Autor Thema: Rivotril (clonazepam)  (Gelesen 12342 mal)

coonie

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #30 am: 29. Mai 2010, 19:21:20 »
@ Coonie,

bei der Dosisbestimmung von AE’s und Benzodiazepinen gibt es wirklich einen Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen. Bei Kindern wird es anhand des Körpergewichtes errechnet, bei Erwachsenen geht man nach ermittelten Richtwerten.  :)

LG ragazzi

danke ragazzi

Andrander

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #31 am: 29. Mai 2010, 21:36:17 »

Hallo Andreander

Ja, da hast Du richtig gelesen. Mein Neuro hat ja niemals die Idee gehabt, das abzusetzen.
Vor 27 Jahren war's ja das einzige Medikament, dass mich mehr oder weniger frei von meinen komplexen Anfälle machte. Zurückgesehen hat aber die Wirkung sehr nachgelassen und die letzten 7 Jahren, da waren meine Anfälle wieder top.

Das Rivotril wurde 2008 ausgeschlichen. Wir brauchten dazu 6 Monate. Der Entzug ging prima. Ich war ja sicherheitshalber noch in der Klinik, als die letzten 2 mg rausgenommen wurden. - Ich hatte einen komplexen Anfall, der nicht unbedingt auf das Fehlen von Rivotril zurück zu führen ist.

Ich wurde als refraktär eingestuft, ob ich's wirklich bin ?

Ich hatte also das grosse Glück, nicht abhängig geworden zu sein.

LG, Susanne

was refraktär heisst, weiss ich nicht genau - soviel wie resistent?

ich habe auch bemerkt, dass es eine "eigentliche" abhängigkeit nicht gibt sondern eben "nur" das wiederauftreten des ur-zustandes. ich versuche da den mittelweg zwischen aushalten von symptomen & dem geringhalten der dosis aufgrund NW.

liebe grüsse, Andrander
Wer morgens zerknittert aufwacht, hat über den Tag viele Entfaltungsmöglichkeiten.

Amazönchen

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #32 am: 30. Mai 2010, 14:21:03 »
refraktär heist resistent
so, wie Du's vermutet hast.
Rechtschreibfehler sind gewollt und dienen lediglich der Belustigung der Foren-Teilnehmer

charley57

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #33 am: 09. Juli 2010, 19:20:14 »
Meine güte leute. Ich nehme schon seit jahren nur einmal am tag vor dem schlaf 0,5 mg Rivotril.
Sollte genügen. Nach jahren bringt es auch nicht viel (diazepine problem). EEG steuern darf nicht.
Generell hilft sedierung für viele sachen (maskierung)

DianaK

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #34 am: 09. Juli 2010, 20:08:39 »
Ich merke, wie ich von dem Rivotril immer mehr brauche ... früher haben 8 Tropfen gereicht, dann warens 12, jetzt sind es schon 16-20.
Aber was will man machen. Das Topamax alleine greift nicht und ansonsten hab ich so gut wie alles durch.
Aber Angst macht mir das schon --- was, wenn die Wirkung eines Tages mal ganz nachlässt ?
Bei GMs oder einem Status bekomme ich vom Notarzt Dormicum oder Diazepam und dann vier bis fünf Tage noch Tavor.
Da helfen dann auch keine Rivotriltropfen mehr. Der letzte Status war angeblich so schlimm, dass der Notarzt mich gerade in Narkose legen wollte  :o da hab ich wohl zum Glück aufgehört zu krampfen.
Da nimmt man wohl auch eine latent vorhandene Abhängigkeit von Benzos in Kauf.
Schlimm ist nur, wenn man sich ohne nicht mehr aus dem Haus traut... solche Züge merke ich an mir  :-\
komplex-fokale Anfälle, viele Grand Mals, Absencen (Temporallappenepilepsie).

charley57

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #35 am: 09. Juli 2010, 20:15:13 »
Umstellung auf anderem diazepine art könte abhelfen um später zurück zu wechselen. Z.b. *** (Lorazepam).
@ Diana, keine andere medikamente?

BlackAngel17

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #36 am: 09. Juli 2010, 20:43:48 »
Huhu zusammen,

also irgendwo hatte ich es schonmal angesprochen, das ich sehr sehr selten größere Anfälle hab, seitdem de Arzt in Göttingen beim Vorgespräch gesagt hat, ich solll von 3 mal 0,5mg auf einmal 0,5mg runtergehen.

