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Autor Thema: ist epi vererbar  (Gelesen 4480 mal)
Tazzi79
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« Antworten #30 am: 05. Juli 2010, 19:43:56 »

Hallo chani.

Epilepsie selber ist nicht vererbbar, nur die VERANLAGUNG zur Epilepsie. Weiss da Bescheid weil es mich getroffen hat. Das heisst nicht dass man es bekommen MUSS wenn z.B. die Mutter es hat, aber es wird begünstigt.

Liebe Grüße,

Eure Tazzi!
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« Antworten #31 am: 06. Juli 2010, 00:02:05 »

hy
hab nen guten freund dessen cousine auch Epi hat
und er wurde bei unklaren synkopen auch dafauf untersucht er hat zwar mini mini auffälligkeiten im eeg aber nie ne richtigen anfall gehabt.
dDas umfallen war eher kreislauf bedingt.
Da wurde ihm au lediglich gesagt das das risiko zwar höher is es zu bekomm, er es aber ned hat.

lg
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« Antworten #32 am: 14. Juli 2010, 20:48:02 »


Hallo Zusammen,

ich finde das Thema sehr zweischneidig. Niemand weiß genau, ob eine Epilepsie erblich bedingt ist. Und selbst wenn es so wäre, welche Konsequenz ergäbe sich aus diesem Wissen?

Epileptiker sollten sich nicht fortpflanzen, da ihre Kinder auch Epileptiker sind? 

Ich benutze den Begriff der Fortpflanzung absichtlich, weil er den Rassismus, der hinter diesen Überlegungen steckt, beschreibt. Ich sage damit nicht, dass es rassistisch ist, sich als Epileptiker Gedanken über seine möglichen Kinder zu machen - absolut nicht. Diese Gedanken zeigen ein Verantwortungsbewusstsein, das vielen Menschen leider fehlt.

Wenn aber Menschen, die an einer Epilepsie leiden, sich gegen eigene Kinder entscheiden, weil die Möglichkeit einer Vererbung besteht, beugen sie sich der Vorstellung, dass das Leben mit Epilepsie ein nicht erstrebenswertes Leben ist und das deshalb im Vorfeld verhindert werden muss.

Damit impliziert der an einer Epilepsie leidende Mensch, dass sein Leben so schrecklich ist, dass es nicht lebenswert ist und er macht sich, quasi im vorauseilendem Gehorsam, pränatal zum Vollstrecker der letztendlich nationalsozialistischen Doktrin vom unwerten Leben.

Ich gebe zu, dass das eine gewagte These ist. Ich stelle sie trotzdem auf.

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Martina




 
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« Antworten #33 am: 16. Juli 2010, 03:28:34 »

Hallo Martina,

ja, die These ist gewagt und außerdem verletzend krass formuliert.
Auf Nazivergleiche sollte man möglichst verzichten.
Im Umkehrschluss hieße Deine These, dass man, wenn man eine Epilepsie hat, Kinder bekommen müsse, um nationalsozialistischem Gedankengut rückwirkend eine Abfuhr zu erteilen.

Ich bin der Meinung, ob man ein Kind zeugen möchte oder nicht und aus welchen Gründen man es tut oder nicht, sollte jeder selbst entscheiden können ohne derartige Vergleiche vorgeworfen zu bekommen.
Mal ganz abgesehen davon, dass der Begriff Rassismus ohnehin fehl am Platz ist, da es um keine Ausgrenzung aufgrund einer tatsächlichen oder vermeintlichen Gruppenzugehörigkeit geht.

Wenn jemand seine eigene Behinderung oder Erkrankung für sich persönlich als so schwerwiegend und beeinträchtigend empfindet, dass er sichergehen möchte, sie seinen Kindern nicht weiterzuvererben, ist dies seine ganz persönliche Entscheidung, die ihm niemand abnehmen oder zum Vorwurf machen kann. Ob diese Einschätzung für andere nachvollziehbar ist, darüber kann man diskutieren, aber bitte in einem Ton, der dieses Recht des anderen respektiert.

LG Cornelia
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Panettone
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« Antworten #34 am: 28. Juli 2010, 23:22:01 »

Hallo

Epilepsie selbst ist nicht vererbbar, wohl aber die erhöhte Anlage zur Anfallbereitschaft.

