wird, kommt es zu Verhaltensstöhrungen, die
auch dem Partner gegenüber zu keiner Lösung führt.
Natürlich-wie du schon das Keppra als Wirkungsfaktor für Aggressivität erwähnst, ist es bei diesem
Medikament wirklich so-gerade wenn es in einer hohen Dosis langzeitig verordnet, können diese
Symptome besonders spürbar werden, wie ich es leider auch erleben musste.
Ich bekomme 4000 mg pro Tag und leider gab es keine andere Lösung zur Senkung der Anfälle.
Es gibt viele "Herd-bezogene Antiepileptika" doch leider gibt es bei mir keine Herdepilepsie, um
ein anderes Medikament einsetzen zu können.

BineDani

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #20 am: 22. Dezember 2008, 18:08:38 »
Hallo Ihr Lieben,
unsere Erfahrung (also die von meiner Tochter - 18 J. und Epileptikerin -  und mir) ist diejenige, dass die Epilepsie an und für sich aggresiver und depressiver macht.
In den ganzen Jahren hätten wir das Verhalten an keinem Medikament festmachen können.
Wirklich geholfen hat meiner Tochter psychotherapeutische und sozialpädagogische Unterstützung durch das Jugendamt - schlicht Verhaltenstraining.
Ganz freiwillig hat sie das natürlich nicht gemacht.
Aber ich hab immer zu ihr gesagt, dass ein Mensch mit einer Lernschwäche ja auch eine Extra-Schule nebenher besucht.
Und das sie halt in anderen Bereichen mehr gefördert werden muss.
Sie hat gelernt ihre Gefühle zu kontrollieren und damit umzugehen.
Morgen hat sie dort ihr Abschiedsfrühstück - sie ist ja jetzt 18... und glaubt mir - ihr gehts richtig nahe... sie wäre gern noch ein Weilchen geblieben ;-))
Mein Fazit: es wäre Fatal alles mit dem Besen der Epilepsie unter den Teppich zu kehren - ob Auslöser oder nicht -
es gibt da denfinitiv genauso die Möglichkeit auf Therapie wie bei jeder anderen "Störung".
Der Patient - ob Partner oder Kind - muss sich da allerdings drauf einlassen - das ist wahrscheinlich das größere Problem...
Ganz liebe Grüße
Bine

ragazzi77

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #21 am: 22. Dezember 2008, 19:40:35 »
Hallo Bine,

ich freue mich sehr das deiner Tochter durch eine Verhaltenstherapie geholfen werden konnte. Aber ich denke man kann es wirklich nicht pauschalisieren. Die einen sagen es kommt von den Medis und du sagst es hat mit den Medis nichts zu tun. So einfach ist es nicht. Warum ich dieser Meinung bin kann ich gerne erläutern.

Ich habe selbst mit der Epi seit 12 Jahren mehr oder weniger zu tun. Vor einigen Jahren bin ich in eine sehr extreme, unter anderem auch aggressiv -depressive Phase geraten. Ich dachte wirklich es liegt "nur" an mir weil ich mit der Epi nicht umgehen könnte und auch andere Dinge passiert waren die es mir nicht immer möglich machten meine Gefühle zu kontrollieren! Also suchte auch ich Hilfe weil ich ein ganz anderer Mensch geworden war den ich selbst nicht mehr kannte und auch nicht mehr mochte. Wie sich nach einer psychiatrischen Untersuchung heraus stellte hatte ich "durch" - "von" der Medikation her eine organische Psychose entwickelt. Organisch eben, weil die Medis der Auslöser waren!

Zu der Zeit hatte ich eine Kombination bestehend aus... 1200mg Lamotrigin - 600mg Carbamazepin - 400mg Phenytoin und 400mg Topamax.

Man dosierte in der Epiklinik "stationär" sofort innerhalb von 2 Wochen das Topamax und dann das Phenytoin aus. Ob du es glaubst oder nicht, schon nach einer Woche war ich wie ein NEUER Mensch und nach 2 Wochen wieder vollkommen ich selbst!!! Glaube mir, da wo ich vorher war möchte ich nie wieder hin kommen und hätte ich es nicht am eigenen Leib erfahren hätte ich so etwas nie für möglich gehalten!

Klar gibt es Dinge die wir noch beeinflussen können, aber es grundsätzlich darzustellen das man "nur" lernen muss seine Gefühle zu kontrollieren? Sorry, aber da muss ich dann doch widersprechen.