So hab ich im Moment tagsüber wenige Absencen, Abends mehrere fokale Anfälle hintereinander (Ruhezustand) und gestern wieder einen größeren (die aber zum Glück selten seitdem).
Meine Frage war halt, ob das jetzt mit den wenigen Anfällen daherkommt, weil die Rivotril Dosis zu hoch war?
Als ich nämlich plötzlich auf einmal 0,5mg gegangen war minderten sich die Anfälle.




ritorno

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #37 am: 09. Juli 2010, 21:59:22 »
Hallo BlackAngel,

Zitat
Meine Frage war halt, ob das jetzt mit den wenigen Anfällen daherkommt, weil die Rivotril Dosis zu hoch war?
Als ich nämlich plötzlich auf einmal 0,5mg gegangen war minderten sich die Anfälle.

das kann sehr wohl möglich sein das sich die Anfälle durch diese Reduzierung vermindert haben.

Zitat:

→ NW von Rivotril [Clonazepam] - Datenblatt - FS [Fachinfoservice]
Eine Zunahme der Anfallshäufigkeit bei bestimmten Formen der Epilepsie im Rahmen einer Langzeitbehandlung ist möglich.


LG ragazzi

BlackAngel17

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #38 am: 09. Juli 2010, 22:06:07 »
Ahh okay, danke Ragazzi :)

heinerle

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #39 am: 10. Juli 2010, 19:14:16 »
Hallo,

ich nahm Clonazepam über etwa 2 Jahre und fand das überhaupt nicht lustig. Anfangs wirkte es echt gut, dann musste ich die Dosis ständig erhöhen, um noch eine Wirkung zu erzielen, nach einigen Wochen war ich schon süchtig und der Entzug war recht heftig und mit den fiesesten Anfällen verbunden. Das ist eben das Problem. Manche Neurologen verschreiben Benzodiazepine wie Clonazepam, Diazepam oder Lorazepam und wie sie alle heißen, recht gerne, die wirken richtig gut und damit bekommt man auch schwerste Anfälle gut in den Griff. Im Gegenzug kauft man sich eben die Abhängigkeit bei der Dauereinnahme ein. Für ein paar Wochen mag das gut sein, aber für eine Dauerbehandlung ist das Zeug nicht zu empfehlen, man merkt ja auch Veränderungen in der Persönlichkeit nicht selbst, meine Frau war nicht begeistert, als sie 2 Jahre lang mit einem Zombie zusammenleben musste.

LG
Heinerle

BlackAngel17

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #40 am: 10. Juli 2010, 20:39:20 »
Naja, ne Langzeitbehandlungist es bei mir ja auch noch nicht (denke ich)..also seit Mitte Mai?!
Kann man das als Langzeitbehandlung sehen???

Morgens eine schonmal zu nehmen, ist mir sicherer, weil ich nicht weiß wie es ohne am Tag laufen würde (schon allein wegen der Hitze..)
Ansonsten halt, Abends im Notfall wenn ich nicht von selbst wieder rauskomme.

Ich hoffe, wenn ich in Göttingen bin, dass bei einmal 0,5mg Rivotril (manchmalt halt 2 mal 0,5mg) der Entzug nicht so schlimm wird, wie bei Dir, Henerle.

Wieviel hast du denn die 2 Jahre genommen?
So wie ich das lesen, nicht nur im Notfall, oder?

Liebe Grüße
« Letzte Änderung: 10. Juli 2010, 20:45:20 von BlackAngel17 »

warhead

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #41 am: 25. Juli 2018, 19:40:49 »
Voll krass, normalerweise nutze ich Foren wie dieses hier um Informationen zu bekommen, allerdings hat mich der Quatsch den manche hier verzapfen so abartig sauer gemacht...

Es gibt das tolle "Sprichwort", dass man wenn man keine Ahnung hat einfach mal die Fresse halten soll, und das was manche hier erzählen zeigt, dass sie entweder

a) absolut KEINE Ahnung haben , was für kleine bunte Pillen sie da eigentlich einwerfen (und ihr seid doch auch selbst betroffen, oder zumindest jemand aus eurer Familie ?)

b) ihr bewusst bösartig seid und falsche Informationen verbreitet (auf gut deutsch ihr trollt rum und verhindert dadurch, dass verzweifelte Menschen , die Information die sie brauchen nicht von euren Falschinformationen unterscheiden können, wenn sie sie überhaupt finden...)

c) sie Pharmavertreter, oder aber Pharmalobbyisten sind...

d) der Krieg gegen die Drogen zerstört nicht nur das Leben von Menschen, die auf harten Drogen sind (wenn man sich überlegt, dass es hier Eltern gibt , die ihrem Kind lieber den x-ten Versuch mit einem wirkungslosen (was die Langzeitschäden angeht völlig unerforschten) Antikonvulsiva zumuten, als dass sie zulassen dass das Kind zwar anfallsfrei, aber böse, böse abhängig vom bösen Rivotril ist wird mir einfach nur schlecht...es ist ja nicht einmal SO leicht einen Arzt zu finden, der sich erbarmt und Rivotril aufschreibt, wenn sonst nix geholfen hat und dann lasst ihr eure Kinder lieber leiden...

und nein Benzo ist nicht gleich Benzo...

