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Autor Thema: Verdacht auf epilepsie bei meiner 15jährigen tochter  (Gelesen 297 mal)
berlin64
... ist hier noch neu oder schreibt eher selten.
*
Beiträge: 1


« am: 06. Juli 2010, 19:51:54 »

hallo  zusammen!

meine tochter fällt seit jahren immer wieder mal um.... "pubertät" "das kind wächst"... so die üblichen erklärungen, die man bekommt... seit einigen wochen aber häuft es sich. sie fällt fast täglich um und verliert dabei auch kurzzeitig das bewußtsein. nach dem umfallen ist  sie aber zumeist sofort ansprechbar und ist orientiert. von mal zu mal verläuft die sache schwerer. es begann mit unkontrolliertem zittern in den armen und händen (erinnerte mich an nervenzucken) und starken kopfschmerzen und schließlich taubheitsgefühle in armen beinen und kopf. heute nun hat sie nicht nur gezuckt sondern hatte laut aussage einer mitschülerin rechtsseitig gekrampft.

letzte woche hatte ich sie wegen der symptome und erneuter ohnmacht mit der feuerwehr ins krankenhaus gebracht, dort haben sie alle möglichen untersuchungen gemacht. u.a. auch drei EEGs. eines mit schlafentzug, davor ein normales und hinterher noch eins. das schlafentzugs-EEG war ohne befund. in beiden anderen gab es hinweise für eine links temporal betonte funktionsstörung. oder in arztdeutsch: "unregelmäßiges alpha-EEG, keine allgemeinveränderung V.a. Herd links fronto-temporal/DD Artefakt?, im Verlauf dysrhytmische Züge mit Zunahme unter Hyperventialation. Zahlreiche Elektrodenartefakte, insbesondere über F7 und F8. In diesm EEG Zeichen unspezifischer cerebraler Erregungssteigerung." 

jemand ne idee, was das heißt?

nach dem stationären aufenthalt wurde sie entlassen mit einem termin für den 17.8.!!!! zu einem 24-stunden-video-EEG in einer anderen klinik. das ist mal eben noch 6 wochen hin und seit der entlassung vor 5 tagen ist sie zweimal wieder mit feuerwehr eingeliefert worden (in das krankenhaus, in dem sie stationär lag) und jedesmal entlassen sie sie wieder nachhause mit den worten, sie soll das andere EEG abwarten, hier würde man nix mehr machen.....

ich weiß nicht weiter. habe die befürchtung, sie könnte sich irgendwann beim umfallen richtig was tun, oder einen bleibenden schaden von den anfällen behalten, wenn sie nicht schnellstmöglich behandelt werden.... bin für jeden rat dankbar..

c. aus berlin
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« Antworten #1 am: 06. Juli 2010, 23:10:00 »


Liebe Berlin 64,

 erstmal 

Wir haben fast dasselbe im letzten Jahr durchgemacht. Absolut fürchterliche Situation. Die Medizinsprache kann ich nicht wirklich übersetzen. Am besten stellst Du die Frage in einer anderen Rubrik, z.B.: allgemeine Epilepsie. Dann lesen es mehrere Leute und die kennen sich wirklich gut aus.

Mit Zuckungen in den Händen, Armen und Schultern hat es bei unserer Tochter (jetzt 16 J.) auch angefangen. Dann ist sie umgekippt. Die Diagnose kam allerdings rubbel die Katz. L. ist quasi ein Lehrbuchfall. Glück im Unglück. Seit einem Jahr nimmt sie Medikamente und es ist schon okay.

Ich denke, dass Du Druck machen musst. Ihr lebt doch in einem unhaltbaren Zustand. Das "Kind" kann schließlich nicht bis zum 17. August im Bett bleiben (überspitzt ausgedrückt). Bleibende Schäden musst Du -soweit ich weiß- von den Anfällen nicht befürchten.

Behaltet die Nerven! Ist furchtbar schwer. Ganz viele Grüße aus dem Ruhrgebiet.

Martina
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« Antworten #2 am: 06. Juli 2010, 23:20:25 »

Hallo!

Wurde denn schon ein MRT gemacht? Habt ihr auch einen ambulanten Neurologen oder läuft alles übers Krankenhaus? Ist es ein spezialisiertes oder ein "normales" Krankenhaus?

Wenn es um Epilepsiediagnostik und -behandlung geht, kann ich das Epilepsiezentrum Berlin-Brandenburg, Standort Berlin am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge empfehlen (http://www.epilepsie-zentrum-berlin.de/standort-berlin/index.shtml). Die Wartezeiten dort sind auch lang, aber bei mir war das damals so, dass man mich für den Fall vorgemerkt hat, dass jemand abspringt, und tatsächlich habe ich dann sehr spontan und kurzfristig einen Termin bekommen, als jemand anderer abgesagt hat. Allerdings brauchst du fürs EZBB eine Überweisung von einem Neurologen. Falls ihr noch keinen (ambulanten) habt, sucht euch einen und bittet um eine Überweisung.

Viele Grüße

A.
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ragazzi
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Beiträge: 2.673



« Antworten #3 am: 07. Juli 2010, 18:05:15 »

Hallo berlin64,

erstmal herzlich willkommen im Forum. Smiley

Zitat
heute nun hat sie nicht nur gezuckt sondern hatte laut aussage einer mitschülerin rechtsseitig gekrampft.

[...]u.a. auch drei EEGs. eines mit schlafentzug, davor ein normales und hinterher noch eins. das schlafentzugs-EEG war ohne befund.

in beiden anderen gab es hinweise für eine links temporal betonte funktionsstörung. oder in arztdeutsch: "unregelmäßiges alpha-EEG, keine allgemeinveränderung V.a. Herd links fronto-temporal/DD Artefakt?, im Verlauf dysrhytmische Züge mit Zunahme unter Hyperventialation.

Zahlreiche Elektrodenartefakte, insbesondere über F7 und F8. In diesm EEG Zeichen unspezifischer cerebraler Erregungssteigerung." 

jemand ne idee, was das heißt?

Ich kann dir leider nicht genau sagen was das heißt, es liest sich für mich so, das die EEG's vermutlich nicht von guter Qualität zeugen.

Das rechtsseitige krampfen passt allerdings schon hinsichtlich dieser Angaben, in Bezug auf ein cerebrales Anfallsleiden, wie Epilepsie.

  • hinweise für eine links temporal betonte funktionsstörung
  • unregelmäßiges alpha-EEG
  • V.a. Herd links fronto-temporal

Wenn das so oft passiert das sie umfällt, was nun mal eine deutliche Gefahr mit sich bringt das sie Verletzungen davon trägt, finde ich es auch nicht gut das sie so lange warten muss. Ein ähnliches Problem hatte ein anderer User (Pontius) vor kurzem, wo es um seinen Sohn ging.

Hab ich dir mal rausgesucht: >> http://forum.epilepsie-netz.de/index.php?topic=9647.msg140968#msg140968

Vielleicht möchtest du dich ja auch mal an diese Klinik, oder erstmal an Pontius für genauere Informationen wenden.

Wünsche viel Glück und alles Gute! 

LG ragazzi
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