LG, ragazzi

Pumuckel

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #22 am: 22. Dezember 2008, 20:59:00 »
Hallo,

ich habe da auch schon so einige Erfahrungen gemacht bzw. meine Mitmenschen  :-\

Meine Ärzte meinten, dass die Depris und die Agressivität bzw. Gereiztheit von der Epilepsie kommt. Also vor den Anfällen bin ich meistens sehr gereizt. Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass sich das Frisum total negativ auf meine Stimmung und Psyche auswirkt.

Auch wenn ich dann das Gefühl habe, dass mich diese Gefühle und Stimmungsschwankungen übermannen und ich nichts dagegen tun kann, sind Rückmeldungen ganz wichtig für mich ... dann halte ich inne und kann an der Situation schon was verändern, mir ne Auszeit nehmen oder mir was gutes tun.

LG,

Pumuckeline

Kamasutra

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #23 am: 23. Dezember 2008, 07:05:40 »
@lingua
Gegen andere Menschen, die einem immer wieder Rückmeldung zu einem selbst geben, ist ja auch nichts zu sagen. Gerade Freunde - wozu sind die sonst da?

Allerdings sollte man sich auch nicht nur auf sie verlassen, sondern selbst immer mal wieder in sich hineinhorchen und Dinge, die passiert sind oder die man jemandem geschrieben hat, noch mal reflektieren. Wenn man sich selbst gegenüber offen ist, bekommt man das im Laufe der Zeit auch hin. Dann ist zwar das Verhalten im direkten Umgang immer noch nicht perfekt, aber man kann sich langsam annähern. Wenn man z. B. schnell gereizt reagiert, ist es einem nach einer Reflektion möglich, Entschuldigung zu sagen, während man ohne eine Reflektion gar nicht darauf kommt, dass da etwas schief gelaufen ist, geschweige denn, was genau.

Tabletten können einem da das Leben ganz schön schwer machen, aber wie ich gerade schrieb: Wenn man in sich hineinhorcht und feststellt, dass man eigentlich gar keinen wirklichen Grund hatte, so zu explodieren, dann hat man auch die Möglichkeit, sich zu entschuldigen, was gerade in einer Beziehung viel wert sein kann.
Gruß, Kamasutra

lingua

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #24 am: 23. Dezember 2008, 19:05:56 »
Hallo Kamasutra!
Hatte deinen Bericht schon gesehen und "teilweise richtig durchgearbeitet, um auch eine richtige AW
geben zu können". Zunächst gefällt mir gerade dies an deinen Beiträgen, nicht nur zu überlegen-
sondern auch etwas tiefer in den Text zu schauen. Das macht mir Freude, mit dir über einige Dinge
"zu diskutieren". Hatte auch deinen anderen Beitrag oder AW von meinem Beitrag gelesen, den du
Stück für Stück auseinander genommen hast. Auch dies war "sehr gut", weil du mich zu neuen
Überlegungen angereizt hast oder wie man es bald nicht anders ausdrücken kann und bin der Meinung,
dass dieses "Danke" eigentlich ein Funken gegeben hat und wir so eigentlich uns näher zur Diskussion
zu bestimmten Themen gebracht hat. Ich hoffe-ich habe mich richtig ausgedrückt? Natürlich werden
wir die angesprochenen Fragen und Komplexe nicht heute beantworten können.
Kurz aber zur Symdromdiagnose: Du hast natürlich einerseits recht, wenn der Arzt keine genaue Diagnose
stellen kann und dazu gehört auch die "Ätologie" die den Beweis erbringen soll, dass die gestellte
Diagnose<einschließlich der Anfallsformen> schon etwas genauer bei der heutigen Diagnostik werden
kann und muss.
Um eine Diagnose stellen zu können, muss man nach der Ursache forschen, um die Wirkung der
Anfallsformen erkennen zu können, denn davon hängt letzlich auch die richtige Therapie ab.
Leider aber gibt es in der heutigen Epilepsieforschung auch noch sehr vieles "Undurchschaubares"!
Dies nennt man "Kryptogen" aus dem griech. und heißt übersetzt "undurchsichtig" und das ist
"mit den heutigen Mitteln oder Med.Techn.Geräten nicht messbar ???
Leider ist dies bei mir der Fall und du kannst es mir glauben oder auch nicht.
Bin nicht nur wegen mir, sondern wegen eines erarbeiteten "Epilepsie-Programms" in Verbindung
mit einem Prof. aus Greifswald.