Diazepam lässt die Toleranz explodieren
Lorazepam macht bei Dauermedikation die kognitiven Fähigkeiten am effektivsten kaputt
Alprazolam ist am besten missbrauchfähig (hilft auch wenn nix in der Glotze kommt , oder gegen schlechtes Wetter)

Clonazepam ist im Vergleich dazu praktisch NICHT missbrauchsfähig, klar ist es theoretisch möglich, aber hier greift wieder euer Drogen Unwissen, kein Opiatsubstituierter (mit Restverstand...), würde sein Substitut missbrauchen, ist nämlich wie zündeln im Feuerschutzraum....

Und so Sätze wie "besser als schlimm abhängig"  aus dem Satz einer Person , die mehrere Medis, die alle mehrere Nebenwirkungen haben unter denen er leidet nimmt und das dann 0,5mg -1mg Rivotril vorzieht , ist zwar durch unser freiheitlich organisiertes System abgedeckt ("Jeder darf sein Leben so zu Grunde richten wie er will !", aber ich würd so jemand entmündigen, bzw Ecxtasy oder LSD in einer menschenfeindlichen Zivilisation einwerfen ist "dumm", aber der von mir genannte "Experte" ist der beste Beweis dafür, dass Ärzte selbst dann wenn sie rein profitorientiert arbeiten und die meisten ihrer Entscheidungen den Patienten gefährden können sinnvoll und wichtig sind...

Hätte nie gedacht dass ich das mal von Ärzten sagen würde, aber das Problem ist, dass man euch das Clonazepam hinterher schmeisst. Wenn ihr seit über 10 Jahren Anfälle hättet und auch andere Familienmitgleider betroffen wären (alle pharmakoresistent, sonst wärs ja net witzig...) und ihr nach 5 Jahren durch Zufall herausgefunden hättet, dass Clonazepam das Standartmedi bei pharmakoresistenter Epilepsie ist hättet sogar IHR euch einen mehrere Jahre (selbst bei starker Dosissteigerung) reichenden Vorrat davon angehäuft...

Und ich hätte das zwar auch nie gedacht, aber wenn ihr wüsstet, was eine echte psychotrope Substanz kann und wenn ihr verstehen würdet was Clonazepam IST (letzter Schützengraben, allerletzte Auffangstellung...) würdet ihr nicht die Dosis ausgerechnet davon erhöhen, um eine Stimmungsveränderung/Stabilisierung zu bekommen...

Nehmt mal ECHTE Drogen, oder aber gebt wenigstens euren armen Kindern ihr Clona (wenn sie erwachsen sind können sie sich dann ja auch dafür entscheiden, dumm zu sein, aber davor ist das echt Missbrauch (dieses Wort ist mit Absicht gewählt, ja ich halte das was ihr macht für Kindesmissbrauch, dass ihr im Glauben ihnen zu helfen handelt ändert am Ergebniss absolut gar nix...

P.S. Falls jemand "echte" (damit meine ich EIGENE Erfahrungen mit Clonazepam als Dauermedikation (NUR bei gleichbrleibender Dosierung, und NUR in therapeutscher Dosierung, die Spezialisten die 10-20mg pro Tag werfen und sich wundern, dass sie zu Zombies werden. Herzlichen Glückwunsch, an eurer Stelle wär ich dankbar , dass Dummheit nich wehtut...)

D.e.n.d.r.i.t

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Re: Rivotril (clonazepam)
« Antwort #42 am: 25. Juli 2018, 23:12:09 »
Hallo Warhead,

ich weiß zwar nicht, was mit Dir los ist, aber wer sich ordentlich im Ton vergreift und andere angreift (Unterstellungen etc.) bist eigentlich jetzt Du. Wenn Du mit dem Forum nichts anzufangen weißt, übergehe einfach die gewünschte Info-Quelle. Aber bedenke bei Deinen weiteren "Streifzügen": jeder Mensch ist individuell und reagiert anders. Es schreiben i.d.R. nur die über Problematiken von Medikamenten, die es gut vertragen, berichten kaum.

@ all:

übergeht bitte dieses Posting, es ist nicht wert, darauf einzugehen.

VG, Dendrit, Moderator
Juvenile Myoklonische Epilepsie

Levetiracetam UCB / Keppra 4x 1.000 mg
Lamictal (Lamotrigin) 200-100-200 mg
Frisium (Clobazam) 0-0-0-5 mg

Citalopram 20-10-0 mg
Valdoxan 0-0-0-12,5 mg

Bisherige: AZA, BBX, CBZ, ETH, LCM, LZP, MSM, PB, PHT, PRM, TPM, VPA

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