Autor Thema: Keppra & Nebenwirkungen  (Gelesen 34103 mal)

humpenrudi

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #45 am: 06. April 2010, 18:47:30 »
Hallo Hermann,

also glaubst Du, das es keine Nebenwirkung von Keppra sind ??? Sorry wenn ich mal jetzt so dumm Fragen muss.

Gruß Sveni

Hermann

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #46 am: 06. April 2010, 19:58:45 »
Hallo Sveny,

ich bin ja kein Arzt, sondern nur Patient. Somit ist eine Ferndiagnose nicht möglich. Ich kann aber aus dem eigenen Erleben noch ein Beispiel mit der Einnahme von Keppra ins Gespräch bringen.

Als ich zum Ende März 2006 zum Monitoring ging, nahm ich noch Timox (Carbamazepin) und Ergenyl Chrono (Valproinsäure). Nachdem ich dort fertig war, hat mich der Chefarzt umgestellt auf Trileptal (Oxcarbazepin) und Keppra (Levetiracetam). Er hat zwei Begründungen dafür genannt. Einmal ging er davon aus, dass ich damit weniger Anfälle bekomme. Und als Hauptgrund nannte er die Blutungsgefahr unter Ergenyl, damit wäre eine OP am Kopf unmöglich gewesen.

Ein nächster Neurologe zu Hause wies mich auf die Wirkstoff-Ähnlichkeit zwischen Trileptal (Oxcarbazepin) und Timox (Carbamazepin) hin. Da ich noch zentnerweise Timox in den Schubladen hatte, solle ich die doch ruhig anstatt des Trileptal nehmen. Da ich keine Apotheke eröffnen wollte, habe ich das auch getan.  Und promt bekam ich Anfälle in Serie. Da habe ich das Keppra von 1000 mg auf 1250 mg erhöht. Also um 25 %. Die Anfälle blieben so aus.

Als ich eines Abends von meiner Nachbarin zurückkam, habe ich mir mal im Stillen zu Hause überlegt, was ich eigentlich für einen Blödsinn dort erzählt habe. Je mehr Gedanken ich mir um den stattgefundenen Dialog machte, um so mehr fiel mir auf, dass ich viel dummes Zeug geredet hatte. Ich habe sie am nächsten Tag angesprochen und sie gebeten, es mir nächstmal zu sagen, wenn es wieder soweit ist.

Nach kurzer Überlegung bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es das Keppra war, was ich eigenhändig ohne Absprache mit dem Arzt um 25 % erhöht hatte. In anderen Beiträgen habe ich schon davon gesprochen, dass ich bei einer Überdosierung von Keppra „Dummes Zeug“ rede. Echt wirres Zeug. Dann habe ich das Timox wieder herausgenommen und Trileptal geschluckt. Dann war alles wieder gut.

Jetzt zu Deiner Frage. Die Ärzte Deiner Mutter werden diesen Zustand aus meiner Sicht nur durch das Ausschlussverfahren abklären können. Dazu gehörte als Erstes eine Blutuntersuchung. Ich gehe um Moment davon aus, dass es a) NW der Eindosierung sind, und b) eine mögliche Überdosierung bis hin zum Toxischen sein könnte. Hinzu kommt noch, wenn die Seele eines Menschen geschwächt ist, kann er nur halb so viel ertragen. Das alles spielt eine Rolle mit, die abgeklärt gehört.

Viele Grüße
Hermann
« Letzte Änderung: 06. April 2010, 20:03:43 von Hermann »

humpenrudi

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #47 am: 06. April 2010, 20:04:14 »
Hallo Hermann,

also kann ich davon ausgehen, das die Symptome von awchselnder Verwirrung und Klarheit nciht auf Keppra zurückzuführen sind und doch eine folge des epileptischen Anfalls sind ???

Gruß Sveni

Roman_83

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #48 am: 06. April 2010, 20:07:09 »
also ich aus mediziner sich, als intensivkrankenpfleger würde sagen das es auf das keppra und die traumatischeüberbelastung zurückzuführen ist!!!
also es ist beides der auslöser für den schlechten zugang deiner mutter.....