dagmarklaus

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #25 am: 26. Dezember 2008, 07:00:35 »
Hallo,
nach unserem Urlaub in Teneriffa gehen mir folgende Gedanken durch den Kopf: Die komplette Zeit war mein Mann total entspannt und nicht einmal aggressiv oder depressiv (bei gleicher Medikation). Nur eine Auszeit vom Alltag ist ja begrenzt. Es ist bei schon so, dass ich eine Wesensveränderung seit Ausbruch der Epi festgestellt habe. Im alten Leben war er die Ausgeglichenheit in Person. Natürlich ist seine und meine -Seele- verletzt worden - wie das wohl bei jeder Krankheit ist. Man ist verletzt und fragt sich, warum ich bzw warum mein Partner.
Wir üben beide unser Verhalten - der Epi - den Medis - und uns selbst und anderen gegenüber - anzupassen oder entscheiden uns auch bewusst gewisse Dinge nicht mehr hinzunehmen.
Lieben Gruß
Dagmar

Kamasutra

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #26 am: 27. Dezember 2008, 21:31:19 »
@lingua
Bin jetzt zu müde, um antworten zu können. Falls ich es in den nächsten Tagen nicht tue, übersehe ich diesen Beitrag einfach (unabsichtlich). In diesem Fall schicke mir eine kurze Erinnerungsnachricht.

@Dagmar
Ist das so zu verstehen, dass ihr - zumindest im Moment - einen guten Weg gefunden habt, miteinander (in der "veränderten" Situation) umzugehen? Das wäre wirklich klasse.
Gruß, Kamasutra

dagmarklaus

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #27 am: 28. Dezember 2008, 13:52:42 »
Ja, Kamasutra wir haben unseren - guten Weg - gefunden. Auch wenn am 2. Weihnachtstag - der Schalter wieder umgelegt - wurde - da eine unstimmige Situation war und mein Mann leider wieder bis zum nächsten Tag in ein - tiefes Loch - fiel. Mittlerweile weiss ich, dass ich in diesen Momenten gar nichts machen kann - und hoffe auf den nächsten Tag und - alles ist dann auch wieder gut.
Lieben Gruß
Dagmar

nataliethesaint

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Re: Aggressiv und depressiv
« Antwort #28 am: 28. Januar 2009, 15:29:51 »
Hallo,

ich würde das auch dringlichst mit dem Neurologen besprechen. Ich spreche zwar von meinem Kind, aber auch bei uns war das so. Da Ann-Kathrin ein Kind ist, war das noch viel schlimmer. Sie hat von einem auf den anderen Tag ihre Identität verloren und war absolut nicht mehr steuerbar; auch nicht in der Schule. Das hat sich zwar abgeschwächt, aber es war immer auf einem Level, dass das eines normalen Menschen deutlich übersteigt. Bei meiner besten Freundin hat es dazu geführt, dass ihre Schwägerin kein Wort mehr mit ihr redet. Sie ist sogar die Patin ihres ersten Kindes und selbst ihr eigener Bruder (hat auch Epilepsie, ist aber inzwischen soweit frei, dass die Medis reduziert werden) redet nicht mehr mit ihr.

Bei uns hat das erst aufgehört, als wir die Dosis reduzieren konnten und inzwischen fast abgesetzt haben. Jetzt sagen alle Lehrer auf einmal zu mir, dass Ann-Kathrin ein vollkommen anderer Mensch ist. Ich sage dazu immer nur: "Nein, sie ist einfach wieder der Mensch, der sie war".

Ich kann deinem Neurologen nur zustimmen, zumindest war es bei uns so "Nichts ist mehr so wie es war". Du sollst normal weiterleben, wir haben das nicht geschafft. Unser ganzes Leben hat sich nur noch um meine Tochter gedreht. Sie war der Mittelpunkt von allem, so wie die Sonne der Mittelpunkt des Universums ist. Wir haben dieser Krankheit alles untergeordnet.

Ich kann einen Therapeuten empfehlen, es gibt solche die auf die Problematik spezialisiert sind. Das hat vieles leichter gemacht und vor allem wie konnten vieles einfach besser verstehen. Das war ganz wichtig. Du mußt dich mit der Erkrankung sehr aktiv auseinandersetzen und dich genau informieren, was da eigentlich in seinem Kopf passiert.

Grüße Natalie