In meiner Familie ist diese Anfallbereitschaft recht oft durchbrochen worden.
Meine Grossmutter hatte hin und wieder GM-Anfälle, bezeichnete sie jedoch als Migräneanfälle, weil sie sich möglicherweise schämte oder es nicht anders wusste, vor allem aber während des Dritten Reiches aus Angst. Als dann bei zweien ihrer sechs Kinder (meiner Mutter und einem ihrer Brüder) auch noch Epilepsie ausbrach, war das Verschweigen komplett. Folglich gab es auch keine ärztliche Behandlung, die dann erst nach 1945 beginnen konnte, allerdings recht dürftig mit Brom und Luminal.

Bevor meine Eltern heirateten, fragten sie einen Facharzt nach der Vererbungswahrscheinlichkeit. Der meinte, nein, nein, da sei nichts vererbbar, die Epi bei meiner Mutter und ihrer Mutter sei nur psychisch bedingt durch die Angst vor Bomben während des Krieges.
Nun, mag sein, dass dies der Auslöser war, doch ansonsten irrte er sich. Allerdings wusste man damals auch noch nicht viel über Epi und beonders die Verebung.

Meine Mutter bekam 5 Kinder, und bei uns allen kam die Epi während der Pubertät zum Ausbruch, alle mit Absencen und GM, bei einem meiner Brüder sehr schwer (ca 3 - 8 Anfälle täglich). Meine Mutter liess sich in Kork von Dr. Mathes medikamentös einstellen, wir Kinder wurden von dr. Schneble, der damals noch in Herten am Kinderkrankenhaus arbeitete, eingestellt, was auch gut gelang. Lediglich mein erwähnter Bruder zeigte sich völlig resistent gegen jede Medikation. Er war dann eine Weile im Epizentrum in Zürich, wurde jedoch dort derart mit Medikamenten vollgestopft, dass er nur noch lallen und sich tormelnd fortbewegen konnte. Nach einem Sturz kam dann noch ein Schädel-Hirntrauma dazu. Die Ärzte dort gaben ihm zusätzlich zu seinen unzähligen Medis noch (das in der Schweiz damals bereits verbotene) Eunerpan. Folge war ein Status epilepticus mit Todesfolge. Wir anderen haben unsere Epi ganz gut im Griff und leben damit.

Von den Geschwistern meiner Mutter hatte ein Bruder ebenfalls Epi; bei einem seiner 5 Kinder kam sie auch zum Ausbruch. Mutters Schwester, die selbst nie Epi hatte, hat sechs Kinder; bei zweien brach in der Pubertät die Epi aus. Sie wurden alle von Dr. Schneble, der inzwischen in Kork war, eingestellt und leben normal.

Ich selbst habe eine Tochter; während der Pubertät brach bei ihr die Epi aus. Auch sie wurde umgehend in Kork von Dr. Schneble medikamentös tadellos eingestellt. Sie ist noch Jugendliche und es fällt ihr nicht ganz leicht, auf ausgedehnte Discobesuche, Alkohol und die Pille zu verzichten, doch der Wunsch, anfallsfrei zu bleiben und den Führerschein bald machen zu knnen, ist grösser. Sie hat sich ganz gut mit der Krankheit abgefunden; auch in ihrem Austauschjahr in Kanada gab es keine Probleme.

Ob die Epi auch bei den Kindern meiner Geschwister ausbricht, kann man noch nicht sagen - sie haben die Pubertät noch nicht erreicht. Die Wahrscheinlichkeit ist aber nicht gerade minimal.

LG
Panettone
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Luca-Helgo
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« Antworten #35 am: 30. Juli 2010, 00:04:58 »

Hallo zusammen,
also ich war vor kurzem erst in einer Epilepsieklinik und hab da nen ganz guten vergleich bekommen. Mit der Epilepsie verhällt es sich so wie mit dem hang ein Alkoholproblem zu haben. Die "Veranlagung" ist bei jedem da, aber das bedeutet nicht, dass sie durchschlagen muss!
Und auf einer Versammlung hat man uns erklärt, dass das Risiko, dass das KInd eines Epileptikers ebenfalls an Epilepsie erkrankt gerade mal um 1% höher ist als bei Nicht-Epis.
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