Hermann

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #49 am: 06. April 2010, 21:02:19 »

Hallo Sveny,

tut mir leid, ich habe zwar viel geschrieben, dabei das Wesentliche nicht  genug zum Ausdruck gebracht.

a) Wir müssen davon ausgehen, dass das Keppra während der Eindosierung, damit meine ich einen Zeitraum von ca. einem Monat, die Nebenwirkungen besonders stark zeigt. Diese Wirkung auf den Körper ist Teil der von dir beschriebenen Smptomatik.

b) Ich gehe noch ein Stück weiter und möchte abgeklärt haben ein seltenes Phänomen. Nicht oft kommt es vor, dass der Wirkstoff von Keppra toxisch ist. Auch das könnte zu der Verwirrtheit führen. So wie ich in meinem Beispiel aus eigener Erfahrung geschrieben habe.

c) Die posttraumatischen Belastungsstörungen schwächen den Körper, so dass er schon sehr rasch mit den beschriebenen Symptomen die Problematik anzeigt.

Also sprechen wir von drei belastenden Komponenten. Wenn ich von einem Ausschlussververfahren rede, meine ich, dass als Auslöser der Beschwerden die drei o. g. Punkte nicht in Frage kommen dürfen,  um zu ausführlicherer Diagnostik überzugehen.

Liebe Grüße
Hermann

humpenrudi

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #50 am: 06. April 2010, 23:28:22 »
Hallo Hermann,

danke Dir, so wie es beschrieben wurde haut der Verlauf bei meiner Mutter hin. Bitte entschuldigt, wenn ich soviel Nachfrage, aber ich habe einfach Angst sie zu verlieren. Aufgrund eines Leberleidens, kann man Ihr offenbar auch nciht alle Medikamente geben.

Gruß Sven
« Letzte Änderung: 06. April 2010, 23:36:05 von humpenrudi »

sus

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #51 am: 21. April 2010, 10:49:38 »
Hallo,

ich will mich nächste woche auf Keppra umstellen lassen, weil die Ärzte mir geraten haben, dass dies besser als Ergenyl sei. Ergenyl nehm ich jetzt seit 10 Jahren und habe im letzten Jahr starke Agressionen und Depressionen. Das wirkt sich bei mir so aus, dass ich sehr schnell auf 180 bin und mich dann abregieren muss. Meist endet dies damit, dass ich Türen eintrete usw. Das will ich aber eigentlich gar nicht. Ich habe durch meine Depressionen dann letztes Jahr meinen Job verloren.  :(  Ich bin in ein tiefes Loch gefallen aus dem ich scheinbar von selbst nicht mehr rauskomme.

Hermann

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #52 am: 21. April 2010, 16:41:00 »
Hallo Susan,

Du hast recht, Ergenyl macht unbeweglich und wirkt stark sedierend. Außerdem bekommt man Haarausfall und „Fressanfälle“. Und ich bekam auch Anfälle, wohl mehr von dem Mittel als durch die Epilepsie bedingt.

Bei dir gehe ich davon aus, dass Du mit dem Ergebnis von Ergenyl unzufrieden bist, weil es nicht anfallsfrei macht, weil es müde und traurig macht, weil es zur Arbeitsunfähigkeit führt und es dich nicht mehr Mensch sein lässt. Die Gesamtsituation wird der Grund der Trennung von diesem Mittel sein. Du kannst froh sein, dass Du es noch gemerkt hast, Ergenyl bringt Menschen ins Grab, ohne dass sie dahinter kommen.

Habe mich vor einigen Jahren von Ergenyl auf Keppra umstellen lassen und es als wahre Erlösung empfunden. Ich verspüre bei Keppra zwei Nebenwirkungen. Erstens macht das Mittel feindseling und aggressiv, man muss unbedingt auf sich achten, damit es nicht ausufert. Und zweitens darf man es abends nicht zu spät nehmen, sonst bleibt man schlaflos. Ich wünsche viel Erfolg bei der Umstellung. Bin davon überzeugt, dass Du besser damit zurecht kommst.

Liebe Grüße
Hermann

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #53 am: 21. April 2010, 19:11:11 »

Hi,

unsere Tochter (16 J.) nimmt seit Beginn der Epi - fast genau vor einem Jahr - Keppra.

Am Anfang war sie hundemüde und regelrecht stoned. ( :) sagt heute kein Mensch mehr.) Nach vielleicht 3 Wochen ereilten sie Wutschübe, die sie aber selbst eher belustigt verzeichnete und die nie zu regelrechten Tobsuchtsanfällen ausarteten.

Nach 8 monatiger Einnahme von tägl. 1750 mg. bekam Lotti Angstzustände und Weinanfälle, die uns ziemlich nervös machten. Nach Absprache mit der Ärztin wurde die Dosis auf 1500 mg. runtergesetzt. Es wurde prompt besser. Wir wissen nicht, ob die Panikzustände durch das Medikament hervorgerufen worden sind. Ich glaube, dass auch andere Faktoren daran beteiligt waren.

Soweit zum negativen.

Jetzt: das Positive: Das "Kind" ist anfallsfrei. Sie führt ein ganz normales Teenieleben mit allen Schikanen.
Von daher kann ich sagen: Keppra ist okay.

Viele Grüße
die O.

botolo

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #54 am: 22. April 2010, 16:42:07 »
Hallo,
ich nehme seit einigen Jahren Keppra (2 x 1000). Richtige Anfälle hatte ich seither nicht. Ich bin jedoch etwas aggressiver als vorher, wo ich einige Mittel, im Laufe der Jahre nahm. Zum Teil mit schlimmen Folgen...
Was ich auch gestehen muss, bin ich wesentlich ängstlicher als vorher geworden. Zum Teil habe ich auch recht deutliche Kopfschmerzen.
Insgesamt ist jedoch Keppra eines der Mittel, die (abesehen von Depressionen) nicht die Nebenwirkungen haben wie andere Antiepileptika.

Grüsse; botolo.
« Letzte Änderung: 22. April 2010, 16:44:43 von botolo »
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Nyctea scandiaca

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #55 am: 01. Mai 2010, 00:18:14 »
Hallo,

Keppra nehme ich jetzt seit längerem als Monotherapie und so alle 6 Monate kam ein Anfall, worauf der Neurologe immer mit Dosiserhöhung reagierte. nach 6 Monaten Anfallsfreiheit kam einer Anfang April und ende April. Bisher nahm ich 3000-0-3000 und er möchte jetzt auf 3500-0-3500 gehen und wenn das nicht hilft sich nach den nächsten Medikament umschauen. Ich würde gern wissen, wieviel Keppra so die gängige Dosis ist für jm, der 52 kg wiegt.
(Ich kenne die Auslöser für meine GMs, aber die kann ich jetzt vor der Prüfungen schlecht umgehen.)

LG
Nyctea scandiaca

Hermann

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #56 am: 01. Mai 2010, 09:33:03 »
Hallo,

schön, dass Du dich nach so langer Zeit mal wieder zu uns gesellst. Ich habe mir Deine Beiträge durchgelesen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass Du trotz aller Beeinträchtigungen immer viel auf die Beine gestellt hast.

Wegen des Keppra habe ich mir Gedanken gemacht. Du hast recht, die Bemessung der richtigen Medikation richtet sich bei einigen Medikamenten nach dem Körpergewicht. Ich weiß, dass es bei Ergenyl (Valproinsäuere) so ist. Ob es auch eine Rolle spielt bei Keppra, kann ich nicht sagen.

Trotz alledem bin ich der Meinung, dass Deine Medikation eine Art Offenbarungseid der Ärzte ist. Sie wissen nicht weiter. Für das Medikamet Keppra gibt es Richtwerte, die aber nicht unbedingt verbindlich sind. Höchste Priorität hat immer die Anfallsfreiheit bei minimalen Nebenwirkungen. Wenn sie erreicht werden kann mit einer Dosis, wie Du sie nimmst, wird das ok sein. Ich persönlich halte diese Menge für abenteuerlich und als Auftrag, nach einem anderen Mediziner Ausschau zu halten. Ich wünsche dir gute Besserung

Liebe Grüße
Hermann


PS.: Wie sieht es aus mit Deiner Ausbildung? Stehst Du jetzt vor der Abschluss-Prüfung für den Beruf der PTA? Und noch eine Frage. Bist Du bei Fächärzten in Behandlung? Ich habe gerade in meinem Archiv nachgesehen und gefunden ein Schreiben meines damaligen Neurologen, der im Jahr 2005 in Hamburg bei einer Klinik für Neurologie und Epileptologie in der Bodelschwingstraße nachgefragt hat, ob ich mich dort eines epilepsiechirurgischen Eingriffs unterziehen könnte. Dieses Schreiben habe ich heute zum ersten Mal bewusst gelesen. So ist das, wenn die Medikamente zu hoch dosiert genommen werden.
« Letzte Änderung: 01. Mai 2010, 09:36:06 von Hermann »

TablettenJunky

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #57 am: 01. Mai 2010, 09:45:49 »
Also ich muss sagen seit dem ich von 4000 mg/d auf 1500mg/d reduziert habe ist von Aggressivität weniger die Spur bis gar keine. Stress habe ich immer noch und denn nicht zu knapp Anfälle bekomme ich auch noch aber ob das am KEPPRA liegt? Es soll mich eigentlich vor den GM Anfallsfrei halten jetzt werden es Psychomotorische Anfälle  ??? Meine Doc sagt es sei aber ganz normal das sich die Anfalls arten im Alter ändern 

Zum Glück habe ich erst mal mit der Aggressivität keine Probleme mehr und somit auch keine bei der Arbeit ein Punkt den ich erst mal abhacken kann zumindest vorüber gehend.
Bei 4000mg/d war es ganz übel dazu nahm ich ja noch das Topamax 400mg/d und Timox 2400mg/d
Dein Leben musst du vorwärts Leben, verstehen wirst du es rückwärts. :)

Nyctea scandiaca

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #58 am: 01. Mai 2010, 14:22:54 »
@Hermann: Meine erste von 10 Prüfungen ist am 25.5. und leider tendiere ich dazu, mir immer unnötig viel Stress zu machen. Der Neurologe bei dem ich bin, geht in einigen Jahren in Rente und hat selbst gesagt, dass er keinen anderen Epileptiker in Behandlung hat, der soviel Keppra verträgt. Meine EEGs sind gut und haben selten spikes und es spricht einiges dafür, dass Stress+Schlafmangel die Auslöser sind. Als ich 2008 in der Alsterdorfer Epi-Klinik war, wurde nur Monitoring gemacht, kein Schlafentzugsmonitoring.
Der Grund, dass ich selten hier bin, ist, dass ich normal leben möchte und es mir reicht bei der Tabletteneinnahme an meine Epilepsie erinnert zu werden. Dieses Thema weckt in mir nicht gerade positive Gefühle...

Vielleicht sollte ich mich nach Ende der Prüfungen nach einem neuen Neurologen umsehen.

Kann es passieren, dass ich die NW nicht richtig merke? Als Hobbys mache ich Yoga und Kickboxen, also wenn ich Aggressionen hätte, weiß ich wo ich sie abreagiere ;)

LG
Nyctea scandiaca

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Re: Keppra & Nebenwirkungen
« Antwort #59 am: 14. Mai 2010, 14:49:31 »
Halli Hallo

ich bin es mal wieder.....
Mir ist aufgefallen, das meine  Augenstärke irgendwie schwächer werden und zwar seitdem ich halt auf Keppra umgestiegen bin, ist das nur zufall oder auch eine "bekannte" NW?
War jeztt noch nicht beim Augenarzt, hatte letztes Jahr mal beim Optiker nen Sehtest gemacht und da war meine Sehstärke eigentlich OK hatte bisher auch nie ne Brille gebraucht, merke aber halt verstärkt in den letzten Wochen das ich z.B bei Schilder die weiter weg sind auf einmal Schwierigkeiten habe diese zu lesen.
Nehme zur Zeit Keppra 500mg  1 - 0 - 2